MARIA VILL
geboren 1956 in Lienz
seit 1991 ausschließlich
Arbeiten mit dem Buchstaben A
EINZELAUSSTELLUNGEN:
1997 Galerie Orms /
Innsbruck (Malerei) (Katalog)
2000 Kunstpavillon / Innsbruck
Städt. Galerie /
Lienz
2001 InnGalerie / Kufstein
2002 Galerie Lindner /
Wien
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
(Auswahl):
1994 Galerie Commelin
/ Amsterdam
1997 Art Frankfurt
Art Zürich
1998 Neue Mitglieder,
Kunstpavillon / Innsbruck
editions of art / Innsbruck
1999 editions of art / Innsbruck
Oratio pro Domo / Amsterdam
2000 Mit dem A in das
Jahr 2000; Museum Modern Art / Hünfeld, BRD
Kunst im Büro / Innsbruck
Tirol 2000 / Universität Innsbruck
Heiinz Gappmayr schreibt
in dem anläßlich zur Ausstellung erscheinenden Katalog:
Die Zeichnungen von
Maria Vill sind nicht Skizzen oder Vorstufen für ihre Acrylbilder, sondern
eigenständige Werke,
Resultate ihres Bestrebens nach einer optimalen Reduktion der Mittel. Sichtbar
werden dabei neue Aspekte
ihres künstlerischen Konzepts. Das Versal-A tritt als sprachliches Zeichen
etwas zurück, doch
bestimmt es unabhängig davon als kompositorische Grundform dennoch die
Bildstruktur. Im Unterschied
zu den klar abgegrenzten Bildern in Acryl geht es der Künstlerin bei
ihren
Bleistiftzeichnungen vor
allem um den Übergang von Sichtbarem ins Offene des Umraums. Das A,
losgelöst von seinen
Funktionen, ist formal von größter Variabilität. Durch die
Signifikanz seiner
Konstruktion eignet es
sich in besonderer Weise als Thema für Veränderungen. Die Entfernung
von der
ursprünglichen Form
bestimmt die Qualität der Werke von Maria Vill. Charakteristisch für
die
Zeichnungen ist die Verfremdung
des Buchstabens bis zur Verselbständigung der Strukturen. Zu den
konstitutiven Eigenschaften
des konventionellen Zeichens für den ersten Buchstaben des Alphabets
gehören die pyramidale
Form und im Kontrast dazu der Querbalken. In manchen Zeichnungen Vills gibt
es davon nur noch Anklänge,
Fragmente und Schatten. Verlassen wird die sprachliche Funktion des
Zeichens, hervorgehoben
wird die künstlerisch relevante Struktur der Form durch Akzentuierung
von
Details oder durch Weglassen
wesentlicher Teile des Buchstabens. Dieser setzt sich nicht von der
Fläche ab, sondern
wird eins mit dem Bildraum. Zum Verständnis der künstlerischen Intentionen
Maria
Vills ist gerade dieser
Umstand wichtig. Die Entgrenzung des Sichtbaren ins Unendliche korrespondiert
mit der kristallinen Form
des Buchstabens. Die Voraussetzungen dieser Zeichnungen, die im Katalog in
Originalgröße
abgebildet sind, zielen auf Immaterialität. Die Wirklichkeit des leeren
Raumes wird erfaßt
erst durch die Zurücknahme
und das Verschwinden des in zartesten Schraffuren Wahrnehmbaren, aber
nicht abstrakt, sondern
in jeweils bestimmten unaustauschbaren Formen, die sich auf den Anfang des
Alphabets beziehen. Das
durch Konventionen geprägte Zeichen, das für besondere Inhalte auch
alleine
stehen könnte, im
allgemeinen aber nur in der Reihung mit anderen Schriftzeichen, je nach der
Zugehörigkeit zu
einer bestimmten Sprache komplexe Informationen vermittelt, ist in wechselnder
Deutlichkeit präsent.
Selbst dort, wo es ohne Kontext kaum mehr zu erkennen ist, verweist die Struktur
doch auf die Herkunft
des Buchstabens. Dies unterscheidet die Zeichnungen und Bilder der Künstlerin
von gegenstandslosen Arbeiten,
die sich nur auf bildimmanente Farben, Tonwerte und Proportionen
beziehen.
o.T., Bleistift auf Papier,
21 x 21 cm, 1999
o.T., Acryl auf Leinwand,
60 x 60 cm, 1999
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