Die Seiltänzerin
Achtsam Fuß vor Fuß gesetzt
Auf der Schmalspur Leben bleiben
Ganz diskret sich selbst verletzt
Jeden Lärm darum vermeiden
Tanzen auf dem dünnen Steg
Sorgsam nicht nach unten sehen
Immer vorwärts auf dem Weg
Denn niemand würde es verstehen
Diese Sehnsucht nach dem Springen
Abwärts in den tiefen Schlund
Tag für Tag sich neu bezwingen
Suchen einen Lebensgrund
Manchmal finden in der Plage
Einen Hauch von Hoffnungsstrahl
Leichtes Lachen statt der Klage
Glück für Stunden ohne Qual
Dann weiter taumeln auf dem Faden
Tun als ob normal es wär
Doch das Herz ist schwer beladen
Und die Seele weinet sehr