ae St.Patrick's Day
by Heinrich Hofer
blessings limericks
     

Sayings

Sicherlich: Segenswünsche und Sinnsprüche - gesprochen, gepinselt, gestickt - sind in sehr vielen Ländern verbreitet und werden gehegt und gepflegt.
Aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass die Iren es dabei zu einer besonderen Meisterschaft an Liebenswürdigkeit gebracht haben.

Und das, obwohl sie sich durchaus nicht scheuen, auch einen gewissen Nationalstolz in kernige Sprüche zu fassen, wie etwa die Behauptung, es gäbe nur zwei Arten von Menschen: Die Iren und solche, die gerne Iren wären.

Oder die prägnante Aufforderung samt selbstbewusster Begründung:

kiss me

Wen wundert es da, dass anderes gar nicht erst erklärt werden muss - selbstverständlich ist es Glück, Ire zu sein und man hat dieses Glück gepachtet:

luck

Offenbar hat man als Ire stets ein treffendes Saying zur Hand ...


Blessings

Segenswünsche sind immer interessant. Sie sind nicht die üblichen Glückwünsche für Erfolg oder Reichtum, sie drücken das aus, was ein Mensch wirklich zum Glücklichsein braucht.


blessing walls


Und da die Iren sehr gläubige Menschen sind, geht es manchmal noch bescheidener.


blessing roads


Natürlich verwenden Glücks- und Segenwünsche vor allem das Naheliegende und das macht sie unverwechselbar. Wer sonst, als Iren könnten diesen Segen aussprechen:


May your blessings outnumber
shamrock l the shamrocks that grow shamrock r
& may trouble avoid you
shamrock l wherever you go. shamrock l


Immerhin hat ja auch schon St. Patrick persönlich die Kleeblätter als Vergleich bemüht und angesichts des Wachstums an Shamrocks auf der Grünen Insel kann es wohl kaum einen mächtigeren Segensspruch geben.


Stammtischsprüche - der Limerick

Die in den letzten zwanzig Jahren populär gewordenen Raps haben wohl Anleihe bei der speziell irischen Gedichtform genommen: Den Limericks.

Hier wie dort sind es nicht die als Hochkultur betrachteten Künstler, die dem rhytmisch gesprochenen Wort Bedeutung verleihen, sondern der Mensch von der Straße. Oder dem Stammtisch, genauer gesagt: dem Pub.
Denn während der Rap die frische (naja, amerikanische Großstädte ...) Luft bevorzugt, ist der Limerick in den Pubs zuhause.

Als weitere Gemeinsamkeit bevorzugen Rap wie Limerick nicht die üblichen gereimten Themen (Liebe spielt keine große Rolle), sondern das Alltägliche, was bewegt - zumindest in den reinen Formen.
Überdies haben sowohl Rap wie Limerick wohl einiges zum Gewaltabbau beigetragen (oder zumindest den -aufbau gestopt).
In einem Umfeld, wo durchaus häufig handfest argumentiert wird, ist zumindest das Bewusstsein dafür gefördert worden, dass man auch zu anderen Mitteln greifen kann: den dichterischen Wettstreit.


Fünf Zeilen - eine Geschichte

Es gibt viele Versmaße, Reimarten. Der Limerick ist der Tango unter den Gedichten: Man hat solange den Eindruck, dass irgendwas hakt, nicht ganz passt, bis man den Kniff heraussen hat. und dann gibt es kaum Vergleichbares, mit dem man in lediglich fünf Zeilen die Dramatik einer ganzen Geschichte aufbauen kann.

Was macht also jetzt den Limerick so ungewöhnlich?

Da sind einmal die Reime:
A * A * B * B * A
Das klingt für unsere Ohren schon ziemlich aus der Reihe.

Aber das ist es noch nicht, denn wichtiger als die Reime ist das Versmaß:
Die A-Zeilen sind nämlich lang, die B-Zeilen kürzer - vielleicht sogar halb so lang, womit sich wieder der in unseren Breiten geläufige Vierzeiler ergäbe, mit ungewöhnlichen Reimen eben.
Um wieviel länger die A-Zeilen sein sollten, darüber kann noch verhandelt werden.

Genug der Theorie,
der Limerick in der Praxis

Auch wenn man es nicht glauben möchte, aber die Form des Limericks zwingt einen förmlich zu einem bestimmten Aufbau der erzählten Geschichte.
Ahem, den nachfolgenden habe ich (wie's bei Limericks eigentlich sein sollte) ohne langes Überlegen und Qualitätsanspruch zusammengebastelt:

Ein Mann aus Chicago fasste einst den Beschluss:
Mehr GRÜN zu St. Patrick's ist absolut Muss!
Er lief flugs in's Labor,
kramte Farbe hervor
und schon floss durch Chicago ein tiefgrüner Fluss.

Es geht gar nicht anders: Die ersten zwei Zeilen eines Limerick erzählen eine Vorgeschichte, ein Problem, eine Situation.
Die kurzen Zeilen drei und vier sind dann zwangsläufig Action (kein Platz für kompliziertes Erzählen).
Die drangehängte fünfte Zeile ist schließlich, je nachdem, eine Schlußfolgerung, ein Ergebnis, manchmal auch eine überraschende Wendung.

Als Deutschsprachiger neigt man eher dazu, die langen Zeilen auf ca. 12 Silben auszudehnen (deutsche Wörter sind eben länger). Dann sind die Zeilen 3 und 4 tatsächlich halb so lang (ca. 6 Silben). Das klingt hierzulande auch etwas runder, ist aber natürlich kein Original-Limerick. Bei dem haben die langen Zeilen 8 Silben.

Deshalb jetzt ein ganz lupenreiner Limerick - in englisch:

There was an old man from Peru,
who dreamed he was eating his shoe
He awoke in the night
with a terrible fright
and found out that it was quite true.

Na, das klingt schon nach was! Dieser Limerick ist das Musterbeispiel für einen Kids-Wettbewerb (siehe nächster Absatz).

Es ist übrigens kein Zufall, dass sowohl mein Versuch, als auch das englische Paradebeispiel von einem "Mann aus ... / Man from ..." handelt:
Limericks erzählen fast immer etwas von jemandem von irgendwoher.
Häufig sind es alte Männer und sie kommen nicht selten aus Jamaica, weil sich darauf im Englischen viel reimt.

Limericks handeln von allem möglichen: Von Helden des Alltags, lieber noch von Erfolglosen, manchmal von Schlauen und öfter von Dusseln. Eher kaum von einem selbst, allenfalls verklausuliert.

Das hat ungeheuer viel für sich, denn damit kann man Tratsch kolportieren und sogar Beleidigendes von sich geben - in quasi-künstlerischer Form lässt sich soetwas relativ ungestraft tun, ein Limerick wird schwerlich klagbar sein, dem Dichter mit Handfestem entgegenzutreten ist verpönt und letztlich müssen Gedichte auch nicht pure Wahrheit sein :-)

Man sieht: Limericks sind deeskalierend. Vielleicht. Oder?

Limericks-Links

Jetzt aktuell!

waun ollas gaunz grün is und sunst güt nix
daun wiss'ma: heit feia ma seint pätrix
und auf gmiatlich.net
dichtn's um die wett
oiso schickts no gaunz schnö eure limerix!

Einfach rüberschauen auf  Anton's Seite: www.gmiatlich.net.


  • GIGGLE POETRY veranstaltet Limerick-Wettbewerbe für Kinder. Das obenstehende Vorbildexemplar stammt von dort.
  • Hier können preisgekrönte Limericks des letzten Wettbewerbes bestaunt werden.
  • Außerdem gibt Giggle Poetry eine gut verständliche Erklärung des Aufbaues von Limericks (Stichwort: da DUM da da DUM da da DUM :-)).

  • Eine ganze Geschichte in Limericks (klingt ein bisschen so, als hätte sich Busch an der irischen Versform versucht) bietet EDWARD LEAR.
  • A lot of (old) men who ... vermag Ihnen der Inhalt dieser Seite zu vermitteln.
shamrock goldUnd wenn Sie jetzt noch immer nicht genug von Limericks haben und im Gegenteil, sich selbst berufen fühlen, etwas in AABBA-daDUMdadaDUM-Form zu schreiben:
Sofern es etwas mit St. Patrick's Day oder Irland zu tun hat mailen Sie es mir, wir integrieren hier gerne interessante Beispiele.

Was noch nachzutragen wäre

LIMERICK (Luimneach) ist die drittgrößte Stadt Irlands und liegt am Ende einer weit ins Landesinnere reichenden Meeresbucht im süd-westlichen Teil der Insel.
Die Bewohner dieser Stadt (knapp über 100.000 Einwohner) haben den Limerick erfunden - ob sie heute noch die Meister in dieser Disziplin stellen, ist ungewiss, denn überraschenderweise gehen Internet-Seiten der Stadt praktisch gar nicht auf die Urheberschaft ein.

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