| |
Bedingt durch die starken klimatischen
Schwankungen wird das Südliche Waldviertel einhellig als landwirtschaftlicher
Ungunstraum gesehen. Diese Bemerkung ist aber auch in sehr engem Konnex
mit den bereits erwähnten ungünstigen Bodenverhältnissen
zu sehen. Dennoch - durch geschicktes Hantieren mit der Fruchtfolge
und etwas Gespür für die Region ist es offenbar trotzdem
möglich, sich hier sein Überleben als Landwirt auf die ein
oder andere Weise zu sichern. Durch den alljährlichen Fruchtwechsel
auf den Feldern werden dem Boden nicht zu viele Nährstoffe entzogen,
ohne ihm eine Ruhepause zu gönnen. Es besteht die Möglichkeit
der kontinuierlichen Regeneration. Der Bauer hat also die Möglichkeit,
mit möglichst geringem Aufwand seinen Ertrag zu sichern, indem
er versucht, ein halbwegs intaktes Ökosystem aufrechtzuerhalten.
Zu den im Raum Nochilinga bedeutenden Fruchtfolgeformen zählen
vor allem Felderwirtschaften. Freie Fruchtfolgen gibt es - auch aufgrund
der seit 1995 bestehenden EU-Bestimmungen - kaum mehr. Die am häufigsten
hier auftauchenden Formen sind die Drei- oder Vierfelderwirtschaft
bei der, je nach Anzahl der Halmfrüchte, jedes Jahr eine Blattfrucht
und zwei bis drei unterschiedliche Halmfrüchte abwechseln.
Durch jahrelange Erfahrung in der Bewirtschaftung ihrer Felder haben
die Bauern im Laufe der Jahre Erkenntnisse gesammelt, deren biotechnologische
Hintergründe erst in den letzten Jahrzehnten begreiflich wurden.
|
|