DER MENSCH
Der Mensch ist doch kurios,
oft nicht sehr virtuos,
ganz fürchterlich empfindlich,
auch nicht sehr wohl befindlich.
Die Haut mal friert, mal brennt,
wir stolpern auf zwei Beinen,
jeder Hase schneller rennt,
wohl zeigen wir die Zähne,
ballen sogar die Faust,
laut lacht dann die Hyäne,
der Aff den Affen laust.
Der Schöpfung Krönung sind wir, heißt’s.
Doch als es mich furchtbar zerreißt,
erkenne ich, warum!
Ich fliege phönixgleich empor,
stürze in dunkle Tiefen,
bring Leid in Reimen aus mir hervor,
trockne die Tränen, die liefen,
um hellauf zu jubeln, zu tanzen, zu singen,
den Eros in allem zu sehen,
niemand darf in die Knie mich zwingen,
es geht eine Zeit, bis die Kräfte verweh’n...
Hänge dann in den Seilen,
hoffnungslos verstrickt,
Tage, Wochen enteilen,
bis mich das Leben aufs Neue entzückt.
Ein Fehlprodukt auf den ersten Blick,
der Mensch, auf zwei schwächlichen Beinen,
doch kennt er als einziges Wesen den Trick,
Glückseligkeit und Schmerz zu vereinen.