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Sechzig Reichsmark, ein Fahrrad und einen guter Freund – mehr braucht Gottfried Johannes Müller nicht, um sich seinen Traum zu erfüllen: Die Reise in den Orient. Was Karl May in seinen phantastischen Geschichten beschrieb, soll Wirklichkeit werden, noch gänzlich unzugängliche Gebiete schon bald erobert sein.
Während sich die Welt auf einen neuen Krieg vorbereitet, Europa zunehmend in politischen Wirren versinkt und auch die arabische Welt von Unruhen erfasst wird, bricht Müller im Jahre 1935 zu seiner abenteuerlichen Reise auf.
Fix geplant ist die Route nicht. Von Alexandria geht es über Kairo nach Palästina und schließlich auf die arabische Halbinsel. Erst als das märchenhafte Bagdad all seine Schätze offenbart hat, beschließt Müller spontan, in die unzugängliche Bergwelt Kurdistans vor zu dringen, ein Entschluss den er beinah mit dem Leben bezahlt. Zurück in Bagdad führt ihn eine glückliche Fügung mit dem obersten Führer der Kurden zusammen. Müller unternimmt mit dessen Hilfe einen zweiten Versuch und gelangt, Polizeisperren und Überfällen zum trotz, in die bislang verschlossene Bergwelt Kurdistans.
Wohl als einer der Ersten beschreibt Gottfried Johannes Müller das harte Leben dieses Volkes, lernt Kunst und Kultur kennen, schließt Freundschaften. Er befasst sich mit dem Islam, lernt Kurdisch. Bei dem Versuch, weitere Vorräte und Medikamente in das verschlossene Kurdistan zu schaffen, fällt er einer arabischen Polizeieinheit in die Hände und muss die Reise abbrechen.
Müller hat mit diesem Buch einen lebendigen, detailgetreuen Reisebericht geschaffen. Sehr genau wird dem Leser das Leben in der kargen Bergwelt Kurdistans dargelegt, zusammen mit dem Autor wird man Zeuge zahlreicher, wahrer Abenteuer, wie Karl May sie wohl nicht besser erfinden hätte können.
Der Orient vor siebzig Jahren, verlockend, überschwänglich und für seine große Gastfreundschaft bekannt, aber auch gezeichnet von Armut, Gewalt und Orientierungslosigkeit. Ein aktuelles Thema?
Auch heute noch verwendet die Exilregierung Kurdistans die von Müller vor vielen Jahren entworfene Flagge als offizielle Landesfahne..
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