Athos, etwas verschlafen, März 2006

Wer hätte gedacht, dass Katzen noch mehr von Menschen bedroht werden, als sie es ohnehin schon sind? Dabei ist Alltag, dass sie in Spanien verhungern, da nur TierschützerInnen kastrieren, dass ebendort Katzenkinder gerade noch gerettet werden vor den Gefahren des Straßenverkehrs. Nachzulesen bei Tiere suchen ein Zuhause auf der Seite des WDR, wo wir beispielsweise unendlich süße kleine Katerchen sehen. Da fällt es wirklich schwer, NICHT nachzufragen, ob es auch Flugpaten nach Wien gibt, um so einem kleinen Kerl zu helfen. Auch die anderen Inserate von deutschen Tierheimen und Pflegestellen beziehungsweise von Deutschen betriebenen Heimen in südlichen Ländern zeigen, was ganz "normale" Grausamkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Katzen ist. In der Welt der Rassekatzen wiederum, die es doch vergleichsweise schön haben sollen, tummeln sich Massen"züchter", denen es nur ums vermeintlich große Geschäft geht. Einiges dazu wird auf der Seite zuechterszene.info gesammelt und berichtet von kranken Kätzchen und Katzen, die zu zwanzigst auf 12 Quadratmetern lebten.

Gegen die Massen"züchter" helfen weder Tierschutzgesetz noch Hauseigentümer, da tierschutzmäßig erst Katzen verrecken müssen, bis Amtstierärzte ihren Hintern bewegen. So gibt es die Geschichte einer Massen"züchterin", der eine Katze im Käfig!!! neben dem Computer vertrocknete!!!, während die geistesgestörte Frau Haßmails gegen jene schrieb, die ihr das Handwerk legen wollten. Bei einer Massen"züchterin" waren, als sie endlich zumindest den Ort, an dem sie ihr Unwesen trieb, verlassen mußte, aufwändige Sanierungen der Wohnung erforderlich, da die Wände mit Urin getränkt waren. Auch diese tickt nicht ganz richtig, sind nicht nur ihre kranken Kätzchen Legende, sondern auch ihre Lügen: so behauptet sie, Scottish Fold-Katzen selbst als wilde Katzen eingefangen zu haben. Darauf angesprochen, geht sie jedoch nicht auf solche in Tierforen getätigten Behauptungen ein, sondern bleibt unverbindlich. Jede/r, die/der sich für diese Rasse interessiert, kann da immerhin gleich stutzig werden, denn alle Folds stammen von Susie, ihrer Tochter Snooks und deren Nachkommen Denisla Snowball und Denisla Hector ab...


Baghira, März 2006

Wie gesagt, neben all diesem Alltag für KatzenfreundInnen nun die medial gesteuerte Vogelgrippe-Panik. Von "alles gesteuert" sprechen gerade viele TierschützerInnen und auch ZüchterInnen, die vielleicht nicht immer zu den ersten gehören, die skeptisch sind, wenn "die Medien" beispielsweise behaupten, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen. Tatsächlich erinnern die Kampagnen, die nun gegen freie Tiere wie Katzen und Wildvögel gerichtet sind, aber doch sehr an alles Mögliche, was uns in Sachen Terror schon alles weisgemacht wurde. Die österr. Illustrierte "News" hatte etwa 2001 Titelbilder, wo Mensch in Schutzanzug mit Gasamaske suggerierte, wir seien von Anthrax bedroht. Nun sehen wir Kind mit Mundschutz und Katze auf dem Titel, was "Achtung, Bioterrorgefahr Katze!" bedeutet. Anthrax stammte übrigens aus Labors des US-Militärs, keineswegs als Bin Ladens Höhle in Afghanistan.

Auch die Vogelgrippe-Panik hat Bezug zur internationalen Politik, denn einerseits ist US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Pharmakonzern Roche beteiligt, der Tamiflu herstellt. Andererseits sorgt gerade die US-Politik im internationalen Handel dafür, dass sich nichts an Massentierhaltung und gefährlichen Praktiken wie dem Einsatz von Vogelkot als Dünger ändert. Nicht überraschend ist auch, dass die Organisation für Biodiversität, GRAIN in Kanada, in einem detaillierten Bericht belegt, dass sich Vogelgrippe nicht über Zugvogelruten ausbreitet, sondern durch Massenhaltung von Geflügel, Kot als Dünger und den illegalen, daher auch nicht hygienisch und gesundheitlich kontrollierten Import von Geflügel. Die dramatischen Bilder vom "verseuchten" Rügen lassen vergessen, dass auf einer Nachbarinsel immer genug Viren dank einer Forschungsstation vorhanden waren.

In Deutschland blasen seelenlos Landwirtschaftsminister zum Halali auf die freilaufende Katze, gerne unterstützt von Jägern, die maximal ihren Hund als nicht jagdbares Tier betrachten, sofern er schön brav und gehorsam ist. Niemand denkt daran, die Massentierhaltung einzuschränken, die uns bereits BSE beschert hat. Über kurz oder lang wird die artgerechte Nutztierhaltung daran glauben, was sich daran zeigt, dass gerade das robusteste Geflügel nicht ins Freie darf, um vor vermeintlichen Überträgern, den Wildvögeln, geschützt zu sein. Tiere und Menschen sind dann gesund, wenn sie sich in freier Natur bewegen, gut ernährt werden, sich sicher fühlen können und ärztliche Betreung im Krankheitsfall sowie alle sinnvollen Impfungen erhalten. Bereits beim Thema Ernährung ist klar, dass dies auf Millionen Menschen nicht zutrifft, denen zudem Impfungen meist auch nicht zugänglich sind. Warum wird nichts gegen den Hunger in der Welt unternommen, warum werden keine billigen Medikamente für arme Länder produziert? Warum wird nicht nachhaltige Landwirtschaft gefördert, die der Selbstversorgung dient, statt Flächen industriell für industrielle Haltung von Fleischtieren zu nutzen?

Statt sich all diese Fragen zu stellen, stehen freie Tiere wie der wilde Vogel und die so gerne herumstreifende Katze im Focus. Unverständlicherweise vertreten auch Tierschutzorganisationen kaum die Interessen dieser Tiere, machen wohl eher langfristige Kampagnen, als politisch und als Tierlobby zu reagieren. Dazu kommen Tierheime, die ohne den geringsten Anlass empfehlen, Katzen einzusperren - dies in Österreich, wo keine einzige Katze infiziert ist. Was kommt dann noch alles, wenn wieder Panik geschürt wird, möchte man fragen? MEINE Katzen sind freie Individuen, sodass Blume und Baghi ihre Ründchen drehen dürfen. Sie sind Botschafter der freien wilden Natur, sie vollbringen jeden Tag aus Neue das Wunder eines freien Wesens, das sich an den Menschen anschließt, sie kommen freudig nach Hause, schnurren und schmiegen sich an. Zugleich brauchen sie das Wittern und Schnuppern, das Erkunden des Dickichts im Wandel der Jahreszeiten, auch das Klettern auf Bäume, wo die Krähen dann einander verständigen, um die Katze durch lautes Krächzen zu vertreiben.

Zur Vogelgrippe-Panik siehe auch meine Texte unter http://www.ceiberweiber.at, Spalte ganz links, unter dem Bild von Baghira.

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