| 1.6.1 Gliederung
Die folgende Darstellung
der Pflanzen- und Tierwelt dieser Region soll lediglich einen
kurzen Überblick geben, da eine umfassende Ausarbeitung
den Rahmen dieser FBA um vieles sprengen würde.
Österreich ist in vieler Hinsicht ein artenreiches Land.
Aufgrund der so zentralen Lage finden sich hier nämlich
die Ausbreitungsgrenzen der mediterranen (südlichen),
atlantischen (westlichen), pontischen (südöstlichen)
und borealen (nordöstlichen) Arten. Dazu kommen aufgrund
der Höhenlage subalpine und alpine Arten, von denen viele
außerhalb der Alpen im arktischen Raum verbreitet sind.
Nach dieser Einteilung liegt das Waldviertel am Übergang
vom pannonischen Donautal zum baltischen Gebiet im Norden.
Neben den europäischen überwiegen die borealen Arten.
Einzelne alpine Arten, sowohl aus der Pflanzen- als auch aus
der Tierwelt, kommen im Waldviertel auch vor, und werden als
sogenannte "präalpine Elemente" bezeichnet.
Zur genaueren Einteilung der Vegetation wird die Landschaft
nach Werneck in Höhenstufen geteilt. Diese sind natürlich
nur Richtlinien, da sie sich aufgrund der Bodenverhältnisse
und der geographischen Lage verschieben lassen.
o Die unterste Stufe wird
durch Ebenen und Hügel bis ca. 400m gekennzeichnet. Sie
nimmt den größten Teil der Pannonischen Tiefebene,
aber auch des Donaubeckens ein. Hier gedeihen wärmeliebende,
anspruchsvolle Arten. Die natürliche Vegetation der Eichen-Hainbuchen-Wälder
ist meist dem Ackerland zum Opfer gefallen.
o Die nächste Stufe
bildet die submontane, bis ca. 600, maximal 800m. Hier löst
die Rotbuche immer mehr die Hainbuche ab. Auf trockenen Hängen
und Felskuppen kann diese wiederum von der Rotföhre ersetzt
werden.
o Darüber breitet sich bis in etwa 1400m die montane
Stufe oder Bergstufe aus. Boreale Rotbuchen-Tannen-Fichten-Wälder
bilden hier die natürliche Vegetation, in der Kulturlandschaft
geht der Ackeranteil zugunsten des Grünlandanteils zurück.
o In der anschließenden subalpinen Stufe nimmt der Anteil
an Fichten mit der Höhenlage immer mehr zu. Sie bildet
hier - zusammen mit der Lärche - die Waldgrenze, und
steigt oft bis zur Baumgrenze auf.
o Darüber folgt im Gebirge nur noch die alpine Stufe
mit alpinen Matten und Zwergsträuchern.
Das südliche Waldviertel
liegt dabei größtenteils in der submontanen und
montanen Stufe. Buchenmischwälder würden demnach
also die natürliche Vegetation dominieren.
1.6.2 Wälder und
Gehölz
Die natürliche Waldform
beherbergt üblicherweise Buchenmischwälder, in denen
auch Tannen, Bergahorn und Esche bzw. Fichte vertreten sind.
Bei Ysper, um St.Oswald und Dorfstetten gibt es zudem noch
größere Bestände an Tannen. In wärmeren
Lagen zum Donautal hin mischen sich in die Buchenwälder
wärmeliebende Arten wie Eichen und Hainbuchen. Diese
ursprünglich natürlichen Formen des Waldteppichs
sind aber oftmals der Forst- oder Grünlandnutzung zum
Opfer gefallen.
Charakteristisch für dieses Gebiet sind auch Schluchtwälder,
Grabenwälder und Auwälder. In den Monokulturen herrschen
Fichtenforste und Kiefernwälder vor.
Luftschadstoffe und Wanderer
haben aber auch hier ihre Spuren hinterlassen. 1984 wurden
60% der Waldfläche am Ostrong als geschädigt ausgewiesen.
Ursachen dafür sind die Höhenlage, weil die Luft
der vorherrschenden Westwinde "gefiltert" wird,
und die in bestimmten Höhen häufigen Nebel, die
die Luftschadstoffe lösen und niederschlagen.
1.6.3 Grünland
Die große Vielfalt der Bodenverhältnisse
im Südlichen Waldviertel geht auf die unterschiedlichen
Lebensbedingungen, wie Landschaftsformen, Böden und Feuchtigkeitsverhältnisse,
zurück. Der Mensch hat einerseits durch Rodung und Bewirtschaftung
die Vielfalt der Kulturlandschaft geschaffen, ist aber in
den letzten Jahrzehnten durch Rationalisierung und Mechanisierung
dabei, sie wieder zu zerstören.
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