Athos im Oktober 2006

Gandalf ist nun (im November) auch schon vier Monate da, niemand scheint ihn zu vermissen - und er hat sich schnell eingelebt, kommt mit dem nächtlichen Zuhausesein weit besser klar als früher Merlin. Nur einmal passierte es noch, dass er erst um halb sechs antanzte, dies jedoch im November, sodass ich wenig geschlafen habe und, nach etwa zwei Stunden, in denen ich doch eindöste, erfolgreich nach ihm rief. Er hat das Spielen entdeckt und holt sich mit Vorliebe die Dekosteine aus dem Zimmerbrunnen, die er am Boden dahinflutschen läßt. Ich sammle sie brav ein und lege sie zurück, und das Ganze kann von vorne beginnen :-)

 
Gandalf im September 2006

Mit den anderen Katzen will er auch spielen, d.h. er lauert ihnen auf, was sie nicht immer so lustig finden. Immerhin hat Baghira, der ansonsten zu ernst für Katerspiele war, durch Gandalf gelernt, dass sowas auch Spass machen kann. Ihr liebstes Spiel: sie sitzen und gehen auf zwei Seiten des Zaunes, und plötzlich läßt einer die Pfote durchschnellen oder schlägt gegen das Rasenband am unteren Rand des Drahtes. Irgendwann ist aber selbst ein übermütiger junger Kater müde, und Gandalf döst friedlich auf einem Lieblingsplatz, oft dicht neben Baghira oder CB. Zu mir ist er immer ganz besonders lieb, kommt laut schnurrend nach Hause und will dann ausgiebig gestreichelt werden. Allerdings hat er, wenn er mir auf Schritt und Tritt folgt, auch einen ganz besonderen Trick: er tippt mit einer Pfote auf meinen Fuß oberhalb des Knöchels oder beißt ihn sanft.


Baghira

Baghira war durch Gandalf etwas irrituert und gewöhnte sich an, die Wohnstraße zu überqueren, statt ins abenteuerliche und interessante Dickicht zu gehen. Dabei war er, da ihm offenbar Autos bereits von früher ein Begriff waren, sehr vorsichtig, sodass ich nicht in Panik geriet. Ich holte ihn eben mehrmals hintereinander mit Halsband und Leine herein und verpaßte ihm, wenn ich das dreimal erlebte, für den Rest des Tages "Hausarrest". Entweder er hat kapiert, dass seine Touren diese Konsequenz haben, oder er hat gesehen, dass sich für ihn durch Gandalf nichts ändert. Sein Befremden ist ja nachvollziehbar, denn wer weiß, warum er ausgesetzt wurde (zu "lebhaft" im Vergleich zu einer anderen Katze?) und ob nicht "weniger aggressive" Katzen bei seiner Abgabe zu mir durch seine Retter eine Rolle spielte (es war zuerst von "keine Katzengesellschaft" die Rede in seinem Zuhause, dann aber von einem Maine Coon-Kater...)?

Hier hat Baghira Beute, fast vollständig verzehrt (es sah wie eine Spitzmaus aus, wobei ich freilich nie das ganze Tier sah), während Athos ihn aufmerksam beobachtet. Mittlerweile ist auch er bei der Jagd erfolgreich, wenngleich ihn ausschließlich Feldhamster interessieren. Zuerst brachte er diese Tierchen, die etwas größer sind als Goldhamster, tot in die Wohnung. Eines Tages saß ich am Computer und registrierte nur halb seine Heimkehr, da er immer zart miaut, was wohl "hallo, da bin ich wieder" bedeutet. Als ich in die Küche zum Wasserkocher möchte, halte ich inne, denn am Boden sind Blutspuren und Athos ist gerade dabei, einem Feldhamster das Fell abzuziehen. Mit großem Genuss frisst er, und mir bleibt dann nichts anderes übrig, als die Reste mit Küchentüchern zu beseitigen.


CB und Athos im Juni 2006

In Wien sind diese Tierchen zum Glück recht häufig, anderswo aber gefährdet (bin froh, dass ich Athos keinen Vortrag über Artenschutz halten muss, der ihn sicher nur mäßig beeindrucken würde). Baghira liebt bekanntlich Spaziergänge, sodass ich manchmal mit ihm allein hinausgehe, was jedoch die anderen Katzen anlockt, gerade jetzt, wo das Dickicht sich lichtet und auch weniger Menschen unterwegs sind. Schon mit Baghi zu gehen macht Spaß, da er mal am Weg läuft, mal parallel zu mir unter Büschen, mal in vollem Galopp und mit Katzenbuckel an mir vorbeistürmt (was mich immer ein bißchen erschreckt). Nachts auf einer Wiese "abfangen spielen" ist auch etwas, das er ebenso mag wie ich. Einmal war ich ganz ungeplant mit Athos, Baghira und Gandalf unterwegs, was auch wunderbar klappte. Alle Katzen folgten mir, bleiben mal etwas zurück, beschnupperten etwas im Gebüsch oder rannten voraus. Wenn ich mich auf eine Bank setzte, versammelten sie sich um mich....