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The American Way Of Halloween
Was sieht aus wie eine Schweizer Schokoladen-Spezialität und ist weiß-orange-gelb?
Nicht nur Olympische Spiele, Filme und Fernseh-Serien sowie Schottisches Geflügel lassen sich prächtig dinglich vermarkten (Merchandising, wie die Experten das nennen), auch Halloween zählt dazu.
Das Schöne an Halloween: Es gibt kein Copyright für den Anlass (da historisch, aber das wäre ja noch kein Hindernis...) und es hat sich auch noch kein IHC (International Halloween Committee) gebildet, um den Halloween-Gedanken für sich mit Copyrights zu versehen.
Während hier in Europa es noch etwas schleppend anläuft, hat man im Merchandising-Eldorado USA (wo offenbar der Anblick von Symbolen ausreicht, um in Stimmung zu kommen) schon längst Gipfel erklommen.
Apropos Gipfel: Wie heissen sie denn nun, diese weiß-orange-gelben Halloween-Gipfel?
Candy Corns
Die Bohnbohns :-)
für Halloween
Leser amerikanischer Halloween-Seiten werden sich immer wieder über die Begegnung mit der Darstellung eines Dinges wundern, das eigentlich in die ansonsten gruselige Erscheinung des Festes nicht so richtig reinpasst:
Es hat zumeist die Form eines abgerundeten Berggipfels und ist in den Farben weiß-gelb/orange-gelblichbraun gehalten.
Das ist ein Candy Corn.
Auch wenn es zumeist nicht ganz stilecht ist.
Das echte Candy Corn hat die Form eines Maiskorns (wie der Name schon andeutet) und es hat auch nicht irgendeine weiss bis bräunliche Farbkombination, sondern es ist (von der Spitze begonnen) weiss-orange-gelb.
Nebenstehend sehen Sie Original Candy Corns.
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Candy Corns sind eine vorwiegend aus süßem Mais hergestellte zuckerfreie Süssigkeit. Das einzelne Stück ist realtiv klein und wiegt etwa 1,2 Gramm und das besondere an den Dingern ist, dass Sie nur und extra für Halloween hergestellt werden.
Was sogar passend ist, denn für Samhain (das keltische Sommersende als Ursprung von Halloween und auch nahe dem amerikanischen Erntedankfest gelegen) ist etwas aus Mais Hergestelltes durchaus typisch - zumindest auf dem amerikanischen Kontinent, wo Mais eine besondere Bedeutung zukommt.
Sagenhaft sind auch die zu Halloween umgesetzten Mengen an Candy Corns: 1999 wanderten 10 Millionen kg über die Ladentische - das sind 8,3 Milliarden (8.300.000.000) einzelne Candy Corns.
Nicht zuletzt verantwortlich dafür ist sicherlich Trick Or Treat, das traditionelle Einsammeln von Gaben durch die Kinder in der Nachbarschaft. Wer immer genug Candy Corn zuhause hat, braucht sich keine Gedanken zu machen, wenn's an der Tür klingelt...
Aber es sind nicht nur Kinder, die sich von den kleinen Glücklichmachern begeistern lassen - zahllose Erwachsene haben sich als Candy-Corn-Süchtige geoutet und es gibt sogar verschiedene Glaubensrichtungen, wie denn so ein Candy Corn zu verzehren sei: Einzeln, wobei der unterschiedliche Geschmack der verschiedenen Zonen am Körnchen genossen wird oder in einer Handvoll Stücken in den Mund geschoben, zu einer Einheit zerkaut und als Mischbrei genossen.
Die Beschreibung des Geschmackes von Candy Corn seitens der Hardliner-Fans ähnelt dann durchaus der von feinsten Weinen: Ein sauberer, süsser Geschmack, bar jedweden lästigen Sirup-Nachgeschmackes, mit Vanille-Aroma und einem Hauch Bitterkeit... .
CandyCorns werden überdies auch gerne als Basis für allerlei Selbstgemachtes verwendet.
Vielleicht wird das urtypisch amerikanische Candy Corn eines Tages sogar im deutschsprachigen Raum Eingang finden - und dabei könnte eine Besonderheit dieser Halloween-Wahrzeichen behilflich sein:
Sie sind der deutsche Beitrag zum irisch-amerikanischen Fest.
Candy Corns sind untrennbar mit ihrem ersten Hersteller verbunden: Goelitz.
Ein Ahn der deutschstämmigen Süsswarendynastie (heute erfolgreicher denn je) war es, der 1898 die Massenproduktion von Candy Corns aufnahm und die Goodies zu Markenqualität führte. Sind ja gar nicht so leicht herzustellen, auch die Produktion ist ein Zeremoniell.
Die Goelitz Confectionery Company hat alle Legitimation dazu, das Halloween-Wahrzeichen herzustellen, produziert man hier doch (und zwar nicht nur zu Halloween) eine andere amerikanische Süssigkeiten-Legende: Jelly Belly, die berühmtste Marke der kleinen Jelly Beans, jene bohnenförmigen Goodies - Bohn-Bohns gewissermaßen - die von den Fans das ganze Jahr über sehnsüchtig genascht werden, in der Erwartung des nächsten Halloween, wenn es sie dann endlich wieder gibt:
Die CANDY CORNS
Nachtrag:
Klar, dass versucht wird, den Erfolg des Halloween-Kultgutes Candy Corn auch auf andere Festtage auszuweiten. So gibt es Cupid Corn (Valentinstag/weiß-pink-rot), Reindeer Corn (Weihnachten/weiß-grün-rot) und Bunny Corn (Ostern/weiß-pastell/regenbogenfarben). An den Erfolg von Candy Corn kommen diese allerdings nicht heran.
Candy Corn darf auch für sich in Anspruch nehmen, volkstümlicher Namensgeber für eine sehr attraktive Zierpflanze zu sein:
Die Manettia Inflata (firecracker vine), eine blühende Weinpflanze, wird allgemein als candy corn plant bezeichnet. Ihre Blüten ähneln sowohl in der Größe als auch in der Farbe den (zumindest nicht originalen) Candy Corns.
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Trick-Or-Treat-Bags
(Boo-Bags, Halloween-Bags)
Sammeln mit Stil
Das Einsammeln von mehr oder weniger kleinen Gaben zu Halloween gehört in den USA zu den sorgsam gepflegten Grundrechten mehr oder weniger kleiner Kinder. Das Zauberwort lautet: Trick Or Treat.
Da das Einsammeln der Süssigkeiten im Accord vor sich geht (Amerika ist weit und die Nachbarschaft zumeist recht weitläufig - think big!), läppert sich da schon einiges an Candy Corns und Keksen zusammen. Und das will sorgsam aufbewahrt werden. In Einkaufstüten.
Diese Einkaufstüten sind in den USA sehr einheitlich gestaltet und unterscheiden sich erheblich von den in Europa verwendeten buntbedruckten Einkaufssäckchen. Offenbar haben sich da in den Staaten die Verbraucher besser durchgesetzt als europäische Konsumenten, die für die Säckchen nicht nur zahlen (der Werbeaufdruck ist das mit Abstand teuerste am Säckchen), sondern damit anschließend auch noch als Werbeträger durch die Gegend laufen. Amerikanische Einkaufstüten sind grundsätzlich unbedruckt, aus Papier und in typischer Form (obwohl sich auch hier schon der Trend zum Plastik bemerkbar macht).
Kultstatus haben diese Tütchen durch ihre Verwendung bei Halloween erhalten und damit in der Symbolik als zweites nicht gruseliges Motiv neben den Candy Corns ihren Platz erobert. Sie werden auch als Boo-Bags (weil häufig Boo draufsteht) oder schlicht als Halloween-Bags bezeichnet.
Natürlich laufen Kids heute kaum mehr mit gewöhnlichen Papiertütchen zum Geschenkesammeln herum - von Designer-Modellen über Kultmotiv-Bedrucktes bis hin zu Safety-Säckchen (mit Namens-Aufdruck) gibt es diese Halloween Bags zu erstehen. Sie sind aber auch zu einem beliebten Bastelobjekt geworden, was insbesondere bei den jüngeren Kids hoch in Kurs steht.
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Halloween Luminaries (Luminaria)
Die Trick-Or-Treat-Landebahnen
Wir kennen es alle (zumeist nur aus Filmen):
Die weihnachtlich geschmückten amerikanischen Häuser, die uns sagen wollen:
Friede auf Erden - und Energiesparen, was ist das?
Besonders auffällig sind dabei die Lichterketten (das wäre noch nichts besonderes, gibt's bei uns auch), mit denen sorgfältig die Konturen des jeweiligen Hauses nachgezeichnet werden (das hat sich bei uns noch nicht verbreitet, obwohl ein amerikanischer Gigant schon fleißig daran arbeitet).
Tausende kleiner Lämpchen sind es, die dabei pro Haus Verwendung finden. Und diese Dinger haben auch einen Namen:
Luminaries oder Luminaria.
Diese Luminaries als Festtagsbeleuchtung sind nur in den lichtärmeren Teilen des Jahres von Interesse und damit drängte sich neben dem Traditionstermin Weihnachten natürlich auch Halloween als Anlass auf.
Allerdings ist Halloween bekanntlich kein helles Lichterfest, sondern durch schaurige Dunkelheit und allenfalls geisterhaft Flackerndes gekennzeichnet.
Weshalb es auch nicht in Frage kommt, die vorhandenen Weihnachtslichter zu verwenden - es gibt eigene, stilechte Halloween-Luminaria.
Und die dürfen nicht weiss (oder farbenfroh) sein, sie müssen sich eher in fahlem oder düsterem Gelb halten. Und sie brauchen auch eine erkennbare Halloween-Form.
Halloween-Luminaries haben die Form von Trick-Or-Treat-Bags.
Da nun nicht mehr ordinär rund und öd, bieten sich auch gleich noch wesentlich mehr Anwendungsmöglichkeiten und Varianten - vor allem, was die Größe anlangt.
So gibt es Halloween-Luminaries in Tütchen-Originalgröße, die in den Garten gestellt werden können, um diesen ein wenig schauriger zu gestalten.
Und auch den lieben kleinen Ungeheuern, die trickend und treatend ihres Weges kommen, soll dieser (der Weg) gewiesen werden.
Wenn man der Werbung Glauben schenken darf, kann ein guter, im Halloween-Geiste denkender Nachbar seiner Spendenbereitschaft durch nichts so sehr Ausdruck verleihen, wie einen landebahnähnlich ausgeleuchteten Weg zu seiner Tür. Und dazu braucht er klarerweise Halloween-Luminaria in Tütchenform.
Und wer schließlich doch nicht ganz auf die gewohnten Weihnachtslichterketten verzichten will, bekommt Halloween-Luminaries auch in dieser Form - mit zahllosen kleinen schaurig-gelb leuchtenden Tütchenlämpchen. Damit läßt sich dann das Fenster mit dem Jack O'Lantern stilgrecht drapieren.
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