In diesem Punkt möchte ich nun ein wenig auf die in Punkt 4.1.2 erwähnten Interviews mit Landwirten der Gemeinde St.Oswald vorausgreifen. Im Zuge der Befragung zur betrieblichen Computernutzung gingen wir auch auf die persönliche Ansicht der Zukunft der Landwirtschaft in dieser Region ein. Die einzelnen Auffassungen der Befragten über die Zukunft der Landwirtschaft im Südlichen Waldviertel differenzieren ziemlich stark. Die Mehrheit jedoch sieht durch die bevorstehende Osterweiterung und die dadurch entstehende größere Konkurrenz eine eindeutige Belastung für den eigenen Absatz. Zur Kompensation halten es 67% der Befragten langfristig für notwendig, entsprechende betriebliche Änderungen zur qualitativ hochwertigeren Produktion durchzuführen. 22% wollen billigere Produktionsmethoden anstreben, um dem Preisdruck entgegenzuwirken, 11% halten Änderungen momentan nicht für notwendig.
Die intensive Landwirtschaft kann in den Augen der meisten gegenüber der extensiven nicht mehr lange bestehen. Diese Problematik wird nicht nur durch den bevorstehenden Konkurrenzanstieg durch die Osterweiterung, sondern auch durch die strenge Milchkontingentierung hervorgerufen, die Österreich im Vergleich zu vielen anderen EU-Staaten bereits jetzt Nachteile einräumen. 65.000 österreichische Molkerei-Zulieferer haben im Vergleich zu knapp 10.000 dänischen nur etwas mehr als die Hälfte des Milchkontingents zur Verfügung.
Auch die vielen Hänge und Leiten im Südlichen Waldviertel stellen ein Problem für die effiziente Nutzung der Flächen dar. In einer Bergbauernregion wie dieser ist die Wirtschaftsweise teurer und arbeitsaufwändiger, als im Flachland. Aus diesem Grund scheint es unumgänglich, die Bergbauernlandwirtschaft weiterhin zu fördern, um die bisherigen Strukturen aufrechtzuerhalten. Ansonsten müsste man mit einer Verlagerung der Landwirtschaft in die Gunstlagen rechnen.