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Gerry Fischer |
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Bike The Planet |
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biografie |
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Einmal Hölle und zurück!
11. August 1999 die totale Sonnenfinsternis, ein grossartiges Ereignis. Ich freute mich schon seit ein paar tagen darauf. Ich hatte in dieser zeit Urlaub und malte mir schon in der Phantasie so aus wie das dann wird. Doch es kam leider so wie es kommen musste. Ich wachte in der früh aus meinem letzten Exzess vom Vortag auf. Mir war übel und ich musste immer wieder Blut erbrechen, meine Hände und Beine zitterten in einem solchen ausmaß, das ich dass heute gar keinen Menschen zeigen kann denn der würde mir nicht glauben. Heute nicht! Nein heute werde ich nicht trinken sicher nicht. Aber das war ein Vorsatz als würde man sagen heute atme ich nicht. Ich torkelte also ins Geschäft, wo mich die Leute wie immer vorwurfsvoll und bemitleidend anstarrten um mir eine Flasche Vodka zu kaufen. Kaum aus dem Geschäft herausgekommen musste ich schon mal einen riesen Schluck nehmen, so wie andere Leute Wasser trinken wenn, es heiß ist. Zu hause angekommen nahm ich noch eine Hand voll Tabletten die ich mir immer von verschiedenen Ärzten verschreiben lies. So saß ich dann auf dem Sofa, von Selbstmitleid zerfressen unfähig irgendwas zu machen, bis ich wieder das Bewusstsein verlor und die Sonnenfinsternis nicht mal mitkriegte. Schon viel zu lange ging das jetzt so Tag für Tag für Tag. Meine Krankenstände häuften sich, meine Freunde kamen nicht mehr, und meine Freundin mein ein und alles hatte mich verlassen. Ich saß stunden lang mit dem Messer in der Hand da und wollte dem endlich ein Ende machen, doch es ging nicht. Ich war total am Ende ohne Ausweg ohne Hoffnung. 3-4 mal versuchte ich schon mit Hilfe meiner Eltern und den letzten Freunden aus diesem Teufelskreis zu entkommen aber immer wieder passierte es. Rückfall! Die drei Wochen Urlaub waren wie drei Tage. Und es änderte sich nichts. Immer und immer wieder das gleiche Spiel. Im Jahr 2000 war ich wieder eine oder zwei Wochen im Krankenstand. Dann eines Tages kam der Betriebsrat zu mir und sagte: Gerhard du hast eine letzte Chance, mach eine stationäre Therapie. Denn das geht nicht mehr so weiter, die werfen dich aus der Firma!!! Du hast nur noch Feinde und wenig Freunde, dein Vater (der im gleichen Betrieb arbeitet wie ich) der kann niemanden mehr in die Augen schauen und bekommt von diesen ganzen Sorgen schon gesundheitliche Probleme. Mir wurde heiß und kalt gleichzeitig, wenn ich die Arbeit verlieren würde dann wäre es aus, ich müsste aus der Betriebswohnung ausziehen und unter der Brücke leben und dann kann ich es sicher nie mehr aus der Sucht schaffen. Ich willigte ein. Es dauerte ein paar Tage, bis ich in Kufstein in der psychiatrischen Abteilung einen Platz bekam. Der Entzug war schrecklich, ich wollte lieber sterben als dass noch weiter zu ertragen, und diese vorwürfe die ich mir machte wegen der Eltern, Freunde und den Leuten in der Arbeit. Ich bekam dann einen Therapieplatz in Hall. Zwei Monate um mit mir klar zu kommen und stark zu werden. Zwei Monate wo dich alles, aber wirklich alles ankotzt. Zwei Monate wo du denn Sinn des Lebens wieder entdecken kannst, zwei Monate wo du so viele von den anderen Patienten einen Rückfall erleiden siehst, das du selbst nicht mehr daran glaubst es zu schaffen. Die Zeit ging vorbei und ich wieder zur Arbeit. Mein Leben war allerdings jetzt irgendwie ohne Sinn und Freude. Als ich im Zuge meiner Nachbehandlung wieder mal beim Psychiater mit schweren Depressionen im Wartezimmer saß las ich einen Bericht über Radfahren als therapieunterstützende Maßnahme. Mein Vater hatte mir sein damals Mountainbike geschenkt, und da ich 130 kg wog wollte ich versuchen etwas zu „biken“ denn auch für die Figur konnte das nicht schlecht sein. Ich fuhr also immer, wenn es mir schlecht ging, und mir ging es oft schlecht. Ich versuchte immer bei uns in Häring zum Stallhäusel zu fahren, und dachte meine Lunge würde herausfallen und mein Herz explodieren. Sicher 30 mal schaffte ich es nicht da hochzukommen. Und dann der Durchbruch, ich hab´s geschafft und zum ersten mal nach langer Zeit ging es mir richtig gut. Es wurde immer besser und besser die Zeiten immer kürzer und mein gewicht allmählich weniger. Ich lernte in dieser zeit des Aufschwungs auch meine jetzige Frau kennen. Ich arbeitete sehr hart an mir mit Psychotherapie und Sport. Eines Tages war dann die Psychotherapie zu Ende. Und ich versuchte mein Leben ohne Therapeuten ausgeglichen zu führen. Ich verbrachte sehr viel zeit auf dem Bike, fuhr jeden Tag auf den Buchacker und Pendling, und am Wochenende zweimal am Tag und noch als Draufgabe den Aschenbrenner in Kufstein. Unter der Woche bis zu 4 und an den Wochenenden bis zu 8 Stunden. Mein leben wurde Zusehens besser und kontrollierter. Meine Eltern kamen wieder gut mit mir aus und unterstützten mich nach wie vor mit all ihren Kräften. Die größte jedoch war meine neue Beziehung mit Katrien die ich kennerlernte als es mir ganz schlecht ging und die voll hinter mir und meinem Sport steht. Ich radelte dann nächsten Jahr 8000 km. Und es war großartig zu sehen was man erreichen kann, doch es war noch nicht vorbei ein Jahr danach knackte ich die 16500 km Marke in einem Jahr, und hatte ca.55 kg an Gewicht verloren. Ich heiratete meine Freundin und lebe nun endlich richtig glücklich. Ich achte sehr genau darauf das keine meiner Speisen mit Alkohol zubereitet wird (im Gasthaus und so) und das wenn ich mal im Krankenhaus liege man mir nichts „falsches“ verabreicht wegen der Medikamentenabhängigkeit. In der Firma läuft auch alles wieder gut und ich hab mir ein neues Bike gekauft ein Downhillbike mit fast 24 kg aber mit dem richtigen Training kann man damit ohne weiteres auch große Touren fahren. Ich hoffe das diese wahre Geschichte irgendjemand helfen kann, etwas in seinem Leben zu ändern und jemandem verstehen hilft das egal in welchem Tief man sich befindet, sich mit eisernem Willen und Beharrlichkeit aus jeder Lage zu befreien. Ich versuchte mich etwas kurz zu fassen denn es ist zweifellos genug passiert um damit ein Buch zu füllen. Ich möchte mich noch herzlichst bei allen bedanken die immer hinter mir standen und mich in den schwersten Stunden nicht fallen ließen.
Gerry Fischer, trocken und clean :-) und so bleibts auch! |