home

1. Quartiere

Da im Winter die Nahrung (Insekten) fehlt, verbringen Fledermäuse diese Zeit im energiesparenden Winterschlaf in den Winterquartieren. Winterquartiere sind zumeist Felshöhlen und Keller, seltener Baumhöhlen. Am Weg vom Winterquartier in das oft viele Kilometer weit entfernte Sommerquartier und wieder zurück suchen Fledermäuse Zwischenquartiere (März - Mai und August - Oktober) auf. Ab diesem Zeitpunkt trennen sich die Wege der beiden Geschlechter. Die Weibchen beziehen Sommerquartiere (Mai - August), entweder auf Dachböden von Gebäuden oder in Baumhöhlen und benutzen sie als Wochenstuben für Geburt und Aufzucht der Jungen. Hier versammeln sich kleinere und größere Gruppen von Müttern (in Österreich bis zu 2000). Die Männchen leben in dieser Zeit zumeist einzeln oder in kleinen Gruppen abseits von den Weibchen.

2. Fortpflanzung

In der Regel (Ausnahmen Zwerg- und Langohrfledermaus) bekommt jedes Weibchen pro Jahr nur ein Junges. Geburtstermin je nach Art Mai - Juni. Die Jungen werden von ihrer Mutter gesäugt, bis sie flügge werden, Jede Mutter erkennt ihr eigenes Junges am Ruf, sie holt auch ein zu Boden gefallenes Jungtier wieder in die Kolonie zurück. Junge Fledermäuse werden von ihrer Mutter in Beutefang, Orientierung und Quartierkenntnis unterrichtet (zumeist August). Die Paarung findet ab August (bei manchen Arten in eigenen Paarungsquartieren) und im Winterquartier statt. Das Sperma verbleibt den Winter über im Uterus des Weibchens, erst im Frühling wird ein Ei befruchtet.

3. Winterschlaf

Der Winterschlaf dauert bei den baumbewohnenden Arten (Abendsegler, Zwergfledermäuse) nur kurz: Ende Dezember - Ende Februar. Bei wärmerem Wetter kann er auch unterbrochen werden. Abendsegler und ZwergfIedermäuse können nach Störung im Winterquartier (z.B. umgesägter Baum) in dessen Nähe bei Kälte bis zu -5°C in die Freiheit entlassen werden. Sie finden selbst ein Ersatzquartier. Die häusliche Pflege von Winterschlafgemeinschaften ist, da nachteilig für die Arterhaltung, gänzlich aus der Mode gekommen. Arten, die ihren Winterschlaf in Höhlen verbringen, sind dort von Oktober bis März anzutreffen. Werden sie in dieser Zeit häufig gestört, reicht ihr Energievorrat nicht aus, den Winter zu überleben. Daher ist es unbedingt notwendig, jede Störung des Winterschlafes zu vermeiden! Von Oktober bis April keine Befahrungen der Höhlen, die Fledermäuse zum Winterschlaf nutzen!

4. Nahrung

Je nach Art (es gibt in Osterreich 25 verschiedene Arten) wird unterschiedliche Nahrung gefressen. Zumeist handelt es sich um Insekten, manche Arten fressen aber auch Spinnen. Es gibt Flugjäger, Laubabsammler, Bodenjäger und Jäger von Wasserinsekten, die knapp über der Wasseroberfläche fliegen. Sie alle haben unterschiedliche Ansprüche an die Landschaft, die wir noch nicht genau kennen. Jedenfalls zu erhalten sind 1. insektenreiche Nahrungshabitate (z.B. Blumenwiesen, Feldraine, Naturgärten, Baumgruppen etc.) und 2. Flugleitlinien, die die Flugwege zwischen Tagesquartier und Nahrungsraum verbinden (z.B. Hecken und Alleen, Ufergehölze). Als Insektenfresser leiden Fledermäuse besonders stark unter Insektiziden der Land- und Forstwirtschaft. Die toxischen Stoffe in den vergifteten Insekten reichern sich vor allem in den Milchdrüsen der Fledermäuse an und werden mit der Milch in hoher Dosis an die Jungen weitergeben. Es kann zum Massensterben von Jungtieren in einer Wochenstube kommen.

home