GUTE PLÄNE, SCHLECHTE PLÄNE
ISBN: 3-850521-08-7
ibera verlag, Wien 2001, ca 180 Seiten
Motto (Wilhelm Busch):
Hinderlich, wie überall, ist hier
der eigne Todesfall.
Beim Kostümfest in der Villa des Weingroßhändlers Ferdinand Rossmann findet man um
Mitternacht den Hausherrn tot im Swimmingpool.
Kriminalmajor Klaus Mertens war gemeinsam
mit seiner Freundin Ilona Bergmann Partygast und leitet die Untersuchung. Dabei stellt er fest,
daß es jede Menge Verdächtiger gibt:
Dazu gehört Chauffeur Leo Rehberg, die Hauptperson des Romans. Dazu gehören aber auch des Ermordeten Ehefrau Marina, ferner Tochter
Claudia, Rossmanns Stiefsohn, ein Möchte-Gern-Schwiegersohn, der Geschäftsführer,
der Buchhalter, ein Weinproduzent und ein irrationaler Stänkerer. Wichtige
Personen der Geschichte sind außerdem: Rossmanns kleine aufgeweckte Tochter
Birgit, sein neuer Geschäftsführerkandidat, dessen mannstolle Ehefrau, sowie
Wirtschafterin Franziska. Mertens klärt den Fall als Bestätigung der Binsenweisheit,
daß Pläne und deren Ausführung zweierlei sind.
Leseprobe aus dem 1. Kapitel:
Leo Rehberg, 50, war seit fünf Jahren Ferdinand Rossmanns Chauffeur. Das wurde
er anfangs aus Verzweiflung, blieb es später aus Verantwortungsgefühl, und
zuletzt, ja zuletzt blieb er es aus Liebe. Aus einer Liebe, über die er niemals
sprach.
Die Verzweiflung hatte Leo nach dem Tod seiner Frau Annette gepackt. Leo war
Besitzer des Restaurants „Gourmet-Paradies“ in der Wiener Innenstadt gewesen.
Als Annette gestorben war, wurde Leo das „Gourmet-Paradies“ zur Hölle. Alles
dort erinnerte ständig an Annette. Deshalb entschloß sich Leo zum Verkauf.
Käufer war Ferdinand Rossmann, von dessen Spitzenwein-Großhandlung Leos Restaurant
seit vielen Jahren beliefert worden ist. Rossmanns Frau Marina war es, die
spezielles Verständnis hatte für Leos namenlose Trauer um Annette. Sie meinte,
Leo dürfe sich dem Schmerz über ihren Verlust nicht untätig hingeben. Und
da Ferdinand Rossmann damals zufällig für sich privat einen neuen Chauffeur
suchte, ließ Leo sich dazu überreden, diesen Posten für eine Weile anzunehmen.
Nur für eine Weile - das war der ursprüngliche Plan.
Leo wußte, daß ein Chauffeur von Ferdinand Rossmann auch Dienste als Sekretär,
Butler und Kammerdiener zu leisten hatte. Dies war Leo sehr recht: So hatte
er keine Zeit zum Grübeln. Nach etwa zwei Jahren hatten Verzweiflung und Schmerz
soweit nachgelassen, daß dauernde Betäubung durch Arbeit nicht mehr nötig
war. Leo hätte sich ins Privatleben zurückziehen und vom Ertrag seines Kapitals
leben können.
Da meldete sich Leos Verantwortungsgefühl. Dieses ließ es nicht zu, daß er,
ein noch nicht fünfzigjähriger, gesunder Mann, seine Zeit arbeitslos zubrachte.
Jedoch fehlte Leo jeder Anreiz, sich wieder selbständig zu machen. Deshalb
blieb er in Ferdinand Rossmanns Diensten.
Vielleicht aber hatte sich damals auch schon die Liebe eingestellt, die Leo
als Geheimnis bewahrte. . . .