Joseph Kyselak Biographische Fakten:
Ehemaliger Aufbewahrungsort der wichtigsten Archivalien zur beruflichen Laufbahn von Joseph Kyselak. Hier war Franz Grillparzer ab 1848 Direktor.
1799, Dezember: Joseph Kyselak wird geboren als erster Sohn von Joseph und Josephine Kyselak; der Vater arbeitet bei der k.k. Privat-, Familien- und Vitikalfondskassenoberdirektion.
1811- 1816: Besuch des Gymnasiums zu den Piaristen in Wien-Josefstadt, gemeinsam mit seinem um ein Jahr jüngeren Bruder Wilhelm. Das Zeugnis von 1811 weist ihn als 12 Jahre alt aus. Joseph absolviert die vier Grammatikal-Klassen und zwei Humanitätsklassen.
1816 - ca. 1817: Inskribiert an der Universität Wien, Fachrichtung Philosophie, zeitgleich mit Johann Nestroy.
1818, 8. Juni: Kyselak arbeitet als unbeeideter Praktikant bei der k.k. Privat-, Familien- und Vitikalfondskassenoberdirektion.
1819, 1. Dezember: Kyselak wird eben daselbst als beeideter Praktikant angestellt.
1823, Dezember: Aufgrund des Umstandes, dass sein Vater der gleichen Behörde dient, wird Kyselak als Praktikant zur k.k. allgemeinen Hofkammer übersetzt.
1825, 4. Februar: Tod des Accessisten Schwarz. Kyselak bewirbt sich offenbar nicht rechtzeitig um den freigewordenen Posten.
1825, 26. Mai: Kyselak sucht um die Stelle als Accessist an, und begründet in den Punkten a-f weshalb er darauf Anspruch hätte.
1825, 25. Juni: Kyselak erhält eine abschlägige Antwort. Die Begründung der k.k. Magistrats=Ober=Direkzion bestätigt dem Bittsteller zwar 'sehr vielen Fleiß, genaue Aufmerksamkeit und regen Eifer zur Erlernung der Manipulation', kann entgegen Kyselaks eigenen Angaben jedoch keinen Vorteil gegenüber den anderen 3 Bewerbern erkennen. Er möge sich vielmehr in die Manipulation der Registratur erst richtig einarbeiten - wozu er bisher wegen Verwendung zu untergeordneten Tätigkeiten in diversen Bureaus noch nicht gekommen war - und ausserdem tüchtig fremde Sprachen erlernen. Darüberhinaus wäre es den anderen Bewerbern nicht zumutbar, weiterhin jahrelang ohne Entgelt ihren Dienst zu versehen.
Cameralakten im alten Hofkammerarchiv1825, 12. August - Oktober: Kyselak unternimmt eine Fussreise.
1825, Dezember: Kyselak wird zum Registratursaccessisten befördert.
1826, Jänner: Kyselak wird von der Bureau=Dienstleistung (als Praktikant) enthoben.
1826, Februar: Kyselaks Beförderung wird Seiner kaiserlichen Hoheit Franz II./I. angezeigt.
1828, Juli: Kyselak nimmt Urlaub.
1828, September: Urlaubsverlängerung.
1829, 20. Mai: Kyselak schließt das Nachwort zu seiner Reisebeschreibung ab.
1829, 1. Juni: Kyselak sendet ein Exemplar seines Buches an Erzherzog Carl. Er drückt seinen Wunsch nach Unterstützung für seine weiteren Veröffentlichungen aus.
1831, 16. September: Kyselak stirbt zuhause, Kirchberggasse 37 in Wien Spittelberg, an der Cholera. Er hinterläßt weder Frau noch Kinder, die Sperrs=Relation (eine Dokumentation der Hinterlassenschaft) unterzeichnen seine Mutter und sein Bruder Wilhelm.