ATEM - MEDITATION



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Wir beschäftigen uns mit dem inneren Anspruch auf Vollkommenheit. Ich weiß schon, ein Teil – der erwachsene Teil in uns erhebt den Anspruch nicht, vollkommen zu sein.
Es gibt aber einen Teil in jedem von uns, der schon ganz gern perfekt sein möchte. Glänzen möchte in allen Disziplinen des Lebens.
Dieser Teil ist das Eltern-Ich.
Dann gibt es noch einen Teil, das ist das Kind, dass überhaupt keinen Wunsch danach verspürt, vollkommen zu sein, solange es geliebt wird, lieben darf und Spaß hat. Wenn das Kind in uns geliebt wird, so wie es ist und nicht deswegen, weil es etwas tut, was die Eltern für gut heissen, fühlt es sich sicher, auch wenn es nicht alles perfekt beherrscht.....
Nun ist es so, dass wir uns das erste Bild von der Welt machen als Kind, das die Eltern für uns entwickelt haben. Dieses Bild enthält die Ansichten der Eltern. Das setzt sich zusammen aus eigenen Erfahrungswerten, aus den Elternüberzeugungen der Elterneltern, aus ganz persönlichen Ängsten, die zu vorgefassten Meinungen und auch zu Vorurteilen führen. Als Erwachsene machen wir daraus unser inneres Eltern-Ich, in dem wiederum unsere ganz persönlichen, auch negativen Glaubenssätze mit eingebaut sind.

Und so kommt es, dass wir Ansprüche an uns selbst stellen, Ansprüche der Vollkommenheit aus dem Eltern-Ich heraus, die beim inneren Kind so landen, dass wir uns manchmal total unvollkommen, ungeschickt, blöd, hässlich, hilflos u.s.w.  fühlen und sehr traurig werden....
Sich davon frei machen, bedeutet, sich voll und ganz zu akzeptieren, wie du bist!

Damit machen wir nun eine Atemmeditation. Such dir eine angenehme Musik aus, lege sie auf und dich hin. Nicht ins Bett, sondern auf den Teppich oder eine Yogamatte.

Auf der Unterlage ankommen, denn vergangenen Tag abfließen lassen, indem du ein paar tiefe Atemzüge machst und dich hier liegen spürst ... Körper fühlen ... Fußsohlen ... Becken ... Rücken ... spüre deinen Brustraum und deinen sanften tiefen Atem, wie er durch deinen Körper fließt ...

Tief in dir spüre jetzt die Zeiten, in denen du dich unvollkommen wahrnimmst und wann das passiert. Gibt es da ähnliche Situationen, in denen du dir klein, hässlich, unscheinbar oder gar dumm vorkommst? Wenn ja, dann schau doch in dir nach ... was das Ähnliche an diesen Situationen ist ...
Oder sind die Ereignisse immer verschieden ... und du kannst das Unvollkommenheitsgefühl an nichts Bestimmtem festmachen ...
wie auch immer du das jetzt fühlst, achte darauf, was dein Körper macht, wenn du an dich denkst, wenn du dich unvollkommen fühlst ... erinnerst, in welchem Zusammenhang ... bei welcher Art von Menschen ... wie die sind, wie die aussehen müssen, was sie sagen, dass du dich unwert, klein, nicht gut genug zu fühlen beginnst ... was für Bilder, Gerüche, Erinnerungen tauchen auf ... wie spürst du dabei deinen Körper ... gibt es jetzt Regionen, die sich verändert anfühlen, kleiner, dicker, größer, härter, schmäler, schwerer, leichter ... spüre im sanften Atem nach ... entwickle dabei die Einsicht, der Atem wirkt heilend auf deine inneren Systeme.

Und jetzt gehe im Atem, in der Welle dieser Energie einen Schritt weiter ...
Wer in dir sagt zu dir:  SEI VOLLKOMMEN; SEI PERFEKT; SEI TADELLOS!!!
Wo in dir kannst du diesen oder einen ähnliche Satz jetzt spüren ... wo in dir und mit welcher Stimme entsteht der Anspruch auf Perfektion?
Vielleicht kannst du diese Stimme zuordnen, vielleicht ist es eine altbekannte Stimme aus deinem Leben von früher ... du kannst sicher sein, dieser mahnende Teil mit dem Perfektionsanspruch ist dein Eltern-Ich und vielleicht kommt jetzt auch das kleine Kind, dieser spontane, junge Teil dazu ...
das Kind, dass deinen Namen trägt und dass sich wünscht, geliebt zu sein in seiner unvollkommenen Form, so, wie es ist ... schau es dir an, was tut es, wenn es die Worte hört: SEI VOLLKOMMEN; SEI PERFEKT; SEI TADELLOS!!!

Was macht es dann? Ärgert es sich oder weint es, hockt es sich in eine Ecke und trotzt? Will es davon laufen? Was tut das kleine Mädchen, der kleine Junge bei diesen Worten ... achte auf deinen Körper, was da los ist. ob sich etwas verspannt dabei. Dann atme sanft und ohne die Gefühle zu bewerten in diese Stelle der Verspannung, bis sie sich auflöst, löst, weich wird und warm ...

Und nun spüre dich als das, was du heute bist ... als diesen erwachsenen Menschen mit seinen Erfahrungen, mit seinem Erlernten, mit allem, was dich heute ausmacht ... auch mit allen Enttäuschungen, Glücksgefühlen, Abenteuern, Liebeserlebnissen, Trauergefühlen, Freuden die das Leben dir bisher beschert hat ... die Summe von allem, das, was du heute bist ... der erwachsene Mensch ... das Erwachsenen-Ich ... wie fühlt sich das im Körper an ... im sanften, doch tiefen Atem ...
Diese erwachsene Person sagt nun in ihrer Souveränität: Was ist perfekt? Was ist vollkommen?
Lass das Kind und das identifizierte Eltern-Ich in dir aufmerksam zuhören, was du erwachsene Person
zu sagen hast :
Was ist schon perfekt, vollkommen auf dieser Welt? Schau in die Natur ... gibt es perfekte Berge ... Wiesen ... Tiere ... Gewässer ... Ufer ... Blumen ...? Alles Naturbelassene ist unperfekt. Perfekt ist Gezüchtetes, Gekreuztes, Kultiviertes. Perfekt und ein wenig langweilig ... fad ... blass ... kränklich ... perfekt, doch unpersönlich!

Spüre nach, wie diese erwachsenen objektiven Worte auf deine Anteile wirken, was geschieht ...
Wie verhalten sich dein Eltern-Ich, Dein Kindheits-Ich dabei ... wird eines davon größer, kleiner, stolzer, widerwilliger, wird zugehört, während du beim Atem bleibst ... beim Spürbewusstsein ...

Das Persönliche, der individuelle Ausdruck kommt nicht vom Fließband ... gerade das Unvollkommene macht mich so einzigartig! So unterscheidbar durch individuelle Details ... Bei Sammlern sind gerade die edlen, die edelsten Stücke jene, die sich von den anderen unterscheiden ... ein scheinbarer Fehler, eine scheinbare Unvollkommenheit macht den größten Wert aus!

Eine Katze hört auf, wie jede zu sein, wenn sie die Besonderheit eines asymmetrischen Flecks aufweisen kann – eine Unvollkommenheit, die sie eben deshalb vollkommen macht! Das ist der persönliche Charme ... die Eigenheit, das Einzigartige ...

Ich bin stolz auf meine Unvollkommenheit ... auf mich, gerade so, genau so wie ich bin ... fühle nach, wie sich das Kind, das deinen Namen trägt, damit fühlt, wie du es im Körper spürst und entspanne dich in dem Gefühl, dich so zu akzeptieren, so zu lieben, wie du bist in dieser wunderbaren Einzelanfertigung ...
Bleib noch eine Weile bei dem Gefühl und ruhe aus, atme sanft, leg dich bequem und während du ein paar Minuten nachruhst, übt dein Unterbewusstsein schon daran, dich anzunehmen, in deiner ganz persönlichen Form – ich bin ich, ich bin okay, genauso wie ich bin – und das für alle vergangenen und alle zukünftigen Zeiten ...

 






    
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