Schließlich
wird der Schwarze am 26. Dezember gebracht und macht seinem provisorischen
Namen alle Ehre, da er sich unters Sofa flüchtet. Von dort wird
alles angeknurrt, das neugierig nachschaut, auch ich. "Er ist nicht
Merlin!" meine ich ein wenig enttäuscht, da der Kleine sich
damals sofort von mir herumtragen liess. Bald kuschelt der Schwarze
aber bei mir und nur mehr die Begegnungen mit den drei Katzen sind reserviert.
Athos kommentiert alles lautstark, fast klingt es wie "du hast
mir doch einen Spielgefährten versprochen!". Dieser da knurrt
aber, was nicht Aggression, sondern Angst bedeutet. Auf freundliche
Annäherung reagiert er mit erhobener Pfote, die auf dem Kopf der
anderen Katze landet. Mit Blume war alles gleich klar, kommt er ihr
zu nahe, zeigt sie kurz ihre Eckzähnchen, und die Sache ist gegessen.

Zunächst
braucht er einen Namen, und da bietet sich Baghira an, nach schnellem
Nachschauen im Internet, ob der Panther im Dschungelbuch wohl männlich
war. "Baghi" hört auch sofort darauf, findet es also
durchaus passend. Überhaupt ist er sehr wach und immer dabei, akzeptiert
auch, wenn er etwas nicht darf, ohne viel zu quengeln. Er liebt, wie
alle Orientalen, Körperwärme von Katzen und Menschen. Da Blume,
CB und Athos eher nicht miteinander kuscheln, höchstens eng nebeneinander
liegen, bleibt die Komponente Mensch übrig. Baghira kriecht jeden
Abend mit unter die Bettdecke, lässt sich schnurrend streicheln
mit Köpfchen auf Zweibeinerschulter. Freilich muss er dann wieder
inspizieren, was sich sonst so in der Wohnung tut, legt sich jedoch
bald wieder ins Bett, diesmal auf die Decke.

CB, Blume
und Baghira
Da
Baghira in seinem früheren Zuhause manchmal verschwand, um sich
irgendwo in der Gegend wieder finden zu lassen, wurde ihm angewöhnt,
an der Leine zu gehen. Wegen seines Freiheitsdrangs wollte die Familie
einen Platz für ihn, wo er eventuell sicheren Freigang haben kann.
Sicher war es schlimm, ausgesetzt und hungrig über die Schmelz,
eine Grünfläche im 15. Bezirk zu irren, aber offenbar kam
er dabei doch auf den Geschmack. Ich gehe mit ihm an der Leine im Innenhof
herum, einschließlich Vögel beobachten, und auch mal draußen
beim Dickicht. Dies auch deshalb, weil er Blumes Pfad ins Freie doch
nach drei Wochen in einem unbeobachteten Moment entdeckt, wo gerade
kein Topf davor steht, um dies zu vermeiden. Baghi checkt alles ab,
weiter als Merlin und Blume beim ersten Ausflug, aber es ist auch Winter,
eiskalt und niemand nachts unterwegs.

Als
ich rausrenne, um ihn von außen zu holen, erklingt Kampfgeschrei
durch die Nacht: Marder und Katzen geraten aneinander? Ich bin beruhigt,
als ich draußen feststelle, dass es vom Golfplatz her kommt, während
Baghi im sehr lichten Gebüsch sitzt. Er läßt sich brav
hereintragen, sieht aufmerksam umher, steht nun erst recht unter Beobachtung.
Offenbar verbindet er mit "Ausflug" nicht "Rückkehr
auf dem Pfad, wo ich gekommen bin". Eine Woche darauf schafft er
es wieder, ich finde ihm bei ersten Mal Rausrennen nicht, gehe dann
das Dickicht weiter ab und sehe ihn genau dort, wo ich ihn schon einmal
gefunden habe. Am nächsten Tag gibts wieder Innenhof mit Leine
- und inzwischen ist es so kalt, dass selbst der neugierige Baghi nur
ganz kurz in den Garten möchte. Mit Athos, der irgendwie schon
sein Kumpel ist - wilde Katerspiele eingeschlossen....
hier
geht es weiter....