SILVIA HEIMADER | texte  

 


 






   

















 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

We are such stuff as dreams are made on, and our little life is rounded with a sleep.
(W. Shakespeare: The Tempest)


Über die grenze und wieder zurück.
Anmerkungen zur ausstellung "endless daydreams II"

In der bilderserie „am meer“, die in dieser ausstellung zentral ist, setze ich mich mit dem konzept „räumlichkeit“ auseinander und versuche, dessen grenzen und qualitäten für mich auszuloten: wieweit kann ich die mittel der räumlichen illusion reduzieren, um ein bild  gerade noch als imaginären raum, als landschaftsbild oder als mikroteil der äußeren realität erscheinen zu lassen? Welche rolle spielt der bildtitel als semantisches bezugssystem? Und vor allem: welche stärken haben diese virtuellen räume?

Alle bilder der serie „am meer“ befinden sich im grenzbereich der räumlichen wahrnehmung. Als ergebnis der versuchsanordnung kann gelten: je weniger  der illusionscharakter gewahrt werden kann, desto mehr tritt die malerei in ihrer materialität in den mittelpunkt. Der gestus des farbauftrags, die verwendeten materialien gewinnen eine stärker bedeutungstragende position. 

Am deutlichsten wird dies bei der bilderserie „pinselspuren“. Hier hört der betrachter auf, parallele streifen als landschaftkürzel zu rezipieren. Dafür richtet sich der fokus auf jene mittel der malerei, die sonst ein ästhetisches schattendasein führen: die leinwand, der gestus des farbauftrags, die qualität des pinselstrichs. Ich lade auch dazu ein, an diesem bild zu schnuppern. Die grundierte leinwand riecht hervorragend.

Ich möchte  aber den künstlichen raum als möglichkeit von malerei nicht missen. Diese illusionären räume laden ein zur versenkung, sie sind frei von manipulativen botschaften, und sie bilden einen kontrapunkt zur verwechselbaren flut scheinbar realitätsnaher elektronischer und digitaler bilder. In diesen spröden räumen können die betrachter sich selbst begegnen – denn schließlich sind SIE ja der stoff, aus dem die träume sind.

Silvia Heimader (2007)

                                        















 

 

      

 


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