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Antikoagulantien: MARCOUMAR/ SINTROM
Ihr
Arzt hat Ihnen Marcoumar verschrieben.
Warum
hat Ihnen Ihr Arzt Marcoumar verschrieben?
Was ist das?
Was bedeutet die Einnahme dieses Medikamentes für
Sie?
Was ist der INR?
Wer muss wissen, dass ich Marcoumar einnehme?
FAQ?
Warum
hat Ihnen Ihr Arzt Marcoumar verschrieben?
Die
Indikation zur Verschreibung von Marcoumar hat sich in den letzten Jahren
sehr erweitert.
Die häufigsten Gründe sind: Vorhofflimmern, tiefe Venenthrombose,
Herzklappenersatz, Herzinsuffizienz ab einem gewissen Schweregrad,
u.a.
Was
ist das?
Marcoumar (enthält die Substanz Phenprocoumon) ist ein Medikament,
das die Produktion von 4 der 13 Gerinnungsmediatioren hemmt. Genauer gesagt
werden die 4 Vitamin K abhängigen Gerinnungsmediatoren (II, VII,
IX, X), die in der Leber produziert werden, gehemmt.
Was
bedeutet die Einnahme dieses Medikamentes für Sie?
Die
Folge ist eine Herabsetzung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes, wodurch
zum Beispiel Thrombosen oder Embolien verhindert werden können.
Nebenwirkung ist eine erhöhte Blutungsneigung.
Was
ist der INR?
Die
Gerinnungsfähigkeit kann (je nach Therapieziel) mehr oder weniger
herabgesetzt werden; um das Ausmaß der Wirkung optimal in Kontrolle
zu haben und um unerwünschte Nebenwirkungen (Blutungen, Blutergüsse...
) zu verhindern, muss regelmäßig die Blutgerinnung überprüft
werden: Es gibt dazu verschiedene Tests, die seit ca. 1997 am besten als
INR-Wert (international normalized ratio, eine Verhältniszahl) angegeben
werden, um sie auch international (auf Reisen... ) vergleichen zu können.
Dieser INR wird alle 4-6 Wochen (in der Einstellungsphase öfter)
mittels einer Blutabnahme aus der Fingerbeere (ähnlich wie beim Blutzuckermessen)
kontrolliert. Die Werte werden in einen Gerinnungspass (rosa oder blau
in Führerscheingröße) eingetragen. Ebenso wird in den
Pass eingetragen, wie der Patient das Medikament einzunehmen hat.
Marcoumar wird im Unterschied zu anderen Medikamenten in einer Wochendosis
(die im Pass genau aufgeschlüsselt wird, zum Beispiel Montag und
Donnerstag 1/2 Tablette, sonst immer 1 Tablette) verschrieben. Diese Dosis
kann sich von Patient zu Patient auch sehr unterscheiden, und selbst bei
ein und demselben Patient sich im Laufe der Zeit verändern.
Wer
muss wissen, dass ich Marcoumar einnehme?
Grundsätzlich
sollten Sie bei jeden Arztbesuch sagen, dass Sie Marcoumar einnehmen.
Dies ist vor allem wichtig, falls Sie eine intramuskuläre Injektion
erhalten sollen (wie bei einer Impfung), oder Ihr Orthopäde (oder
andere) ein Gelenk infiltrieren will.
FAQ?
Was passiert bei einem Unfall?
Mein Zahnarzt will eine Wurzelbehandlung oder ähnliches durchführen?
Ich werde operiert?
Was passiert bei einer Schnittverletzung?
Darf ich alles essen?
Muss ich Vitamin K bei mir führen?
Grundsätzlich
haben Sie immer den Pass bei sich, sodaß ein Ersthelfer bei Durchsicht
Ihrer Unterlagen
relativ
schnell feststellt, dass sie Marcoumar einnehmen. Im Krankenhaus kann,
falls es wirklich notwendig ist, z. B. mit Infusionen die Maroumarwirkung
unterbrochen werden.
Im Falle einer geplanten Operation hängt es immer vom Operateur ab,
ob er unter Marcoumar operieren kann/will. Falls der Operateur auf eine
Absetzung des Medikamentes besteht, muss das Medikament ca. 7 Tage pausiert werden, bevor die Wirkung aufgehoben ist. DIES
DARF NIE OHNE RÜCKSPRACHE MIT DEM BETREUENDEN ARZT ERFOLGEN. Meist wird dann eine Überbrückungstherapie mit "niedermolekularem Heparin" durchgeführt.
Bei einer banalen Schnittverletzung bluten Sie länger als jemand
der kein Marcoumar einnimmt, aber es kommt zu keinem lebensbedrohenden
Blutverlust.
Im Gegensatz zu der Meinung vor 20 Jahren ist es in der Regel nicht notwendig Diät
einzuhalten; wir richten uns mit der Dosierung nach Ihren Lebensgewohnheiten.
Vitamin K müssen Sie nicht zwingend bei sich führen (wirkt als Gegenmittel
erst nach 24 Stunden).

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