von Michael Pernek
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Lost Odyseey

Ein Bericht von Michael Pernek

Kaim Argonar ist unsterblich und reist als Söldner von Schlachtfeld zu Schlachtfeld. Ohne Erinnerung an die letzten Tausend Jahre zieht Kaim rastlos umher. Hironobu Sakaguchi - der Entwickler der Final Fantasy Reihe - bringt den Spieler, mit Lost Odessey, XBox exklusiv, in noch unerforschte Story-Gefilde. Das leicht Morbide wirkende Spiel, welches das Leben und Sterben der Menschen in kleinen Geschickten verarbeitet, ist für RPG-Fans einen genaueren Blick wert.

Das bessere Final Fantasy?

Mit Final Fantasy kam der Japan-Rollenspiel-Hype nach Europa und verschaffte dem bis dato eher unbekannten, rundenbasierenden Gameplay eine treue Fan-Gemeinde. Kinoreife Zwischensequenzen und eine berauschende Grafik waren seither die Hauptattribute mit denen die Final Fantasy Reihe auftrumpfen konnte. Leider bastelte man auch immer wieder am Gameplay herum und nur all zu oft mit mäßigen Ergebnissen. Lost Odyssey ist nun ein Titel der sich wieder auf alte Werte besinnt und deshalb gerne mal mit dem guten alten Final Fantasy VII verglichen wird.

Und tatsächlich, klassischer könnte das Gameplay garnicht mehr sein. Per Menü wählt man seine Spielzüge, während der Gegner geduldig darauf wartet, dass man seine Strategie überlegt und eingeleitet hat. (Das schreckt Action-Freaks natürlich ab. Diese sollten aber ohnehin lieber zu "Devil May Cry 4" greifen.) Das ganze spielt sich anspruchsvoller als dies vielleicht klingen mag. Die falsche Taktik oder unvorsichtig gewählte Spielzüge können leicht zum Game Over führen. Geschickt platzierte Speicherpunkte schwächen den höheren Schwierigkeitsgrad aber wieder ab.

Die Grafik von Lost Odyssey ist ein Augenschmaus und holt alles aus der XBox 360 raus. Atemberaubend schlägt sich Kaim - der Hauptheld von Lost Odyssey - schon zu Beginn des Spiels, durch eine ganze Arme von Feinden. Dabei macht er sogar Neo aus Matrix Konkurrenz und erlaubt sich trotzdem kein Ruckeln. Bei den, im Spiel immer wieder kehrenden, Zufallskämpfen tritt man gleich mit fünf Charakteren an und Kämpft mit bis zu acht Gegnern gleichzeitig. Neben den Zaubern und Spezialattacken sind besonders die weiblichen Weggefährten Kaims eine Freude. Die Hübschen und sehr sexy verpackten Mitstreiterinnen lassen Männerherzen höher schlagen.

Auch über den Umfang lest sich nicht meckern. Ganze vier DVDs gilt es zu durchspielen, und damit rund 80 Stunden Spielspaß. Über die oft sehr düsteren Erinnerungssequenzen, die in Textform aufbereitet wurden, kann man geteilter Meinung sein. Wem es nicht gefällt der kann es ja, ohne große Handlungseinbußen, überspringen. Etwas Morbide für meinen Geschmack sind Beerdigungen die in Form eines Mini-Spiels erzählt werden. Solche geschmacklich grenzwertigen Einlagen in Lost Odyssey sind jedoch zu verschmerzen, angesichts des gelungenen Gesamteindrucks.

Fazit: Liebhaber des Japanischen-RPGs können bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten einmal Probespielen. Für Kinder ist Lost Odyssey nicht wirklich geeignet.

Für diejenigen die mit Lost Odyssey ihr erstes Japanisches Rollenspiel vor sich haben, hier noch einige schnelle Tipps.

- Kauft immer ausreichend Heiltränke ein. Lieber, beim Händler, auf einen neuen Gegenstand verzichten als mit zu wenig oder zu schwacher Heiltränke in den Kampf zu ziehen.

- Kontrolliert zwischen den Kämpfen immer wieder eure Gesundheit und den Magiepunktstand. Vergesst auch nicht die Ausrüstung regelmäßig auszutauschen, um neue Fähigkeiten zu erlernen.

- Gruppenmitglieder die ihr nicht in eurer Kampfgruppe untergebracht habt können euch trotzdem noch nützlich sein. Setzt sie zwischen den Kämpfen, über das Menü, als Heiler ein. Das Spart euch Heiltränke und Magiepunkte.

- Wenn ihr bei einem Kampf nicht weiterkommt, solltet ihr eure Taktik ändern. Probiert andere Zauber, andere Attacken und überprüft wie ihr die Charaktere positioniert habt. Magier sollten immer hinter den Kriegern stehen!

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