ae St.Patrick's Day
by Heinrich Hofer
st patricks day paint town
     

There are only
two kinds of people
in the world,
The Irish,
and those
who wish they were

Der 17. März, St. Patricks Day, wird in Irland als Todestag des Nationalheiligen eigentlich eher ruhig im Kreise der Familie als religiöser Feiertag begangen.
Es war (wie so häufig) den Amerikanern - besser gesagt: den irisch-stämmigen Amerikanern (oder vielleicht noch besser gesagt: den Iren in den USA) - vorbehalten, St. Patricks Day zu einem Spektakel zu machen.

Die Iren in den USA

Unter all den (ursprünglichen) Nationalitäten, welche heute die amerikanische Bevölkerung bilden, sind die Iren die hervorstechendste.
Das liegt sicherlich daran, dass mehr als dreimal soviele Iren in Amerika leben, wie in Irland selbst: ca. 12 Millionen (gegenüber 3,7 Mio Bevölkerung in Eire). Eine solch überwältigende Relation kann keine andere Nationalität auch nur annähernd aufweisen.
Klar dass manche amerikanische Iren damit zur Auffassung neigen, nicht nur Wurzeln auf der Grünen Insel zu haben, sondern darüber hinaus auch noch einen Teil der USA irisch besetzt zu haben.

galway riot Ist der irische Anteil an der Bevölkerung der USA mit etwa 5% schon als relativ gross anzusehen, verstärkt sich der Eindruck irischer Präsenz auch noch durch eine starke Konzentration auf wenige Regionen.

7 Millionen Iren sind insgesamt im Lauf der Zeit in die USA ausgewandert, mit einem Höhepunkt zur Zeit der großen Hungersnot (1845-1851, Ausfall der Kartoffelernten in Irland - nebenstehend: Zeitgenössische Zeitungsgrafik eines Überfalles auf einen Kartoffelladen in Galway).
Der Großteil der Auswanderer war weniger landwirtschaftlich orientiert, als vielmehr industriell. Deshalb stellten sie auch einen Hauptanteil an den Industriearbeitern und blieben in den entsprechenden Gebieten an der nördlichen Hälfte der Ostküste, bzw. breiteten sich dann lediglich entlang einiger nördlicher Regionen ein Stück in's Landesinnere aus (Chicago, Cleveland).

Als Industriearbeiter waren die Iren zwangsläufig auch stets gut organisiert, man könnte allerdings auch sagen, dass in früheren Zeiten die Arbeitsverteilung unter ihnen gewisse mafiöse Züge aufwies.
Wie auch immer: Keine andere Volksgruppe in den USA bildet auch heute noch einen so geschlossenen Eindruck wie die Iren, weshalb sie auch stets über hohen politischen Einfluss verfügen konnten (zuletzt: Kennedys, Reagan, Clinton ...)

St. Patrick's Day in den USA

Sie haben nichts anbrennen lassen, die amerikanischen Iren, auch nicht ihren kirchlichen Hauptfeiertag.
Bereits 1737 wurde St. Patrick's Day in den USA zum ersten Mal spektakulärer als in der Heimat gefeiert und alsbald bildeten Paraden am 17. März in verschiedenen Städten ein gewohntes Bild. Die erste Parade in Chicago im Jahr 1843 konnte für damalige Verhältnisse sensationelle 770 Teilnehmer aufweisen.

Es wären nicht die USA, hätten sich nicht auch noch eine Reihe anderer begleitender Erscheinungen gebildet, die zum einen Teil eine Demonstration irischer Geschlossenheit darstellen und zum anderen Teil (natürlich) kommerziell orientiert sind.

Ein Fluss wird grün

green river Nein, es waren keine ausgelassenen (und/oder von Alkohol beinflusste) irischen Gesellen, die in Chicago dem Spektakel die Krone aufsetzten, indem sie den durch die Stadt fließenden Chicago River giftgrün färbten.
Es war ein honoriger Laborleiter namens Stephen Bailey, der (wie man sagt, in Abstimmung mit dem damaligen Bürgermeister, einem guten Freund) im Jahre 1962 zum ersten Mal für den Green River sorgte.
Lediglich 100 Pfund Lebensmittelfarbe reichten aus, den Fluss für eine Woche irisch-grün einzufärben. Heute werden, aus Gründen der Ökologie, nur mehr 40 Pfund Chemie benötigt, um das weltberühmte Schauspiel immerhin auch noch viele Stunden anhalten zu lassen.

Green Beer

green beer Es ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, dass das grüne Bier auf einen Studentenulk zurückgeht. Seinen amerikanischen Siegeszug hat der St. Patrick's Day Kultbräu jedenfalls über die Universitäten angetreten, wo im allgemeinen ein eigener Green Beer Day als Partyanlass einige Tage vor dem großen Festtag zelebriert wird.
Die Frage nach der Herstellung von Green Beer scheint je nachdem ein gut gehütetes Geheimnis oder eine Chance für einen running Gag zu sein.
Im www finden sich jedenfalls Berge von Anfragen, die praktisch allesamt in dem Tip münden, einfach ein paar Dosen normalen Bieres zu nehmen, grüne Lebensmittelfarbe hineinzumischen, es ja keinem Iren zu erzählen und das fertige Gebräu klammheimlich wieder wegzugießen ...

An sich ist Green Beer der Fachausdruck für ein Herstellungstadium von Bier und das hat die Erfinder des rein amerikanischen St. Patrick's Day Brauches wohl auf die Idee gebracht. Es liegt die Vermutung nahe, dass sowohl die Schöpfer des Scherzgebräues, als auch alle heutigen kommerziellen Hersteller tatsächlich nicht viel anderes machen, als Lebensmittelfarbe zu verwenden.

Die Freude mit dem Green Beer ist jedoch nicht mehr ungetrübt. Gerade Studenten klagen darüber, dass die Preise für das Gaggetränk in Lokalen rapide in die Höhe gegangen seien und (amerikanische) Gegner der allzu überschäumenden Patricks-Festivitäten haben Green Beer zu ihrem Intimfeind gemacht.


Let's paint everything green ...

parade chicago Aus Let's paint the town green ist inzwischen ein everything green geworden und aus dem amerikanischen St. Patricks Day eine wahre Industrie. Lebensmittel, Kleidung, Brillen, Hüte ... was immer gefärbt werden kann, wird gefärbt und für diesen einen Tag verkauft.
(Szenen aus einer Parade in Chicago - siehe nebenstehendes Bild - können Sie sich hier ansehen) Die Rufe, sich echter irischer Kultur zu besinnen und aus dem Spektakel wieder einen Feiertag zu machen, werden immer lauter.
Das ist insofern eine interessante Entwicklung, als Irland selbst - bisher eher stillen, religiösen Feiern ergeben - seit einigen Jahren dazu übergeht, St. Patricks Day hochoffiziell stärker für den Fremdenverkehr zu nutzen.
Irland, als das derzeit wirtschaftlich am stärksten wachsende europäische Land, wird wohl auch nicht widerstehen können, St. Patrick zu einem kommerziellen Botschafter werden zu lassen.

In unseren Landen

Das irische Kultbier Guinness, irische Volksmusik (wie etwa von den Dubliners oder Chieftains dargeboten), Limericks als Ausdrucksmittel von Hobbydichtern und das Dartspiel (als Pub-Beschäftigung zur Zuteilung der nächsten Lokalrunde) haben schon in der Vergangenheit auch in unseren Breiten so manchem die Freuden des irischen Lebensstiles nahegebracht.
Das europäische Zusammenrücken und damit mehr Information über Kultur und Sitten anderer Länder haben auf dem Kontinent für einen Irland-Boom gesorgt, der sich nicht zuletzt im rasanten Aufstieg verschiedenster irischer Tanzgruppen niederschlägt und das irische Reel zu einer Top-Musikrichtung macht. In jedem Fall scheinen 3,7 Millionen Iren, bescheiden in der Zahl, jedoch mächtig in ihrer Kultur und ihrem Nationalstolz, ungeheure Faszination und Charme auszustrahlen.

Es sind bei weitem keine amerikanischen Ausformungen erreicht worden und werden sicherlich auch in Zukunft nicht erreicht (das liegt Europäern eben doch nicht so in der Natur), aber wer den Abend/die Nacht des 17. März in entsprechendem Rahmen - einem Irish Pub - verbringen möchte, wird gut daran tun, sich zu einem frühen Zeitpunkt den Zutritt zu sichern, denn im deutschsprachigen Raum steigt die Zahl der feierfreudigen St. Patrick's Day Fans von Jahr zu Jahr.

Tja, nicht zuletzt: Diese Pages zum St. Patricks Day erscheinen heuer bereits zum fünften (und sicherlich nicht letzten) Mal.
Erin Go Braugh!

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