SILVIA HEIMADER | texte  

 

 






   
























 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

„Lost in Nature“
Anmerkungen zu meiner Ausstellung im „Goldmund“ im Dezember 2005

…. verloren, verirrt und vertieft.

Nichts schien mir nahe liegender als eine Ausstellung zum Thema Natur. Als Großstädterin (und am Land Aufgewachsene) verfolgt mich die Sehnsucht nach möglichst unberührtem Grün. Und als Malerin liefert mir die Natur Anregungen, Formen und Farben. Bilder zum Thema hätte ich zur Genüge gemalt, dachte ich mir. Ich müsste sie bloß ordnen.

Und dann habe ich mich verirrt - in einer Vielzahl von Fragestellungen: Was ist das - „die Natur“? Welche malerischen Annäherungen sollte ich in Betracht ziehen? Die gestische Simulation eines Gestrüpps? Die meditative Annäherung an eine Fenchelknolle? Die – beinahe – mimetische Darstellung einer von einem Auto totgefahrenen Eidechse? Und am Rande gestreift noch die Frage: was ist die Natur des Menschen? Oder speziell die der Frau?

Und dann das Romantikproblem. Natur und Naturschwärmerei. Tiefstes 19. Jahrhundert. Ein peinliches und ideologiebesetztes Thema. Die Trennung von der Natur ist vermutlich die Vorraussetzung dafür, sie schön zu finden. Dieser ästhetisierende Zugang ist mir - neben vielen anderen – nicht fremd, auch nicht die Methode, die Natur als Spiegel der Seele zu gebrauchen. 

Manchen Romantikern erschien das Fragmentarische, Unfertige die geeignete Form für ihre Werke. Finde ich sympathisch. Über vielen Kunstwerken der Romantik schwebt außerdem die Ironie, das große Gelächter, das sich ergibt, wenn man die großen Fragen mit den kleinen, endlichen Bemühungen menschlicher Wesen konfrontiert. Auch sympathisch. 

Also doch eine romantische Ausstellung?

Am Schluss zumindest eine Erkenntnis: Ein Irrgarten kann auch eine schöne Spielwiese sein.

Silvia Heimader (2005)

                                        














      


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