Ich lebte einige Wochen in Teplitz, und versäumte nicht, die reizenden Umgebungen des Badeortes zu durchstreifen. An einem schönen Abend bestieg ich den Schloßberg; meine trunkenen Blicke schweiften über die schöne Gegend hin, und weilten bald auf den duftumhauchten Waldhöhen des Erzgebirges, auf dem Biliner Felsen oder der waldigen Boskopola, aus deren Waldkronen sich der Mileschauer Berg und der spitze Kletschenberg hoch in die blaue Luft hoben; bald ruhte das Auge auf dem fernen Silberband der Elbe bei Außig oder auf den zahlreichen Dörfern und Häusern in der Ebene. Als ich endlich den ermüdeten Blick vom Abendrot geblendet, auf die Burgtrümmer des Schloßberges wandte, fiel mir ein Name auf der mit kolossalen schwarzen Buchstaben hoch auf die gelblich weiße Mauer gemalt war; ich las: I. KYSELAK, 1828. (...) Man erzählte mir, daß dies der Name eines jungen Handlungsdieners aus Pommern sei, der durch einen bedeutenden Lotteriegewinn in den Stand gesetzt wurde, seiner Reiselust zu folgen.
Eduard Ferrand, Ein neuer Ueberall und Nirgends, 1845.
Schon zu Lebzeiten soll Kyselak eine Legende gewesen sein doch bei weitem nicht alles, was über ihn geschrieben wurde, stimmt so und auch Bilder wollen sorgfältig geprüft sein! Zu den Geschichten, die sich die literarische Welt über ihn erzählte, kamen bald Illustrationen und Karikaturen hinzu. Noch heute finden sich Nachahmungen, Hommagen und Fälschungen nicht zuletzt im internet.
Literatur zu Joseph Kyselak
(kursiver Text führt zu Beiträgen online)
Die Wiener Bevölkerung hat Kyselak immer verehrt.
- Mella WALDSTEIN, Spurensuche: Kyselak war da, in: Wachau Magazin 2010, Reisen in einer der schönsten Kultur-Landschaften Europas.
- Peter LANDERL, Fundstück: Joseph Kyselaks "Skizzen einer Fußreise durch Österreich."in: Wiener Zeitung vom 8. August 2009
- Monika THEES, Kyselak war hier! Journal einer Fußwanderung durch Österreich, in: Die Berliner Literaturkritik, 21. Juli 2009
- Richard SCHWARZ, Review in: The Gap online 097
- Peter AUTENGRUBER, Hinweis in: Bücherschau 2009/02.
- Reinhard EHGARTNER, Hinweis in: bn Bibliotheksnachrichten 2009/2.
- Wolfgang SORGO, Nachgelesen: Sommertage in Österreich, in: umwelt und bildung 2/2009
- (qet) Gezeichnet: Kyselak, in: Neue Zürcher Zeitung, 9. Juli 2009.
- (red) Graffiti im Hochgebirge, in: DerStandard, 17. Juni 2009.
- Klaus KASTBERGER, Zu Fuss von Wand zu Wand, in: booklet zur Nr. 23 von Die Furche, 4. Juni 2009.
- Christian SCHACHINGER, "Und schrob in den Kalk" Der unscheinbare Wiener Beamte Joseph Kyselak erfand während romantisch bewegter Fußreisen durch Österreich die Graffitikunst, in: DerStandard, 12. Mai 2009
- (red) Ein Meister des Graffiti, in: Niederösterreichische Nachrichten, Woche 19/2009.
- Thomas NORTHOFF, Ein Pilger im Entlegenen. Graffito-Vorreiter Joseph Kyselak reiste durch Bayern, Österreich, Steiermark und Wien", in: Augustin Nr. 252, 6. - 19. Mai 2009.
- Edgar SCHÜTZ, "Prangt der Name Kyselak" - Erinnerungen an den Urahn des Graffiti, in: Kleine Zeitung, 8. April 2009.
- Wolfgang PATERNO, Gezeichnet: K., in: profil 14, 30. März 2009.
- Johannes VÖTTER, Historischer Graffiti-Künstler, in: Zett am Sonntag, 8. März 2009.
- Karl und Fritzi LUKAN, Heiliges und Wundersames. Unterwegs zu außergewöhnlichen Plätzen in Österreich, Wien 2008.
- Heinrich STEINFEST, Gebrauchsanweisung für Österreich, Piper 2008, S. 102ff.
- Karin KRICHMAYR, Tag, Kyselak mein Name, in: DerStandard, 16. August 2008.
- Rudi PALLA, Joseph Kyselak, Sonderling, in: Rudi Palla, Kurze Lebenslaeufe der Narren, 2008.
- Joseph GEPP, Graffiti in Zeiten der Cholera,in: Datum, Seiten der Zeit, Januar 2008, S. 72-75.
- Kurt SCHOLZ, Markierungen, in: Die Presse, 10. Dezember 2007
- Alois BRANDSTETTER, Ein Vandale ist kein Hunne, Residenz Verlag 2007.
- Gerhard STAGUHN, Vom Pinsel getrieben. Wie der Wiener Registratur-Accessist Joseph Kyselak zum Urvater des modernen Graffito wurde,in: Die Zeit, 4. 4. 2007 Nr. 15.
- Rudolf LOEFFLER, "Tagebuch" vom 1. Oktober 2006, in: KronenZeitung.
- Lieselotte JONTES, Reiselust: Vom Reisen in alter und neuer Zeit, Ausstellung der Bibliothek der Montanuniversität Leoben, Juni - September 2004, Leoben 2004
- Thomas NORTHOFF, Graffiti die Sprache an den Wänden, Dipl.-Arb. Univ. Wien 2003 (publ. 2005).
- Michael ROBIN, Kyselak was here. Scenes from a life, Tighnabruaich 2003.
- Reinhard EBNER, Karriere als Namenskritzler Leben und Legenden des "Logo-Künstlers" Joseph Kyselak, in: Wiener Zeitung, 9. August 2002.
- Alfred KÖLBEL, Der Urahn der Sprayer. Joseph Kyselak, in: Naturfreund. Zeitschrift der Naturfreunde Österreich Nr. 2/2002, S. 6f.
- Norbert SIEGL, Graffiti-Enzyklopädie: von Kyselak bis HipHop-Jam, Wien 2001.
- Hans Georg BEHR, Wege zum Ruhm, Ahnherr aller Sprayer: Joseph Kyselak, k.k. Autogrammist, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, II, 15. Jänner 2000.
- Ulrich HOLBEIN, Wie soll ich wissen, was Kyselak ist? Erinnerung an einen Siegeszug bis Kubistan, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. April 1999, S. 58.
- Otto RIEDEL, Josef Kyselak Ein Biedermeier Original besucht anno 1820 Perchtoldsdorf und verewigt sich am Turm, in: Perchtoldsdorfer Rundschau September 1996 S. 4-5.
- Wolfgang KOS, Kyselak und Kletschka oder wie man sich in die kollektive Erinnerung einschreibt, ohne ein ungewöhnliches Leben zu führen, in: Austria im Rosennetz / Wunderkammer Österreich. Ausst.-Kat., hg. von Peter NOEVER, Gesellschaft für Österreichische Kunst im MAK, Wien und Kunsthaus Zürich. Zürich, Wien und New York 1996, S. 135-147.
- Rudi PALLA, Kanzlist, entflammt, zwischen brennenden Girlanden, in: Die Presse /Spektrum No 14.440 (13./14. April 1996), S. II.
- Gerhard SCHIRMER, „…prangt der Name Kyselak“ Joseph Kyselak (1799 - 1831), in: Alpinmagazin Land der Berge NÖ Pressehaus (Hrsg. v. Österreichischen Tourismusclub) und Manuskript mit Nachbemerkung (s.u.) 1993, H1 S. 46f.
- Peter GLUCHI, Kyselak, Urahn der „Sprayer“, in: Wiener Zeitung (Extra), 17. Feb. 1989, S. 16.
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- KYSELAK / GEHMACHER, Zu Fuß durch Österreich (Skizzen einer Fußreise durch Österreich, Steyermark ..., [Ausz.]) Skizzen einer Wanderung nebst einer romantisch pittoresken Darstellung mehrerer Gebirgsgegenden u. Eisglätscher, unternommen im Jahre 1825 v. Joseph Kyselak, nachgegangen u. nachgedacht v. Ernst Gemacher, Molden 1982.
- Hermann GAIL, Herrn Kyselaks wundersame Reise, in: Sonderbeilage zur Die Presse "Zeichen der Zeit" No 9992 (11./12. Juli 1981), S. III.
- Richard WALL, Wandmalereien im öffentlichen Raum. (Dipl.-Arbeit, Hochschule f. künstlerische Gestaltung, Linz) Linz 1980.
- Hermann K. STUPPÄCK, ...prangt der Name Kyselak,in: Volksstimme No 289 (12.Dez. 1980) S. 16.
- Herbert ROSENDORFER, Keine Spur von Kyselack, in: Kärnten - MERIAN - Das Monatsheft der Städte und Landschaften. Jg. 23 - XXIII, 1970.
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- Karl LUKAN, Unterwegs in Österreich, Wien 1961.
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- N.N., Einer, der unbedingt berühmt werden wollte: Wer war Kyselak?/ Der Reisende aus Wien mit dem Farbtopf, in: Kleine Wiener Kriegszeitung, 20.3.1945 S. 3.
- Heinrich LANGMAACK, Humor im Amt, Berlin 1944.
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- Rudolf STROBL, Ein Alt-Wiener Original. Der erste österreichische Tourist, in: Reichspost (1923), (Zeitungsausschnitt o. w. Angaben).
- Adolf SCHMIEGER, Ein Wiener Tourist vor hundert Jahren, in: Neues Wiener Journal (23. 10. 1922) Nr. 10393, S. 3f.
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- KYSELAK Joseph, J. K. RATISLAV (Hg.), Herrn Kyselaks Alpenreise, unternommen im Jahre 1825. Wien (usw.) = Romantik der Weltliteratur (hrsg. v. Franz Karl Ginzkey) Wien Berlin Leipzig München Rikola Verlag 1922.
- Hans REIMANN, KIESELACK, in: Simplicissimus, Jg. 24, Heft 22, S. 295.
- Ignaz HORNITSCHEK, Kyselak. Reminiszenzen und Nachklänge an dessen Leben, in: Mitteilungen der Sektion Wienerwald des Öst. Touristenklubs, Jg 16 (1901) No 11 S. 74 - 76 und No 12 S. 82 - 84.
- Emile Mario VACANO, Die Reise des Herrn Kyselack, in: Vogls Volkskalender, (1886), S. 87- 109.
- Constant von WURZBACH, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich: [enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben], 1881. Hier klicken und Wurzbachs Lexikon online lesen!
- Joseph Victor von SCHEFFEL, Gaudeamus! Lieder aus dem Engeren und Weiteren, Stuttgart 1868.
- Adolph BÄUERLE, (Pseud. Otto HORN), Wien, wie es war, in: Wiener Conversationsblatt, Jg. 49 (1855).
- Robert HELLER, Kyselak. Eine Unsterblichkeit des 19. Jahrhunderts, in: Sächsischer Volkskalender auf das Jahr 1847.
- Eduard FERRAND, Ein neuer Ueberall und Nirgends, (J. Kyselac 1828), in: Moderne Reliquien (Berlin 1845) Hg. v. Arthur Müller. 2. Bd. S. 301-313.