Alt aber gut!

Der Schachjünger.

Das Schlimmste ist ein begeisterter Schachspieler, der nicht Schach spielen kann. Ja und genau so ein Schachjünger kam mit jedem seiner Partienformulare zum Meister, um diesem seine Kunstwerke zu zeigen. Der Meister war verzweifelt.
Er wollte den jungen Mann nicht kränken, aber mit der Zeit, wurde dieser unerträglich. Und so kam es wie es kommen musste. Eines Tages klopfte der Schachjünger wieder an die Tür des Meisters und dessen Gattin öffnete und sagte: „Der Meister ist leider nicht zu Hause“ „Aber ich habe ihn doch durch das Fenster gesehen“, erwiderte der Schachjünger. Die Frau nickte zustimmend und meinte: “Er Sie auch!

Die schönsten Stunden des Lebens.

Zwei Freundinnen treffen einander.

Lauter Egoisten.

Die Schachspieler sind alle Egoisten, jeder denkt nur an sich. Der einzige, der an mich denkt, bin ich.

Zawas?

In Kaffeehaus wird fleißig analysiert. Der Bezirksmeister doziert Schach. Er fragt: „Zawas haben‘s mit den Randbauern gezogen?“ Die Frau Doktor, die daneben sitzt verbessert ihn: „ Das heißt wozu!“. Unbeirrt setzt er fort: „Und zawas haben’s jetzt den gut stehenden Läufer getauscht?“. Die Frau Doktor verbessert wieder: „ Das heißt wozu!“. Die Partieanalyse geht weiter: „Zawas spielen’s jetzt den Springer an den Rand?“. Die Frau Doktor, sagt nochmals: „ Das heißt wozu!“. Jetzt reicht es aber den Bezirksmeister, er wendet sich der Frau Doktor zu und meint: „Zawas sagen Sie immer wozu?“.

Die Verwechslung.

Der zerstreute Herr Professor.

Bitte dürfen wir die Trainingspartien bis zum Matt ausspielen!? Gut, aber keinen Zug länger!

Oh lala!

Verkäufer: „Diese handgeschnitzte Schachgarnitur ist wirklich etwas für Liebhaber“. Käuferin: „Das mag schon sein, aber diesmal suche ich etwas für meinen Mann!“

Die Idee.

Im Namen der Ehre.

Unser Wiener Schachoriginal Karl Barczyczyn sitzt im Café Museum und wartet auf ein Haserl. Tatsächlich kommt eines zur Tür herein und sucht einen Partner. „Barczy“ schlägt ihm die Partie um 10 ÖS mit Kontra vor. Doch der Ankömmling meint: „Ich spiele nur um die Ehre!“. Darauf „Barczy“: „Um so hohe Einsätze wird hier nicht gespielt!“.

Zwei Wünsche.

Im Leben.

Das gleiche, ist nicht dasselbe.

Man wundert sich über das Kombinationsvermögen mancher Leute, während man sich über das Kombinationsvermögen anderer nur wundern kann.

Der Schach-Gruß.

Empfiehl mich Caissa - Du mich auch!

Der Nachwuchs.

Bewerbungsgespräch.

Obmann: Wir suchen dynamische Spieler, die nie müde werden, keinen Weg scheuen und sich die Fahrtkosten selbst zahlen“. Bewerber: „Dann werden Sie mich brauchen - ich helfe Ihnen suchen!“

Ja, ja, die Senioren.

Beim Seniorenturnier treffen sich zwei Spieler. Sagt der Erste: Schön, dass wir uns wieder treffen leider vergesse ich schon alles. Sagst du mir deinen Namen, denn jetzt weiß ich nicht mehr wie du heißt. - Das macht doch nichts, meint der zweite, mir geht es genau so - bis wann willst du ihn wissen?

Schach im Mexiko.

Im Saloon erschießt ein Mexikaner seinen Schachpartner. Als der Sheriff fragt, warum er das getan hätte, antwortet der Mexikaner: „Er sagte, zieh zu mir!“

Blind.

Die Brillen.

Der Unterschied.

Ja, ja der Kaffee.

Hinten anstellen.

Das Frühstücksbuffet bei der Seniorenmeisterschaft war erstklassig. Es gab einen großen Andrang, daher stellte ich mich gleich in die erste Reihe. Ruft doch einer: „Hinten anstellen“. Aber ich habe ihm gleich geantwortet: „Geht nicht, da steht schon einer!“

Der Schachfreund.

Ein Freund ist ein Mensch, der dich mag, obwohl er dich kennt!

So ist es eben.

Einmal verlierst du und einmal gewinnt der andere.

Die Meisterin.

Keine Chance.

Die letzte Schachpartie.

Arbeiter und Künstler.

Sprüche.

Der Kassier.

Lieber Blödeleien.

Die Schachspieler sind auch nicht mehr so wie sie waren.

Eine Alte.

Étterem.

Verbandstag.

Die Zigeunerin.

Bei einem Turnier in Ungarn schickten mich die Schachfreunde zu einer alten Zigeunerin. Diese sprach deutsch, hörte und sah aber schon sehr schlecht. Dennoch wurde mir gesagt sie wäre eine echte Sensation. Sie stürzte sich sofort auf meine Hand und fing an am ganzen Körper zu zittern. Dann sagte sie: Ich sehe Schreckliches, sie werden getötet, ihnen wird die Haut abgezogen, dann werden sie zerstückelt und verspeist! Nachdem ich mich vom ersten Schreck erholt hatte - zog ich meine Schweinslederhandschuhe aus…

Am stillen Ort.

Rudi: Weißt Bobby, es gibt Schachspieler, die am WC die Partie analisieren. Als ich am Klosett war, stellet ich fest, dass ich mein kleines Eröffnungsbuch, wo auch die Variante enthalten war, die ich gerade spielte, eingesteckt hatte. Aber als Sportsmann habe ich natürlich nicht in das Buch geschaut.

Bobby: Sehr fair, aber hoffentlich hat es niemand gesehen!

Ich zähle bis drei.

- Nach einer verlorenen Partie kann ich nicht einschlafen
- Ich zähle bis drei und dann schlafe ich
- immer?
- nein, manches Mal wird es auch halb vier.

Wallers Evergreen.

Waller war immer für Humor, einige seiner bekannten Aussprüche und Anekdoten:

Früher war ich immer der Ansicht, der bessere soll gewinnen - heute genügt es mir, wenn ich gewinne!

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Einst wollte ich immer gut spielen, jetzt bin ich schon zufrieden, wenn der Gegner schlecht spielt!

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Je älter man wird um so mehr merkt man, dass man nicht mehr der Alte ist!

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Marilyn Monroe und viele andere, die mein Jahrgang sind, sehen nicht mehr so gut aus als ich!

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In meinem Alter gewann kein Weltmeister mehr Turnierpartien – ich gewinne sie noch.

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Der Nachteil, den ein Schach-Pensionist hat, ist, dass er von der Jugend nicht mehr anerkannt wird, weil er physisch nicht mehr durchhält.
Es zählt allein der Erfolg. Der Vorteil: wenn die ELO-Zahl ruiniert, dann spielt es sich ganz ungeniert.

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Bei der Wiener Stadtmeisterschaft 1964 wurde Waller von einem Zuseher gefragt: „Meister Waller, Sie haben einen Bauern weniger, war das ein geplantes Opfer oder haben Sie den Bauern eingestellt?“ Die Antwort kam prompt: „Das kann ich Ihnen jetzt noch nicht sagen - bitte fragen Sie mich nach der Partie!“.

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Seinerzeit bei den Turnieren in Pula musste der Spieler, der Weiß hatte, immer sein eigenes Brett und seine Uhr mitbringen. Waller spielte damals als Gast für Polizei Wien und hatte eine verlorene Stellung, aber die Klappe des Gegners drohte jeden Augenblick zu fallen. Als der Gegner schließlich doch noch über die Zeit kam und die Partie gewann, fragten man Waller, warum er beim Ziehen nicht mit aller Gewalt auf die Uhr geschlagen hätte? Die Antwort war ernüchternd: „Ich wollte die Uhr nicht kaputt machen, denn es war meine eigene!“.

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Ein Leser fragte ob es wahr ist, dass Meister Waller die oftmalige österreichische Tischtennis­meisterin Trude Prizzi bei einem Blindspiel-Vergleichskampf „Tischtennis-Schach“ zweimal geschlagen hat? Der Sage nach ja. Vor über 60 Jahren kam es - die Tischtennishalle war damals gleich neben dem legendären Café Alserhof - zu diesem Vergleichskampf, der wie folgt ablief: Beim Schach spielte Waller blind und Prizzi sagte wohin sie gezogen hatte. Beim Tischtennis spielte Prizzi blind und Waller sagte wohin er geschlagen hatte!

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Waller verriet auch das Geheimnis seiner Jugend.
Einmal sagte ein Arzt zu ihm: „Wenn Sie bei fremden Partien über die Spieler  weiterhin unpassenden Bemerkungen machen, werden Sie sicher nicht alt“. Ja und weil er es nicht lassen konnte blieb er jung (= er wurde nicht alt).

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Als Waller in den 60er Jahren eines seiner ersten Turniere in Jugoslawien spielte, fragten die Leute „Wer ist Valer?“. Waller hatte wie immer einem Gag bereit und er buchstabierte: V wie Vidmar, A wie Aljechin, L wie Lasker, E wie Euwe, R wie Rubinstein. Als er 30 Jahre später diese Geschichte als Witz erzählte, fragte ihm ein junger Schachspieler  „Und wer ist Rubinstein?“

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Und wie hieß es einst in den 60er Jahren: Für jeden Brand die Feuerwehr - für jeden Punkt muss Waller her.

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1961 schrieb Waller in Marburg, Prof. Sila in dessen Tagebuch: Wer Schach spielt, hat im Leben mehr Freude, wer nicht Schach spielt, hat weniger Ärger.

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Waller tat auch einmal den berühmten Ausspruch: „José Raoul Capablanca y Graupera brauchte ein ganzes Leben dazu, ich habe es in einem Jahr geschafft! - - - 35 Verlustpartien.

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Waller wurde einmal gefragt: “Wie wurden Sie eigentlich Fide-Meister?“ Die Antwort war überzeugen: „Ganz einfach, ich kann mich schlecht konzentrieren, merke mir die langen Theorievarianten nicht und werde schnell müde. Wenn ich diese Schwächen nicht hätte, wäre ich ein Großmeister geworden!“

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Meister Waller, sie sind bereits der älteste Österreicher, der internationale Turniere spielt, was können Sie dazu sagen?
Dazu kann ich eigentlich nur eine bekannte Melodie singen: „Ich spielte Schach schon in New York, ich spielte Schach schon auf Hawaii; stand in San Francisco auf Gewinn, war in Acapulco plötzlich hin - ich spielte manchmal richtig stoark (Siege gegen GM und IM), ich spielte viele Bauern frei, ich kochte keine Speise gar, drum blieb ich immer der ich war…

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Hie und da gab es auch Besinnliches: Der wahre Gegner ist in dir selbst.
Involviert in einen Kampf konzentriert man sich meist nur auf die Gegenüber und auf ihre Handlungen. Dabei übersieht man den gefährlichsten Gegner - nämlich sich selbst. Die Fähigkeit zu gewinnen hängt in erster Linie von der Überwindung der eigenen Unfähigkeit ab. Nur wer es beherrscht, alle Hypothesen des Kampfgeschehens sorgfältig zu prüfen und zu durchdenken, durchschaut rechtzeitig die möglichen Reaktionen des Gegners. Er sieht Ereignisse vorher und kann ihren Ablauf zeitgerecht nach eigenen Willen gestalten.