Leprechauns



rainbowDer Norden Europas ist bekannt dafür, ein Faible für Märchenfiguren zu haben. Die wild-romantischen Landschaften, häufig von tiefliegenden Nebelschwaden durchzogen und weite Teile des Jahres in Dunkelheit gehüllt, laden geradezu ein, allenortes Elfen und Kobolde, manchmal auch Trolle zu vermuten - oder sogar gesehen zu haben. Und wenn schon nicht gesehen, dann wenigstens gehört. Ausserdem weiss man, dass sie da sind, seit zahllosen Generationen.

Natürlich ist Irland keine Ausnahme, es gibt auch hier Fairies. Und wie in Irland so üblich, sind sie anders, als alle bekannten Märchenwesen - sie sind eben irisch.


Die Leprechauns

Sie haben das Aussehen von alten Männern, schließlich sind sie etliche hundert Jahre alt, manche sogar tausend. Und sie haben eine Größe von etwa zwei Fuß, also um die 60 Zentimeter. Leprechaun ist eine Abwandlung des gälischen Begriffes für kleiner Körper, sie tragen daher auch die Bezeichnung little people, das Kleine Volk.
Meistens sind sie ein wenig (oder mehr) griesgrämig und vor allem sind sie scheu. Anders als andere Märchenwesen wollen sie mit Menschen nichts zu tun haben. Sie wollen nicht helfen, wie etwa Heinzelmännchen, sie wollen auch keinen Schabernack treiben, wie Kobolde - sie wollen schlichtweg in Ruhe gelassen werden.

Zwei Kleidungsstücke sind typisch für einen Leprechaun:
freizeit LeprechaunEin Hut mit Kokarde (cocked hat) und eine Lederschürze. Letztere tragen sie aus beruflichen Gründen, denn ihre Hauptbeschäftigung ist das Schuhemachen.
Wenn jemand so tagaus, tagein nur Schuhe produziert, kann das nicht allein für den Eigenbedarf sein und da es alle Leprechauns machen (es gibt keinen Ruhestand oder andere berufliche Betätigung), liegt die vielfach gehegte Vermutung nahe, sie seien die Schuhlieferanten für die gesamte Märchenwelt.

Die Leprechauns haben auch Freizeit. Dann legen sie die Schürze ab und tun das, was alle Iren gerne tun: Sie rauchen Pfeife, sie trinken und sie tanzen.
Da sind sie dann weniger griesgrämig.
Solcherart könnte (abgesehen von der jugendlichen Wirkung) die Zeichnung dem Erscheinungsbild eines Leprechauns nach Dienstschluss entsprechen.


Der Pot of Gold

Die häufig schlechte Laune und ihre Abneigung gegenüber dem Kontakt mit Menschen hat einen guten Grund: Sie werden verfolgt.
Die Iren vermuten, dass jeder der Leprechauns etwas sehr Wertvolles besitzt: Einen großen Topf voll Gold. Vielleicht sogar mehrere davon.

pot of goldDas ist durchaus nicht aus der Luft gegriffen - wer soviele Jahre, wie diese alten Männer, einer handwerklichen Beschäftigung nachgeht und höchstwahrscheinlich seine Produkte auch verkauft, der muss etwas verdienen. Und summiert auf viele hundert Jahre kann das selbst bei geringen Spannen schon gut und gerne einen Topf voll Gold ergeben.
Wie immer ist es gut, auch bezüglich der Leprechauns'schen Schätze eine zweite Meinung einzuholen, die da wäre:
Dereinst sollen räuberische dänische Horden ihre erbeuteten Werte an allerlei lauschigen Plätzen auf der Grünen Insel versteckt haben. Dabei wurden sie von den little people aufmerksam beobachtet. Und da es das beklagenswerte Schicksal von Räubern zu sein scheint (kennen wir schon aus der Karibik), Schätze zwar eingraben, aber nie wieder ausgraben zu dürfen, haben die kleinen Schuhmacher die Goldtöpfe adoptiert.

Da die Leprechauns mit ihrem Gold nicht anderes anfangen, als es weiterhin in den Töpfen zu horten, wüsste so mancher Ire (eigentlich alle Iren) einen besseren Verwendungszweck.
Deshalb ist man auch ständig auf der Pirsch. Wer immer irgendwo einen Wald betritt, beginnt um sich zu sehen und vor allem zu lauschen.
Leprechauns verraten ihren Aufenthaltsort durch das zarte Kling-Klang der kleinen Hämmerchen, mit denen sie die Schuhe produzieren. Und wer, dem Geräusch vorsichtig nachgehend, nun einen erblickt, bevor dieser ihn gesehen hat, kann ihn damit gefangen nehmen und dazu zwingen, zum Schatz geführt zu werden.

Das dauert allerdings auch seine Zeit, denn Schätze liegen häufig am Ende von Regenbögen oder an ähnlich mystischen Orten.
Nun beginnt für den Goldhungrigen der schwierigste Teil des Unterfangens: Er darf den Gefangenen keinen Augenblick aus den Augen lassen. Und da die Leprechauns (wie viele ältere Menschen) an Gesammelten sehr hängen, auch wenn sie persönlich keine besondere Verwendung dafür haben, versuchen sie allerlei Tricks, stellen Bedingungen und geben Auflagen mit dem Ziel, in einem einzigen unbeobachteten Augenblick doch noch entwischen zu können.
Und das gelingt meistens.


Geschichten und Filme

Leprechauns haben immer schon zu zahlreichen Geschichten die Anregung gegeben.
Eine davon klingt weniger wie eine Geschichte, sie erscheint vielmehr wie eine Anleitung zum Erfolg.
Der einfache Bursche, der seinen kärglichen Lebensunterhalt damit verdient, mit einem Karren Torf zu liefern, hat nur ein einziges Ziel: Seiner Armut mit Hilfe des Schatzes eines Leprechauns ein Ende zu bereiten. Er ist absolut davon überzeugt, dass ihm das gelingen wird.
Wo so viel Wille ist, ist natürlich auch ein Weg und der führt ihn eines Tages tatsächlich zum gewünschten Leprechaun.
Man wartet eigentlich die ganze Geschichte hindurch auf eine dramatische Wendung, ein Scheitern im letzten oder allerletzten Augenblick. Bloß, die kommt nicht.
Der Bursche meistert alle Hürden, zeigt sogar Augenmaß im Einsammeln der Schätze, da ihm ein Zeitlimit gesetzt wird und er kann tatsächlich den so erworbenen Reichtum behalten. Und zu guter Letzt verrät er niemandem, woher sein Wohlstand kommt.
Wie gesagt: Klingt mehr nach dem amerikanischen Traum aller Iren (vom Torffahrer zum Millionär), als einer spannenden Geschichte. Wer sie gesamt lesen möchte - hier ist sie (englisch).

Wesentlich spannender ist hingegen die weltweit bekannteste Leprechauns-Story, als Film: Darby O'Gill And The Little People.
Die Story weicht zwar ein wenig von den traditionellen Überlieferungen ab, der vom pensionierten (und damit unzufriedenen) Gutsverwalter Darby gefangene Leprechaun ist ein König und weist auch nicht den Weg zu einem Topf voll Gold, sondern stellt drei Wünsche frei. Diese künstlerische Freiheit ist durchaus sinnvoll für die Entwicklung der Story und schließlich wurde der Film auch von einem Meister des Metiers Märchen produziert: Walt Disney.
In jedem Fall wird hier das Leben in Irland, samt Freud und Leid bis hin zum Tod des Hauptdarstellers ganz hervorragend eingefangen. Wie bei Disney so üblich steckt in allen Szenen ungeheuer viel Liebe zum Detail und vor allem wird heute noch in der Fachwelt bewundert, wie man damals - ohne die heutigen technischen Möglichkeiten - die vielen Trickszenen hinbekommen hat. Immerhin stammt der Film aus dem Jahr 1959.
Bemerkenswertes Detail am Rande: In einer tragenden Nebenrolle (Nachfolger Darbys als Gutsverwalter) ist Sean Connery zu sehen. Es ist wohl sein erster Auftritt in einem wirklich bekannten Film und seine 8. Rolle, drei Jahre, bevor er als James Bond seine Topkarriere startete.

Ein zweiter Film zum Thema Leprechauns hat gewisse Bekanntheit erlangt: Finians Rainbow aus 1969.
Obwohl mit (damals schon) bekannteren Schauspielern besetzt (Fred Astaire, Petula Clark), kann er dennoch nicht an Darby O'Hill heranreichen.


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