Auf einem Wiener Symposion zum Thema "Der künstlich erzeugte Mensch", stirbt
der Vorsitzende an vergiftetem Getränk. Das geschieht in Anwesenheit des Kriminalmajors
Klaus Mertens. Dieser ist in die Schriftstellerin Ilona Bergmann verliebt.
Es folgt ein Giftmord auf einer 120-Personen-Gardenparty im Hause Bergmann.
Für beide Morde gibt es mehrere Verdächtige. Nebenpersonen und Nebenhandlungen
bringen Kriminalmajor Mertens nicht in Gefahr, eine falsche Spur zu verfolgen.
BLINDE JAGD
ISBN 3-700406-68-1
hpt-Verlag Wien,
Edition Boesskraut & Bernardi Wien-Stuttgart 1993, 219 Seiten.
Leseprobe
aus dem 2. Kapitel:
(Mertens:) "Herr Professor, Sie sagten vorhin, an Ihrer Klinik gäbe es nur
noch dokumentierte Ei- und Samenspendung. War das nicht immer so?"
"Anfangs hatte man nur den angestrebten Erfolg im Kopf. Für die Wunschmutter
und für die Wissenschaft. Ohne die Konsequenzen genügend zu bedenken."
"Blinde Jagd . . . ."
"Ganz recht. Man war besessen von dem Wunsch, Schwangerschaft durch künstliche
Befruchtung zu bewirken. Anfangs nur im Mutterleib. Später auch in der Retorte."
"Ohne die Identität von Versuchspersonen und Spendern festzustellen?"
"Genauer: Ohne dies in jedem Fall zu tun. Wollte jemand nur anonym mitwirken,
ließ man dies zu, wenn die übrigen Beteiligten einverstanden gewesen sind.
So. Jetzt muß ich aber nach Hause."
Der Professor leert sein immer noch volles Glas, während Major Mertens sagt:
"Zwei Fragen habe ich noch. Wieviel wird für Samen- oder Eispendung bezahlt?
Und was bekommt eine Leihmutter?"
Clemens Kleinert kann nicht antworten. Den Zwicker noch immer auf der Nase,
windet er sich vor Schmerz, stürzt zu Boden und ist kurz danach tot.