Das Harfenseufzerlied


1
Und dann und dann, und dann und wann,
spielt irgendwo ein Leiermann.
Das Leben kommt, das Leben geht,
die Leier an der Ecke steht.

Und dann und dann, und dann und wann,
singt auch ein Lied der Leiermann.
Mit Spinnweben und Vogelsang
dreht es sich um den Leierklang.

Und dann und dann, und dann und wann,
spielt viel zu lang der Leiermann.
Er dreht die Leier früh bis spät,
bis ihm der Wind den Klang verweht.

2
Und dann und dann, und dann und wann,
lässt irgendwer den Wind herein.
Der Klang verklingt im Zimmer drin,
doch eine Harfe fängt ihn ein.

Und dann und dann, und dann und wann,
spielt ein Harfe ganz allein.
Und wie ein Geist, die Harfenfrau
erscheint im Mondlicht, alt und grau.

Und dann und dann, und dann und wann,
zupft sie nocheimal diesen Klang,
verwebt ihn mit ihrem Gesang,
es schwebt hinaus ein Geisterklang.

3
Und dann und dann, und dann und wann,
durch Häuserschluchten hallt entlang
der Harfenseufzer dieser Nacht,
durch Träume, bis der Tag erwacht.

Und dann und dann, und dann und wann,
hat einen Traum der Leiermann.
Er fertigt eine Rolle an
und setzt sie in die Leier ein.

Und dann und dann, und dann und wann,
erklingt das neue Lied sodann,
das Harfenseufzerlied genannt,
so schön dass es bald jeder kennt.

4
Und dann und dann, und dann und wann,
fängt mancher nachzudenken an,
erinnert sich an gute Zeit,
vor all der Menschen Geiz und Neid.

Und dann und dann, und dann und wann,
wird einmal wieder es so sein.
Die Harfenfrau wird wieder jung,
und singt uns ihre Melodien.

Und dann und dann, und dann und wann,
erhält die Leier bis dahin
die Hoffnung uns mit wachem Sinn
und neuen alten Melodien.


Fritz Ritzberger
September 2007