Der Name POHL
Der Familienname POHL: Nach den gängigen Namenbüchern gibt es vier
Möglichkeiten.
(1) Niederdeutscher Wohnstättenname zu
niederdeutsch Pohl, Puhl (= englisch pool, hochdeutsch Pfuhl)
„Pfuhl, mit Wasser gefüllte Vertiefung, Tümpel; stehendes Wasser; Schlamm“,
also „der am Pohl bzw. Puhl wohnt“.
(2) Herkunftsname aus einer Ortschaft namens Pohl, deren
es mehrere gibt, in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen,
Hessen, Rheinland-Pfalz (in Österreich gibt es keine), also „wer aus Pohl
stammt“.
(3) Zusammenhang mit dem (Staats- bzw. Volks-) Namen Polen,
sei es, dass man von dort stammt, sei es, dass man mit Polen nähere
Beziehungen (v.a. Handel) hat.
(4) Variante zum Vornamen Paul, wie auch Pohle, Pahl
usw.
Anmerkung zu (1) und (2): im Süden des deutschen Sprachgebietes sind
Wohnstätten- und Herkunftsnamen meist mit der Endung -er gebildet;
dieses wird, je weiter man nach Norden kommt, immer seltener und fehlt schließlich
gänzlich. Es ist anzunehmen, dass eine Pohl genannte Person ursprünglich
aus Pohl, am Pohl o.ä. geheißen hat. Als der Familienname „fest“
wurde, fiel die Präposition weg.
Der Name kommt (als Telefoneintrag) in Deutschland ca. 17.500× vor (am
häufigsten in Berlin, Hannover, Hamburg, Köln und München), in Österreich 725×
(v.a. Wien und Tirol).
Der Ortsname POHL: Dieser Name kommt in den deutschen Bundesländern
Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz
vor. In Österreich gibt es heute keinen solchen Namen, es gab ihn aber einst
(im alten Österreich) in Mähren (heute Tschechische Republik): Pohl,
tschechisch Polom (bei Bölten/Bělotin, ehem. Gerichtsbezirk
Mährisch Weißkirchen/Hranice). Daneben gibt es Pohle (Niedersachsen), Pohlen
(Thüringen) und Pohla (Sachsen), weiters Pohlitz (Brandenburg,
Thüringen), Pohlbach (Rheinland-Pfalz), Pohlstadt und Pohlhausen
(beide Nordrhein-Westfalen).
Auch dieser Name lässt mehrere Deutungen zu, die interessanteste ist
wohl die von Pohl in Rheinland-Pfalz, am
römischen Limes gelegen:
Dieser leitet sich – als einer der ganz wenigen Ortsnamen an der alten
römisch-germanischen Grenze – direkt vom „Pfahlgraben“ ab. Reste dieser
einstmals gewaltigen Grenzbefestigung zwischen Rhein und Donau, die vor rund
1800 Jahren über 550 km hinweg mit Palisadengraben bzw. Mauern und etwa 1000
Wachttürmen das römische Gebiet gegen germanische Übergriffe schützen sollte,
sind noch heute in der Pohler Gemarkung gut erkennbar. In dem Wort Pohl
ist noch heute ein Dialektwort für „Pfahl“ erkennbar. Wenn jemand einen Zaun um
seinen Garten zieht und zu dessen Befestigung ein Pfahl oder Pfosten anbringt,
so sagt man noch heute in der aussterbenden nassauischen Mundart e schleet
en Pohl en.. „er schlägt einen Pfahl ein“. Die Schreibweise des Ortsnamens
war schwankend: z.B „Palo“ (Anfang 13. Jhdt), „Pale“ (1260), „Phale“ (1448),
„Pfohl“ (1560), „Pohl“ (1710), seit 1770 hat sich die heutige Schreibweise
„Pohl“ durchgesetzt (Quelle: Homepage der Gemeinde Pohl; wer die
Gemeinde POHL kennenlernen will, der gehe zu http://www.gemeinde-pohl.de/
– der Besuch auf dieser Seite lohnt sich!).
Die
niederdeutschen Ortschaften namens Pohl dürften wohl auf niederdeutsch Pohl,
Puhl (= englisch pool, hochdeutsch Pfuhl) „Pfuhl, mit
Wasser gefüllte Vertiefung, Tümpel; stehendes Wasser; Schlamm“ zurückgehen, im
einst slawischen Gebiet (also in Brandenburg, Sachsen, Thüringen) dürfen wir
eher ein slawisches polje „(offenes) Feld, Ebene“ erblicken, worauf auch
der Name der Polen beruht. Das mährische Pohl
leitet sich von tschechisch polom "Windbruch" her.
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