Wissenswertes über Meerschweinchen

 

Die drei Grundbedürfnisse des Meerschweinchens sind:

1. Nahrungsaufnahme
2. Fortpflanzung und
3. Flucht vor Angreifern.

Dementsprechend wurden sie von der Natur perfekt ausgestattet.

 

NAHRUNGSAUFNAHME: Das Gebiss, mit seiner besonders starken Muskulatur und seine ständig nachwachsenden Zähne, garantiert die Nahrungsaufnahme. Selbst harte Kerne können geknackt werden, um an den leckeren Inhalt heranzukommen.

 

VERDAUUNG: Nachdem das Futter im Magen aufgeweicht wird, kommt es in den übergroßen Blinddarm, welcher übrigens ca. 15% des Gesamtgewichtes des Tieres ausmacht. Dort zerlegen Bakterien die aufgenommene Zellulose in verdauliche Kohlenhydratbestandteile. Diese werden dann in Form von Kotkrümelchen, dem sogenannten Blinddarmkot, ausgeschieden und vom Tier wieder gefressen. So können ca. 80 % der aufgenommenen Nahrung in Energie umgesetzt werden.

 

KÖRPERBAU: Charakteristisch für unser Meerschweinchen ist sein etwas plumper Körper. Der große Kopf mach ca. 30 % des Körpergewichtes aus und wird vom Rumpf getragen. Das Meerschweinchen hat keinen Schwanz und große, seitlich liegende Augen. Die Vorderpfoten sind flach mit vier Zehen und Krallen. Die Hinterpfoten sind wesentlich größer als die Vorderen und haben nur 3 Zehen und Krallen.
Das Skelett, mit seinen 34 Rückenwirbeln und den 13 Rippen, und die Muskulatur ermöglichen dem Tier die schnelle Flucht vor herannahenden Feinden.

 

FELL: Meerschweinchen gibt es, seit ihrer Domestikation, in unzähligen Farben. Die Grundfarbe heißt Agouti (näheres siehe Rassen). Das Fell besteht aus zwei Schichten: dem langen, gröberen Oberhaar und dem feinen Unterhaar. Es bedeckt den ganzen Körper, mit Ausnahme der Fußunterseiten. Die Haarwurzeln liegen dicht neben kleinen Talgdrüsen, welche Haut und Fell mit Öl versorgen und diese dadurch geschmeidig erhalten. Einige Tasthaare befinden sich auf beiden Seiten der Nase.

 

 

WAHRNEHMUNG UND VERSTÄNDIGUNG


Um Ihr Tier besser verstehen zu können, sollten Sie einiges über dessen Wahrnehmung wissen.

Auch Ihr Meerschweinchen hat, wie Sie, fünf Sinne: hören, riechen, schmecken, sehen und tasten.

Alle diese Sinne sind sehr gut entwickelt und effektiv.

Da Meerschweinchen Fluchttiere sind, nutzen sie diese Sinne jedoch hauptsächlich zum Selbstschutz.

 

HÖREN: Meerschweinchen hören weitaus besser als wir und sind auch in der Lage, sich bestimmte Geräusche einzuprägen. Besonders gut hören sie, wenn es um's Essen geht. Kühlschranktüren, das Rascheln einer Plastiktüte, oder gar der Schritt des Pflegers verursachen pure Begeisterungskonzerte in die schnell alle mit einstimmen.
Da sie so gut hören, ist es für sie äußerst unangenehm, wenn wir zu laut sind (das bezieht sich vor allem auf laute Musik und ähnliches). Plazieren Sie den Käfig daher weder neben der Stereoanlage, noch neben dem Fernseher.

RIECHEN: Die Riechorgane des Meerschweinchens sind auch um ein Vielfaches besser als die Unseren. Wenn etwas gut Riechendes ihre Aufmerksamkeit erregt, recken sie ihr Köpfchen nach oben und setzen sich manchmal sogar dabei auf und machen Männchen. Sie beschnuppern alles was ihnen in die Quere kommt. Ihr Essen, ihre Umgebung, ihren Pfleger und natürlich auch ihre Artgenossen. Wenn Sie sich also mit Ihrem Meerschweinchen beschäftigen, sollten Sie sich ihm möglichst ohne aufdringliche Parfumgerüche oder ähnliches nähern.


Das Meerschweinchen reckt sein Näschen nach oben, um alle Gerüche einzufangen.

SCHMECKEN: Unser Meerschweinchen ist ein echter Feinschmecker und möchte möglichst auch so gefüttert werden.
Gaumenfreuden bereitet alles was grün ist, z.B. Löwenzahn, Gras, Petersilie und Dille. (Näheres siehe Ernährung)
Wie bereits zuvor erwähnt, hat unser Hausmeerschweinchen seinen Instinkt bezüglich nicht verträglicher Kräuter verloren. Daher sollten Sie sich informieren, was Sie füttern können.


SEHEN: Durch die seitlich angeordneten Augen, haben sie einen sehr breiten Blickwinkel. Sie können blau, gelb, rot und grün erkennen. Sogar in der Dämmerung können sie gut sehen.

TASTEN: Die Tasthaare kommen hauptsächlich in der Dunkelheit zum Einsatz. Wie bei anderen Tieren auch, dienen sie dazu, sich in der Nacht nicht an allen Ecken und Enden anzustoßen und so schneller in die Höhle zu finden.

 

MEERSCHWEINCHENSPRACHE

Meerschweinchen haben ein breites Spektrum an akustischen Lauten, die selbst nach 400 Jahren noch nicht alle erforscht und verständlich sind.

Zur Sprache zählen jedoch nicht nur die akustischen Laute sondern auch die Körpersprache.

Auch hier gibt es eine breite Palette an Bewegungen, deren Bedeutung für Sie nützlich sein könnte.

LAUTSPRACHE

Lautes, aufgeregtes Quieken

Meist nur gegenüber ihres Pflegers, wenn sie sich auf ihr Essen freuen.

Leises Gurren

Zeichen der Zufriedenheit, z.B. beim Kraulen.

Glucksen, Gurren und leise Quieklaute

Unterhaltung untereinander.

Lautes, aufgeregtes Gurren mit gleichzeitigem
Wackeln des Hinterteils

Bei Weibchen:
Ausdruck von  Rivalität gegenüber einer Artgenossin.
Bei Männchen:
Aufforderung an das Weibchen zur Paarung.

Zähneklappern

Ausdruck absoluter Unzufriedenheit. Kann oftmals mit
einem kräftigen Biss enden.

Lautes Zwitschern

Meistens mitten in der Nacht kann man diese Laute hören.
Ich konnte bislang allerdings noch keinen Zusammenhang feststellen.

Angstvolles Quieken (schreien)

Ausdruck von Schmerz und Angst.

 

 

KÖRPERSPRACHE

Recken und Männchen machen

Neugierig untersucht unser Freund seine Umwelt, besonders nach etwas Essbarem.

Zwei Meerschweinchen berühren
einander mit den Nasen

Hier klären sie ab, mit wem sie es zu tun haben – Schnupperkontakt.

Ausstrecken, auf die Seite legen

Ihr Meerschweinchen ruht sich aus, jetzt bloß nicht stören!

Mit allen Vieren in die Luft springen

Ausdruck von Frohsinn und Übermut, besonders oft bei Jungtieren zu beobachten.

Den Kopf nach oben gestreckt
auf ein anderes Tier zugehen

Ausdruck von Überlegenheit dem anderen gegenüber.

Zähne fletschen

Abwehrreaktion, meist gegenüber zu
aufdringlichen Böckchen.

In eine Ecke drücken

Angst

In völlige Starre verfallen

Das Tier stellt sich tot (natürlicher Instinkt, um dem Feind
nicht aufzufallen)