Der Tiger

 

Der Tiger ist rebellisch und undiszipliniert. Sein Wesen ist hitzig und aufbegehrend. Er kann und will niemanden gehorchen, weil er sich einfach nicht zum Untertanen eignet. Da er sich seiner Stärke bewusst ist, scheut er keine Auseinandersetzung, ist stets zum Kampf bereit, tollkühn und verwegen.

Er gehört stets zu denen, die die  Fahne der Revolution schwingen, bevorzugt übernimmt er ihre Führerschaft. Er ist ein Feldherr, ein Schlachtenlenker, ein Chef, ein Führer, sein Charakter ist ebenso dominant wie seine äussere Erscheinung. Aber wie die meisten Führer missbraucht er oft das Vertrauen, das man in ihn setzt.

Wenn er zum Angriff läutet, sei es im Krieg, in geschäftlichen Angelegenheiten oder auch in der Liebe, sollte man sich besser zweimal überlegen, ob man seinem Ruf folgen soll oder nicht. Da er sich gelegentlich selbst überschätzt, neigt er dazu, sich selbst und auch andere blindlings ins Verderben zu stürzen.

 

Es kann deshalb nicht schaden, wenn der Tiger einen besonnenen Partner an seiner Seite hat, der ihn bei Bedarf zu seinem Glück zwingt und ihn notfalls mit Gewalt von unüberlegten Situationen abhält. In solchen Situationen gerät er nur zu oft, da sein Wagemut zügellos ist und an Leichtsinn grenzt.

 

Seine Wirkung auf andere Menschen entspricht in etwa der Wirkung des Tigers al Tier auf unterlegene Tiere. Die Reaktionen reichen von Anerkennung bis Furcht. Keiner kann sich seiner Anziehungskraft entziehen oder seinem Führungsanspruch widersprechen. Seine Autorität ist so natürlich, dass sie ihm ein gewisses Prestige verleiht.

 

Er versteht es, sich Gehorsam zu verschaffen, lässt sich aber niemals selbst etwas befehlen. Er ist gewohnt, dass man sich seinen Wünschen fügt, niemand würde es jemals wagen, ihm auch nur in Kleinigkeiten zu widersprechen.

Sogar seine Widersacher zollen ihm, wenn sie ihn schon nicht verehren, einen gewissen Respekt, da sie seine Stärke und Überlegenheit kennen.

 

Wenn es ihm im Laufe seines Lebens geling, seine Zügellosigkeit abzustellen, sich zu beherrschen und zu denken bevor er handelt, dann kann er es sowohl privat als auch beruflich zu grossem Erfolg bringen. Wenn er sich einmal ein Ziel gesetzt hat, dann wird er es eisern verfolgen. Er kann sich mit seiner ganzen unbezähmbaren Wildheit und Urkraft für diese eine Sache aufopfern und wird dabei den Tod oder schwere persönliche Opfer nicht scheuen.

Anderseits ist er auch starrköpfig, eigensinnig und herrschsüchtig. Besonders seine Starrköpfigkeit bringt ihn oft vom richtigen Weg ab, da er sich gelegentlich in Kleinigkeiten verbeisst, di völlig unwichtig sind. Da er nie zu denen gehört, die ihre Meinung im stillen Kämmerlein äussern, hat er immer mindestens einen Feind.

 

Obwohl er im Bezug auf Anerkennung und Status sehr egoistisch ist, verhält er sich meist sehr großzügig, edelmütig und selbstlos. Meist stellt er seine privaten Interessen hinter die Interessen einer Gruppe von Mensche zurück, setzt sich selbst in den Dienst einer höheren Aufgabe. Er ist eigentlich ständig damit beschäftigt, gegen gesellschaftliche Misstände Sturm zu laufen. Ordnung und Gesetz werden genauso scharf attackiert wie Kirche und Staat.

 

Kleinbürgerlichkeit und Spiessertum, sind ihm zuwider. Er ist der geborene Revolutionär oder Freiheitskämpfer. Dabei sieht er seine eigentliche Aufgabe darin, die etablierte Ungerechtigkeit aufzudecken und zu entlarven.

 

Die Neuorganisation überlässt er lieber denen, die mehr davon verstehen als er selbst. Der Tiger kann mit Erfolg alle die Berufe ausüben, die Wagemut und Führungsstärke verlangen und in denen er keine Vorgesetzten hat.

 

Generaldirektor eines grossen Unternehmens kann er sein, aber auch in der Rolle eines politischen oder militärischen Führers wird er sich sehr wohl fühlen. Wenn zu seiner körperlichen Stärke auch noch ausgeprägte geistige Fähigkeiten kommen, dann kann er auch gut als Wissenschaftler oder Forscher agieren, da er mit Sicherheit die nötige Verbissenheit besitzt, um eine Untersuchung oder ein Experiment auch bei Rückschlägen weiter voranzutreiben.

 

Trotz all seiner Urgewalt und Ungezähmtheit kann der Tiger, wie auch die Tigerin, ein liebevoller und zährtlicher Partner sein. Hinter seinem heftigen und kämpferischen Temperament verbergen sich leidenschaftliche Gefühle und Empfindsamkeit. Er ist zwar fähig zu grosser, wahrer Liebe, aber er findet in den seltensten Fällen das Glück, das er sich erträumt. Er ist einfach zu leidenschaftlich, um eine langfristige Bindung einzugehen.

Besonders die Tigerin  hat in ihrem Leben zahlreiche Liebesabenteuer, die oft unglücklich enden. Das edle und ehrenhafte Pferd, sowie der kraftvolle und ausgeglichene Drache können gute Partner sein, da sie schon rein äußerlich ähnlich beeindruckend wirken wie der Tiger.

 

Jedoch wird eine solche Beziehung nie frei von Reibereien sein, da sie über einen ebenfalls sehr starken Charakter verfügen und sehr Willensstark sind. Der treue und gerechte Hund kann auch ein guter Partner für den Tiger sein, er wird aber bestimmt entäuscht werden, da der Tiger ihn nie dieselbe Treue entgegenbringen kann. Die Schlange sollte er besser meiden, da sie zu klug, zu verständnislos ist. Auch der Affe ist viel zu schlau und listig und hätte ein leichtes Spiel ihn zu betrügen. Sei es in der Liebe oder im geschäftlichem Bereich. Auf keinen Fall aber sollte er oder sie sich mit einem Büffel einlassen, da dies das einzige Tier ist, das dem Tiger hoffnungslos überlegen ist. Ein Tiger und ein Büffel im gleichen Haushalt würden schlimmste Streitereien mit sich bringen, die nur damit enden können, dass der Tiger aufgibt und das Haus verlässt.