|
DISSIDIA 012[duodecim] Final Fantasy
Ein Bericht von Michael Pernek
Das Genre der „Beat ‘Em Up“ ist nicht gerade für tiefgründiges Gameplay bekannt. Der richtige Knopf zur richtigen Zeit reicht meist aus um den Gegner, nach dem zweiten oder dritten Versuch, zu bezwingen. Wer es gern ein wenig komplexer mag, der sollte einen Blick auf „DISSIDIA 012[duodecim] Final Fantasy“ werfen. Denn hinter diesem unglaublich langen Titel verbirgt sich ein Genre-Mix aus Prügelspiel und RPG, der nun auch schon in die zweite Runde geht. Dabei Kämpfen niemand geringerer als die bekanntesten Protagonisten der Final Fantasy Reihe.
Story:
Die Handlung von „DISSIDIA 012“ ist Zeitlich vor dem ersten Teil „DISSIDA: Final Fantasy“ angesiedelt. Während wir im Vorgänger schon die dreizehnte Schlacht schlugen, geht es bei „DISSIDIA 012“ zurück zur (wer kann es erraten?) zwölften. Worauf uns auch das lateinische Wort „Duodecim“ hinweisen möchte. Die Göttin Cosmos liegt also immer noch mit ihrer Feindin Chaos im Klinsch und beide haben mächtige Kämpfer um sich gescharrt. Die Kämpfer-Riege wurde hier, im Vergleich zum Vorgänger erheblich aufgestockt. Unter anderem finden wie Lightning aus „Final Fantasy XIII“, Gilgamesh aus „Final Fantasy V“ oder Yuna aus „Final Fantasy X“ in der Kämpferauswahl wieder. Ein Storymodus führt uns durch die weitere Geschichte und erzählt gelungen wie unsere Helden und Schurken auf ihr seltsames Zusammentreffen reagieren.
Gameplay:
Ein Mix aus Beat ‘Em Up und RPG, wie soll das denn gehen? Wie ein typischer Prügler aller Tekken spielt sich „DISSIDIA 012“ in der tat nicht. Aus der 3rd Person-Perspektive steuern wir unseren Kämpfer durch die großen Arenen und trotzen dabei allen Regeln der Physik. Per Knopfdruck weichen wir Angriffen aus, Blocken oder stürmen auf den Gegner zu. Auch die Umgebung lässt sich gut zum eigenen Vorteil nutzen, wenn man sich schnell hinter einer Säule vor einem Angriff in Sicherheit bringt oder an der richtigen Stelle auf den Gegner lauert. Mit der Bewegungstaste in Kombination mit den Angriffstasten löst man verschiedene Angriffe aus. Dabei lädt sich der Mut des Kämpfers auf und man kann diesen nutzen um verheerende Attacken auf seinen Kontrahenten niedergehen zu lassen. Dabei lassen sich alle Angriffe im Menü frei wählen und einer Tastenkombination zuweisen. Auch die Ausrüstung, Bewaffnung und alle primären und sekundären Fähigkeiten eines Kämpfers lassen sich RPG-typisch nach eigenem ermessen verändern. Erfahrungspunkte die man in den Kämpfen sammelt lassen den Charakter im Level aufsteigen. PP-Punkte hingegen, welche auch in den Kämpfen gesammelt werden, können in Katalog gegen neue Charakter, alternative Kostüme u.s.w. Eingetauscht werden. „DISSIDIA 012“ ist ein sehr umfangreiches Spiel und wie in einem Rollenspiel kann man sich auch hier leicht verskillen. Die falsche Ausrüstung oder gar die Angriffe auf die falsche Taste gelegt, schon ist der Kampf verloren. Erschwerend kommt hier noch hinzu dass, das Menü von „DISSIDIA 012“ komplett in englischer Sprache ist. Lediglich die Untertitel in den Zwischensequenzen sind Deutsch.
Steuerung:
Die PSP hat bekanntlich ein paar Knöpfe weniger als ein heute gängiger Controller. Daher wirkt die Steuerung von „DISSIDIA 012“ auch etwas überladen und braucht Einarbeitungszeit. Ein wenig Abhilfe schafft hier der neue RPG-Modus. Er erlaubt eine Steuerung wie man sie von den Final Fantasy Spielen her kennt. Das vereinfacht die Kämpfe, nimmt ihnen aber gleichzeitig etwas die Spannung.
Grafik und Sound:
„DISSIDIA 012“ holt grafisch womöglich das letzte aus der PSP heraus. Und das nicht nur in den Zwischensequenzen, sondern vor allem auch bei den Charakteren, von denen man einige noch nie so schön und detailliert gesehen hat. Viele Angriffe sehen spektakulär aus und zünden ein regelrechtes Feuerwerk auf dem Display. Neu in „DISSIDIA 012“ sind die frei erkundbaren Areale im Storymodus welche sehr hübsch anzusehen sind und einem das Gefühl vermitteln eine Welt zu erkunden.
Auf die Ohren gibt es einige Titel aus den verschiedenen Final Fantasy Spielen. Das klingt nicht nur gut sondern macht den Nostalgie-Effekt komplett. Auch die Stimmen der Kämpfer können sich hören lassen. Hier haben die englischen Sprecher gute Arbeit geleistet.
Fazit:
„DISSIDIA 012[duodecim] Final Fantasy“ ist ein umfangreicher Genre-Mix aus Beat ‘Em Up und RPG. Die Grafik ist herrlich und holt möglicherweise das letzte aus der PSP heraus. Nach einer Eingewöhnungszeit ist die Steuerung gut umgesetzt und bietet mit dem neuen RPG-Modus auch eine Alternative. Die Kämpfer-Riege wurde gegenüber dem Vorgänger ordentlich aufgestockt, wehrend das Gameplay überwiegend beim Alten geblieben ist. Fans des Vorgängers haben keinen Grund hier nicht zuzugreifen. Alle anderen sollten lieber mal Probespielen, den „DISSIDIA 012“ ist ein hervorragendes aber auch eigenwilliges Spiel, dass nicht jedem gefallen könnt. Vor allen das Englische Menü könnte abschreckend wirken.
|