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Dialoge Nr. 11-20

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Version: 2010/ 04
Projektname: Verwirrter Melissos
Erscheinungsdatum: 2010

Dialog-Was-ist-Philosophie Nr. 11 : Pythagoras, der Erfinder des Begriffs Philosophie, und, die traditionelle Art und Weise Philosophie zu definieren (Verfasst: 17.5.2008/ Status: L-Bl/ Lexikon: Philosophie, Pythagoras)

Der folgende Dialog orientiert sich an einer realen Diskussion, mit dem User egon1, im Philosophie-Forum : Die Grundlagen der Philosophie:

egon1: Ich denke, dass es statthaft ist, bei der traditionellen Definition von Philosophie zu bleiben.
Du nanntest als Beispiel Rechtssysteme, die nicht unbedingt nach Wahrheit suchen, und die Freie Wirtschaft, die primär nach Gewinnmaximierung strebt.

Dies sind Verirrungen!

Philosophie hat auch mit Liebe zu tun - wörtlich übersetzt! >p>

Ich würde behaupten, dass die Gemeinsamkeit aller Philosophien ihre Liebe zu Wahrheit und zur Weisheit ist, und alles, das davon abweicht, ist nicht Philosophie!

Es gibt wohl die Ausdrücke Rechtsphilosophie und Firmenphilosophie - diese stellen jedoch eine Pervertierung des Philosophiebegriffs dar, da beiden die Liebe zu den essentiellen Philosophiegrundlagen fehlt.
Und auch viele religiöse Philosophien verwenden den Begriff 'Philosophie' oft missbräuchlich, und verdienen die Bezeichnung Philosophie oft nicht.

Nikolaus: Selbstverständlich ist es 'statthaft', sich an der traditionellen Definition von Philosophie zu orientieren...

Was aber ist DIE traditionelle Definition von Philosophie?

Gibt es eine solch traditionelle Definition überhaupt?

Oder: Anders gefragt: Ist die Definition, dass Philosophie die Liebe zur Weisheit ist, die eigentliche, traditionelle Definition, von und für Philosophie?

Tatsache ist:
Philosophiert wurde nicht nur in Griechland - sondern auch in China und in Indien.
Doch keiner der frühen indischen oder chinesischen Philosophen nannte sich selbst Philosoph, oder definierte seine Sichtweisen und sein Tun, allgemein, als Liebe zur Weisheit.

Aber auch viele der frühen griechischen Philosophen, wie Thales, Anaximander, Anaximenes, Xenophanes, Heraklit oder Parmenides, kannten keine allgemeine Definition, für ihre speziellen Sichtweisen und ihr Tun.

Die Begriffe 'Philosophie' und 'Philosoph', sind, vermutlich, eine Erfindung des Pythagoras [1].

Was aber verstand Pythagoras unter Philosophie, und wer war, seiner Meinung nach, ein Philosoph?

Zuallererst, betrachtete er natürlich sich selbst als Philosoph :-)

Herakleides Pontikos berichtet, Pythagoras habe auf die Unterscheidung zwischen dem 'Weisen' (sophós) und einem nach Weisheit strebenden 'Weisheitsfreund' (philósophos) Wert gelegt, wobei er sich selbst zu den Philosophen zählte, da nur Gott wirklich weise sei [2].

Und, ein wesentlicher Teil der Philosophie, dieses 'ersten' (unter den) Philosophen, war - unter anderem - Politik.

Pythagoras hatte in einer Anzahl von griechischen Städten Unteritaliens Anhänger. Sicher ist, dass die Pythagoreer sich nicht vom gesellschaftlichen Leben absonderten, sondern in der Politik nach Einfluss strebten, und dass Pythagoras selbst politisch aktiv war und daher auch erbitterte Gegner hatte.

...

Soweit dabei grundsätzliche Fragen in Betracht kamen, standen die Pythagoreer auf der Seite der 'Aristokratie' und ihre Gegner auf derjenigen der 'Demokratie'.

...

Jedenfalls war die Politik der Pythagoreer entsprechend ihrem generellen Harmonie-Ideal konservativ und auf Stabilität bedacht; dies machte sie zu Verbündeten der traditionell im Rat dominierenden Geschlechter. Ihre natürlichen Gegenspieler waren damit die Volksredner, die nur durch Einfluss auf die Massen an die Macht kommen konnten und Unzufriedenheit nutzten, um für einen Umsturz zu agitieren [2].

Und wer sich mit Politik beschäftigt, beschäftigt sich, naturgemäß, AUCH mit der Schaffung von Gesetzen, und damit wie (diese) Gesetze, in der Realität, umgesetzt werden (könnten).

DOCH: Die Philosophie des Pythagoras reduzierte sich nicht nur auf politische Fragen, sondern wies, darüber hinaus, auch stark religiös-esoterische Elemente auf.

Sicher ist, dass Pythagoras von der Seelenwanderung überzeugt war und dabei keinen Wesensunterschied zwischen menschlichen und tierischen Seelen annahm. Diese religiöse Idee hatten schon zuvor die Orphiker vertreten. Sie setzte die Überzeugung von der Unsterblichkeit der Seele voraus. Einer Legende zufolge war Pythagoras imstande, sich an seine früheren Inkarnationen zu erinnern, zu denen der trojanische Held Euphorbos gehörte. Den Schild des Euphorbos, der in Argos im Tempel der Hera als Beutestück aufbewahrt wurde, soll Pythagoras als den seinigen erkannt haben.

...

Zum Kernbestand des ursprünglichen Pythagoreismus gehörte auch der Vegetarismus, der als 'Enthaltung vom Beseelten' bezeichnet wurde. Dieser Vegetarismus war religiös und ethisch motiviert; gemäß dem Prinzip der Enthaltung wurden neben der Fleischnahrung auch die Tieropfer verworfen.

...

Berühmt war in der Antike ein strenges Tabu der Pythagoreer gegen den Verzehr von Bohnen. Die Forschung nimmt einhellig an, dass das Bohnenverbot auf Pythagoras selbst zurückzuführen ist. Ob das Motiv dafür ausschließlich mythisch-religiös oder auch diätetisch war und welcher Gedankengang dahinter stand, war schon in der Antike strittig und ist bis heute nicht geklärt [2].

Wenn man also - historisch betrachtet - den ersten, der sich einen Philosophen nannte und der seine Sichtweisen und sein Tun als Philosophie bezeichnete, zum Maßstab dafür das wählt, was traditioneller Weise Philosophie ist, so wird dadurch ebenfalls nicht nachvollziehbarer und einsichtiger, was denn nun das Typisch-Philosophische ist!

Was ist etwa das Typisch-Philosophische daran, sich politisch zu engagieren, und der Ansicht zu sein, dass der Adel dem Volke vorzuziehen sei?

Wen oder was liebt jemand, der eine solche Sichtweise bzw Philosophie vertritt?

Und: Was ist das Typisch-Philosophische daran, Vegetarier zu sein, und, an Wiedergeburt zu glauben?

Ist es weise, zu einer Zeit, da es noch keine adäquaten Nahrungsergänzungsmittel gab, aus religiösen Gründen, auf ein derart lebenswichtiges Nahrungsmittel, wie Fleisch, freiwillig zu verzichten?
Oder ist es objektiv wahr bzw zutreffend, dass wir eine Seele besitzen, die, immer aufs Neue, wieder-geboren wird?

Ja, Pythagoras hat für seine Sichtweisen und sein Tun, vermutlich als erster, den Namen Philosophie gewählt, und, das griechische philosophía bedeutet, ins Deutsche übertragen, Liebe zur Weisheit [3].
Bedeutet jedoch diese Namensgebung, DURCH Pythagoras, dass das, was er unter dem Namen philosophía zusammengefasst hat, TATSÄCHLICH (IMMER) ein Ausdruck von Liebe und von Weisheit war?!

Ich glaube eher nicht!

Und wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen, werden Namen nicht nur verliehen, da sie in jeder Hinsicht für das, das sie benennen sollen, passend erscheinen - sondern durchaus auch deshalb, da sie schön und eindrucksvoll klingen!

Hat vielleicht Pythagoras seine speziellen Sichtweisen und sein Tun (einzig) deshalb als Liebe zur Weisheit bezeichnet, um sich gegenüber anderen zu erhöhen?
Ganz nach dem Motto:
'Seht her!
Was ICH glaube, meine und tue, ist weitaus höher einzustufen, als euer gewöhnlicher Glaube, eure gewöhnlichen Meinungen, und, eure gewöhnlichen Taten!
DENN: Alles was ICH glaube, meine und tue, ist Liebe zur Weisheit!'

Quellen:

  1. Getreu seinen Zahlen (29.4.2008)
  2. Wikipedia: Pythagoras
  3. Wiktionary: Philosophie

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siehe auch die Beiträge im Philosophie Lexikon, zu den Themen:

Dialog-Was-ist-Philosophie Nr. 12 : Dass Philosophie allgemein(gültig) nicht bestimmbar bzw nicht zu definieren ist, ist ein weit verbreiteter Irrglaube

Verfasst: 6.7.2007/ Status: L-Blast-F-r4/ Lexikon: Philosophie

Der folgende Beitrag, ist ein Monolog:

Nikolaus: Dass Philosophie allgemein(gültig) nicht bestimmbar bzw nicht zu definieren ist, ist ein weit verbreiteter Irrglaube!

Ein Irrglaube ist es unter anderem deshalb, da, zB, an staatlichen Universitäten, im Fach Philosophie, KEINESWEGS etwas gänzlich Beliebiges gelehrt wird!

Wenn du eine Philosophie-Vorlesung, an einer Universität in deiner Nähe, besuchst, wirst du dort mit ziemlicher Sicherheit vom Vorlesenden NICHT darüber informiert, wie man sich die Nägel richtig lackiert, welche Schuhe von Prada ein absoluter Must-Have sind, und es ist, gleichfalls, höchst unwahrscheinlich, dass der Vorlesende seine Studenten dahingehend unterrichtet, wie sie durch rhythmische Tänze, am effektivsten, mit ihren Ahnen oder anderen Geist-Wesen in Kontakt treten könnten...

Von einer universitären Philosophie-Vorlesung erwarten sich die meisten von uns, SEHR WOHL, etwas ganz Bestimmtes!

Und das, was sich die meisten von uns von einer Philosophie-Vorlesung, an einer hiesigen Universität, erwarten, ist, unter anderem, PHILOSOPHIE!

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siehe auch die Beiträge im Philosophie Lexikon, zu den Themen:

Dialog-Was-ist-Philosophie Nr. 13 : Woran ist allgemein erkennbar, dass man nicht nur nachdenkt, sondern - darüber hinaus - philosophiert?

Verfasst: 9.6.2006/ Status: L-F-Blast/ Lexikon: Philosophie, Denken

Der folgende Dialog ist fiktiv:

Rita: Ab wann philosophiert man?

Oder: Anders gefragt: Woran ist allgemein erkennbar, dass man philosophiert?

Nikolaus: Dass man philosophiert ist allgemein daran zu erkennen, dass man versucht, für etwas, eine theoretisch-logische Begründung bzw Ausgangsbasis zu schaffen!

Wenn ich zB nicht nur (ein wenig) über ein bestimmtes Ereignis in meinem Leben nachdenke, sondern - darüber hinaus - über dieses Ereignis philosophiere, dann schaffe ich, für dieses bestimmte Ereignis, eine theoretisch-logische Begründung bzw Ausgangsbasis.

Dialog-Was-ist-Philosophie Nr. 14 : Ohne Philosophie, gäbe es keine einzige Meinung bzw Überzeugung

Verfasst: 15.4.2010/ L/ Lexikon: Philosophie

Der folgende Dialog ist inspiriert von einer realen Diskussion im Philosophie Forum : Die Grundlagen der Philosophie:

Paul: Philosophie sind doch in ihrer Gesamtheit nichts anderes als eine Ansammlung subjektiver Meinungen!

Nikolaus: Ich bin anderer Ansicht als Du!
Denn: Jede Meinung bzw Überzeug hat, im Grunde, Philosophie zur Voraussetzung.

Ohne Philosophie, gäbe es keine einzige Meinung bzw Überzeugung!

Warum?

Wie gelangt man eigentlich zu Meinungen bzw Überzeugungen?

Entstehen sie 'einfach so'?

Entstehen, im Grunde, nicht Meinungen bzw Überzeugungen dadurch, dass man über die Existenz und/ oder die Bedeutung von etwas (systematisch) nachdenkt, und daraus dann entsprechende, individuelle Schlüsse zieht?

Natürlich ist es ebenfalls möglich, Meinungen bzw Überzeugungen von anderen 'einfach' zu übernehmen.
Aber selbst wenn Meinungen bzw Überzeugungen von anderen übernommen werden, ist das letztendlich nur deshalb möglich, da zuvor mal, zumindest, irgendwer systematisch über eine 'Sache' nachgedacht hat, und, diesbezüglich, zu eigenen, individuellen Schlüssen gelangt ist.

Ohne systematisches Nachdenken, und, ohne individuelle Schlüsse, gibts, letztendlich, keine einzige Meinung!

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siehe auch die Beiträge im Philosophie Lexikon, zu den Themen:
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