Für Meerschweinchen gibt es mehrere Grundnahrungsmittel:
Frisches Heu
Saft- oder Grünfutter
Kraft- oder Trockenfutter
Knabberkost
Blinddarmkot
Weiters sollte im Käfig folgendes nicht fehlen:
Nippeltränke mit frischem Wasser
FRISCHES HEU
Beim Einkauf von Heu sollten Sie folgende Kriterien beachten:
Aromatischer Geruch
Dunkelgrüne Farbe
Der Plastiksack sollte innen nicht beschlagen sein, sonst besteht die Gefahr, dass das Heu schnell schimmelt.
Es sollten möglichst viele Kräuter und Gräser darin sein.
Beim Heu gibt es verschiedene Beutelgrößen.
Ich persönlich bevorzuge den 2 kg Sack Bergwiesenheu, der ist gegenüber den kleinen Pressheupäckchen günstiger und man kommt länger damit aus.
Heu enthält wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente aber vor allem auch Ballaststoffe, die Ihr Tier unbedingt braucht.
Wenn Sie einmal kein Heu, sondern nur Stroh bekommen, können Sie kurzfristig auch das füttern. Stroh hat allerdings nur Ballaststoffe und keine Mineralstoffe mehr, daher wirklich nur kurze Zeit verwenden!
KAUFTIPP: Der Preis von gutem Heu ist in den meisten Geschäften ziemlich gleich.
Füttern Sie nur frisches Grünfutter und waschen Sie dieses sorgfältig, bevor Sie es den Tieren reichen.
Grünfutter sollte möglichst nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen und trocken sein, da Ihr Tier sonst Magenprobleme bekommen kann. Tiefkühl- und Dosenprodukte sind generell nicht geeignet.
Füttern Sie Ihre Tiere möglichst immer um die gleiche Tageszeit. Die Tiere gewöhnen sich schnell an einen Rhythmus und werden Sie schon freudig begrüßen, wenn Sie bei der Tür hereinkommen.
Wenn Sie Ihrem Tier eine Freude machen wollen, bringen Sie ihm ab und zu frische Kräuter mit, oder pflanzen Sie diese selbst am Balkon oder im Garten an.
Gras (auch Katzengras), Küchenkräuter und Löwenzahn werden heiß geliebt und sind wertvoller als alle “Naschereien” die es im Fachhandel gibt.
Den täglichen Bedarf an Grünfutter können Sie individuell für Ihr Tier berechnen :
60 - 70 g / kg
Wenn Sie mehrere Tiere in einem Käfig haben, können Sie das Gesamtgewicht aller Tiere nehmen, denn die machen sich das ohnehin untereinander aus.
Die Tiere fürs Essen zu trennen hätte keinen Sinn,
schließlich sind wir Tierfreunde und keine Wissenschaftler!

Äpfel, Brokkoli, Fenchel, Karotten (samt Grün), Melone, Paprika, Radieschen, Sellerieknolle, Stangensellerie, Zucchini. Als sehr beliebt haben sich auch Fertigsalatmischungen erwiesen. Frische Beeren, besonders Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren sind auch sehr gefragt, sollten aber nur in begrenzter Stückzahl gefüttert werden, da diese sehr kalorienreich sind. Salatgurke wird geradezu leidenschaftlich verschlungen, enthält aber nahezu keine Nährstoffe. Allerdings ist nichts dagegen einzuwenden, dass Sie Gurkenschalen ab und zu als Leckerbissen anbieten. Birnen sind auch gern gesehen, blähen aber und sind daher auch nur bedingt zu füttern. In kleinen Mengen können auch Weintrauben und Kiwis gefüttert werden. Ab und zu einmal ein kleinerer, frischer Maiskolben schadet auch nicht. Zitrusfrüchte und Steinobst sind aufgrund des hohen Vitamin C Gehaltes nicht als Hauptfutter geeignet, können aber zwischendurch gereicht werden.
Nicht geeignet sind Bohnen, Glashaussalate (aufgrund der starken
Überdüngung), Kohl, Kraut, rohe Kartoffeln und Kartoffelkeime, Tomaten sowie
gesüßte oder gewürzte “menschliche” Leckereien. Unser Meerschweinchen ist
auch kein Müllschlucker und sollte daher nicht ausschließlich mit
Küchenabfällen gefüttert werden.
Brennesseln, Dille, Huflattich, Kamille, Katzengras, Liebstöckel, Löwenzahn, Petersilie (keine Samen), Pfefferminze, Salbei, Sauerampfer, Wegerich, Wiesenschafgarbe.
Klee sollte nur einen kleinen Teil der Gesamtmenge ausmachen.
TIPP: Wenn Sie gesammelte Brennesseln antrocknen lassen,
brennen Sie nicht mehr so stark.
Giftige Kräuter und Wildpflanzen sind
Bärlauch, Bunte Kornwicken, Buschwindröschen, Eisenhut, Fingerhut, Hundspetersilie, Maiglöckchen, Nachtschatten, Narzissen, Sauerklee, Schneeglöckchen, Wolfsmilchgewächse.
Auch hier gilt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, lassen Sie es
lieber bleiben. Beim Sammeln von Kräutern sollten Sie darauf achten, dass keine
stark befahrenen Straßen in der Nähe sind und die Wiese nicht häufig von
Hunden besucht wird. Am besten ist es allerdings, wenn man sich zu Hause ein
Plätzchen reservieren kann (z.B. am Balkon, oder in einer Schale in der
Küche), wo man seine eigenen Kräuter anpflanzen kann. Diese gibt es meistens
schon fertig im Topf zu kaufen. Auch Katzengras ist bestens geeignet und wird
auch gerne gefressen. Dieses gibt es ebenfalls schon fertig zu kaufen. Im
Fachhandel bekommt man seit einiger Zeit auch Schalen mit einer “Nagerkräutermischung”
zum Selbstanbauen.
Hier gibt es sowohl im Zoofachhandel als auch im Lebensmittelhandel und in vielen Baumärkten bereits Fertigfuttermischungen zu kaufen. Es besteht daher nicht die Notwendigkeit, sich sein Futter selber zu mischen. Manche Geschäfte bieten das Fertigfutter auch offen an. Das hat den Vorteil, dass man sieht, ob das Futter von Parasiten befallen ist, denn im Karton sieht man das nicht. Nicht selten sind Motten oder andere Krabbler im Tierfutter. Wenn Sie so eine Packung erwischen, tun Sie Ihrem kleinen Liebling und sich selbst einen großen Gefallen und werfen Sie die Packung in den Mistkübel. Motten machen nämlich auch vor Ihrem Essen nicht halt, wenn sie erst einmal geschlüpft sind.
Bieten Sie Ihrem Tier auch beim Trockenfutter eine gewisse
Regelmäßigkeit. (z.B. In der Früh Trockenfutter und am Abend Frischfutter.)
Pro Tier und Tag empfiehlt sich eine Menge von
ca. 20 g / kg
Beim Trockenfutter empfiehlt es sich, die Schüssel nicht den ganzen Tag im Käfig stehen zu lassen, da manche Tiere regelrecht süchtig nach diesem werden können und dadurch auch zunehmend verfetten.
Nehmen Sie also die Schüssel nach max. einer Stunde wieder aus dem Käfig.
Wenn Ihr Tier nicht oft oder gar nie Auslauf bekommt, können
Sie das Trockenfutter ab und zu auch ganz weglassen und durch Heu ersetzen.

Das Meerschweinchen ist ein Nagetier und hat daher das natürliche Bedürfnis zu nagen.
Bieten Sie daher immer etwas Entsprechendes an, zum Beispiel Knabberstangen, etwas hartes Brot oder einfach ein paar frische Zweige.
Wenn Sie den Käfig nach meinen Vorschlägen eingerichtet haben, nämlich mit einer zweiten Ebene, dann werden Sie sehen, dass die Tiere das Brett, bzw. ein im Käfig befindliches Schlafhäuschen anknabbern.
Schimpfen Sie dann nicht mit dem Tier, sondern lassen Sie es ruhig weiter nagen. Ab und zu ein neues Brett oder Haus zu kaufen ist besser, als wenn man dauernd zum Tierarzt muss, weil die Zähne nicht abgenutzt werden!
Die Zähne wachsen nämlich ständig nach, und wenn das Tier sie
nicht abnutzen kann, werden sie so lang, dass es am Ende nicht mehr fressen
kann. Folglich müssen die Zähne dann vom Tierarzt gekürzt werden.
Ein Holzbrett als zweite Ebene kann einem Meerschweinchen viel Freude bereiten.
Es kann sich darauf setzen um die Aussicht zu genießen, darunter verstecken und voller Freude rauf und runter springen.
Natürlich kann es auch, wenn gerade nichts anderes zu finden ist, seine Zähne daran abwetzen.
Buche, Erle, Haselnuß, Pappel, sämtliche Obstbäume und
Weiden.
Die Zweige dürfen nicht durch Pestizide oder ähnliches verunreinigt sein und
sollten generell vorher gründlich mit heißem Wasser abgespült werden.
Blauregen, Buchsbaum, Efeu, Eibe, Flieder, Ginster, Goldregen, Heckenkirsche, Holunder, Lebensbaum, Liguster, Lorbeergewächse, Oleander und Wacholder.
Wenn Sie Ihr Meerschweinchen ein bisschen beobachten, werden Sie merken, dass es sich ab und zu am After putzt und dabei Kotkrümelchen frisst.
Halten Sie es bitte nicht davon ab, denn dieses ist der Blinddarmkot, der viele Mineralstoffe enthält und für das Tier sehr wichtig ist. (Näheres siehe Verdauung)
Das Wasser sollte, wenn es sehr kalt aus der Leitung kommt, einige Zeit abgestanden sein, bevor Sie es in der Tränke anbieten, denn auch Ihr Meerschweinchen kann Halsweh bekommen.
Wenn Ihr Leitungswasser keine gute Trinkqualität bietet, gibt es im Fachhandel spezielles Trinkwasser für Tiere. Das ist dann eine reine Kostenfrage. Auch kohlensäurefreies Mineralwasser kann gereicht werden.
Bitte verwenden Sie kein destilliertes, stark chlorhaltiges oder nitratbelastetes Wasser, denn das ist für Ihr Meerschweinchen genau so schädlich wie für Sie selbst.
Auch Milch sollte nicht gegeben werden, da das Ihrem Meerschweinchen auf den Magen schlagen würde.
Mineralsteine sind im Handel erhältlich.
Sie sind preisgünstig und halten auch ziemlich lange.
Sie enthalten für Ihr Tier notwendige Zusatzstoffe, die es sonst durch die Fütterung nicht erhält.
Sollten Sie bei Ihrem Meerschweinchen ein Kaninchen dabei haben, wundern Sie sich nicht, wenn die ersten paar Kalksteine schnell weg sind, denn Kaninchen lieben es, diese zu zerkratzen und zu zerbeißen.
Wenn Sie Ihrem Meerschweinchen etwas zum “Naschen” geben wollen, dann bitte nur die im Handel erhältlichen „nager-tauglichen“ Produkte.
Es gibt hier eine breite Palette von Drops, Pellets, Stangen und anderen Spielereien.
Geben Sie Ihrem Tier auf keinen Fall Schokolade oder ähnliches, das würde es nicht vertragen.
Beliebter als alle “künstlichen” Naschereien sind allerdings frische
Kräuter.

Petersilie ist besonders beliebt
Richten Sie sich zu Hause bitte kein Futterlager ein.
Sowohl das Fertigfutter als auch die “Naschereien” sind verderbliche Waren.
Nicht immer muss das Haltbarkeitsdatum stimmen, daher sollten Sie immer nur so viel zu Hause haben, wie Sie tatsächlich brauchen.