Denali Nationalpark und Reservat
Der Denali Nationalpark (2.400.000 ha) besteht seit 1923 und liegt auf der Nordseite der Alaska Range Bergkette, 402 km südlich vom Polzirkel. Der Parkeingang (zu erreichen mit Bus, Auto, Zug und Flugzeug) befindet sich 381 km nördlich von Anchorage.
Der Park ist ganzjährig für Besucher zugänglich obwohl das Hotel, die meisten Campingplätze und der Denali Bus-Service erst ab Ende Mai/Anfang Juni bis Mitte September verfügbar sind. Alles hängt von den Schneelagen Anfang Mai ab.
Im Informationszentrum am Eingang erfährt man alles über Vorlesungen der Parkwächter, Wanderwege, Campingplätze (Verfügbarkeit und Platzreservierungen), Schlittenhunde-Vorführungen und Wildlife Tours.
Privatautos dürfen auf der in total 148 km langen Parkstraße nur 21 km fahren. Der Pendelbus fährt die ganze Strecke, sodaß die Tiere nicht durch zuviele Autos gestört werden. Es wird angeraten um die Busfahrkarten schon lang vorher zu reservieren, da die Anzahl Busse per Tag beschränkt ist und der Andrang groß (1995 waren es beinah 1 Million Besucher).
Eine der am besten bekannten Attraktionen im Denali Park ist der Mount Mc Kinley, der höchste Berg Nordamerikas mit 6.095 m Höhe. An unbewölkten Tagen ist er in Anchorage zu sehen. Jedoch ist das bewölkte, regnerische und trübe Sommerwetter daran schuld, daß man nur 30 % Chance hat um den Berg im Sommer zu sehen.
1794 ist der Mount Mc Kinley zum ersten Mal erwähnt, als der englische Kapitän George Vancouver vom Cook Inlet aus (einem Wasserweg bei Anchorage) einen "grossartigen Schneeberg" gesichtet hatte. Frühe russische Forscher und Händler nannten den Berg "Bolshaia Gora" oder "Großer Berg". Die Tanana Indianer gaben ihm den Namen "Denali", was soviel heißt wie "Der Hohe".
1896 bekam der Berg den Namen "Mc Kinley" nach dem Präsidentschaftskandidaten William McKinley aus Ohio. Heute noch werden auf Landkarten zwei Namen gebraucht: Mc Kinley und Denali. Es gab mehrere Besteigungsversuche, erst 1913 gelang der erste bis zum Gipfel. Nun werden jährlich mehr als 1000 Besteigungsversuche zwischen April und Juni unternommen.
Die Baumgrenze im Park liegt auf 600 - 900 m. Die Landschaft unter der Baumgrenze in dieser subarktischen Wildnis wird Taiga genannt. Weissfichten, Pappeln und Birken wachsen dort. In der über der Baumgrenze gelegenen Tundra findet man winzige Weiden (15,3 cm hoch) die auch noch Weidenkätzchen hervorbringen, Gräser, Moose und eine Vielfalt von Wildblumen.
Der Denali Park ist einer der letzten intakten Ekosysteme der Welt. Besucher können die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.
37 Säugetiersorten und 130 verschieden Vogelsorten (inkl. dem beeindruckenden Steinadler) kommen im Park vor. Ungefähr 200 - 300 braune (oder Grizzly)bären und 200 schwarze Bären, Karibou (zwischen 2000 und 3000 Tiere), Wölfe (ca. 160) und Rotfuchs wandern ungestört über die Tundra. Elche (etwa 2000) findet man bei den Flüssen. Luchse vervolgen Schneehasen in den Wäldern der Taiga. Murmeltiere und Bergschafe bewohnen die höhergelegenen Felsen.
Zugvögel von 6 Kontinenten bewohnen das Gebiet zeitlich.
Die oben erwähnten Tiersorten findet man überall in Alaska, daneben noch Biber, Seeadler, rotes Eichhörnchen, Vielfraß, Bergziegen, Otter, Seeotter, Seehunde, Orkas (Killerwal), Delphine, Buckelwale, Beluga oder weisser Wal, und einen Überfluß an verschiedenen Lachssorten, die im Sommer aus den Meeren zu ihren Geburtsorten im Fluss zurückkehren um sich dort fortzupflanzen und zu sterben.