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Die Erhaltung vorhandener Quartiere ist einer der wichtigsten Punkte des Fledermausschutzes!

Arbeiten in Sommerquartieren sollten nur von Oktober bis April durchgeführt werden. Von bedenklichen Holzschutzmitteln müßte man auch in eigenem Interesse Abstand nehmen (Merkblatt!). Durch die Schaffung von Einflugsöffnungen in Dächer (Lüftersteine), sowie in frostsichere Kellerräume wird eine Fledermausbesiedelung begünstigt. Das Anbringen von Fledermauskästen an Bäumen in windgeschützten Waldlichtungen ist ein behelfsmäßiger Ersatz für hohle Bäume. Fledermauskästen können allerdings niemals einen intakten, baumhöhlenreichen Lebensraum ersetzen. Da manche Fledermausarten sehr ortstreu sind, werden neue Quartiere oft lange Zeit nicht angenommen. Das "Umsiedeln" einer bestehenden Kolonie (z. B. auf Dachböden) funktioniert nicht nur nicht, sondern ist auch gesetzlich verboten, da das viele Tiere nicht überleben würden.

Die tagsüber aufgesuchten Schlafplätze liegen bei einigen Fledermausarten in hohlen Bäumen, bei anderen auf Dachböden, unter Dachschindeln und -ziegeln, hinter Holzverschalungen und in Mauerritzen. Dort sammeln sich im Frühjahr die Weibchen - meist jeweils einer Art - aus der näheren oder weiteren Umgebung, um an einer geschützten Stelle einmal im Jahr 1-2 Junge auf die Welt zu bringen. Derartige "Wochenstuben" können aus wenigen Tieren, manchmal aber auch aus mehreren hundert Fledermäusen bestehen. Unter den Hangplätzen kann sich mitunter eine beachtliche Menge an Fledermauskot ansammeln. Dieser Kot ist das beste natürliche Düngemittel, man sammelt diesen am einfachsten mittels unter den Hangplätzen ausgelegter Plastikfolien. Im Winter sind die Fledermäuse auf frostsichere Quartiere angewiesen. Manche Arten ziehen sich in alte, hohle Bäume zurück, andere bevorzugen unterirdische Hohlräume, wie Höhlen, Stollen und Keller.

Die Pfeile auf untenstehender Abbildung zeigen günstige Sommerschlafplätze, der Keller ist als Winterschlafplatz geeignet. Hohle Bäume werden von manchen Fledermausarten als Sommer- und Winterschlafquartier bezogen.

Fledermausfreundliche Sicherung von Gebäuden

gegen unerwünschte Eindringlinge (Tauben, Marder, ect.)

  • Dach- und Kellerfenster können mittels Gittern mit einer Maschenweite von etwa 2 cm Höhe und 15cm Breite verschlossen werden, keine feindrähtigen Gitter, da diese zu oft lebensgefährlichen Verletzungen bei den Fledermäusen führen! Oft genügt es auch, das Fenster einen Spalt zu öffnen, sodaß man die flache Hand in den Spalt stecken kann. Das Anbringen von Stahlspitzen oder Glassplittern in Fensternischen, zur Verhinderung des Absitzens von Tauben, muß auf jeden Fall unterbleiben, da Fledermäuse an diesen hängen bleiben und elend zu Grunde gehen. Ein abschreckendes Beispiel dafür ist die Peterskirche in Wien, wo an solchen Spitzen bereits eine Menge Fledermäuse den Tod fanden!

  • Lüftersteine (ohne Sieb, ev. Stege entfernen) für Dächer

  • Fensterläden mit etwa 2 cm Zwischenräumen

  • Zwischen Dach und Mauer Spalten von etwa 2 cm

  • Ungiftige Holzschutzmittel (Merkblatt!)

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