ROLAND "ROCO" COLERUS - MEIN LEBENSLAUF
DER ANFANG DER SAURIER DIE FAMILIE
Der "Brüller" Roland "Roco" Colerus - Vienna/Austria August 15, 2010 Gabriela - Romina - Ronnie - Leon
Am 15.2.44 während eines
Bombenangriffs auf Wien !
Resultat -> Zangengeburt
HOBBIES
Webdesigner, Sport,
Lesen, Kartenspielen
Frau: Gabriela (ein zeitloses Geschöpf)
Kinder: Romina (32), Ronnie (30)
Enkel: Leon (12 - 1.76!)
Alle Fotos - Ausnahme "Familie" - kann man zur Vergrößerung anklicken.
Beste Ansicht der Website: 1280 x 1024 - alle Browser!
1944 - 1950: VORSCHULZEIT
Wir bewohnten den gesamten 1. Stock (160 qm) einer alten Villa in der Dornbacherstraße 43, 1170 Wien.

Das Wohnzimmer war 56 qm groß und wurde später regelmäßig als "Sporthalle" (Tischtennis, Landhockey mit Spazierstöcken oder Sitzfußball) verwendet. Über die Balkonstiege (im Winter meine "Rodelbahn") gelangte man in den großen Garten, in dem sich ein prachtvoller Kastanien- und ein morscher Nussbaum sowie diverse Obst- und Nadelbäume befanden. Unnötig zu erwähnen, dass ich sämtliche Bäume "bekletterte" und hin und wieder unfreiwillig auf den schmerzhaften Boden der Realität zurückkehrte!
Abgesehen von der Tatsache, dass die Villenbesitzer permanent bestrebt waren nicht nur uns Kindern das Leben schwer zu machen, verbrachte ich dort eine traumhaft schöne und abwechslungsreiche Kindheit. Besonders gern spielten wir "Indianer und Trapper" oder schlichen uns in den Nachbargarten, der total verwildert und deshalb "unheimlich" aufregend war.

1944 1944 1945 1945 1945 1946
Mein Dati Meine Mami Ein Männlein steht im Walde, ganz boshaft und frech! Und so konnte ich auch sein! Das Zwergerl und der Riese Endlich 'beritten'
1946 1947 1947 1948 1949 1950
Der Wichtigtuer Vor einer wilden Rodelpartie In diesem Korb bewahre ich meine alten Photos auf! Von links nach rechts: Pauli, Roco, Ruthi und Hansi Meine erste 'Verlobte' Grete Abschlußfeier Kindergarten - Der 'Fidler'

Obwohl die Villa (ehemaliges Jagdschloss von Kaiserin Maria Theresia) unter Denkmalschutz stand, ließ sie der Alleinerbe (sein Bruder war übrigens ein Supertyp  und exzellenter Tanzlehrer) nach dem Tod seiner Eltern in einem Ausmaß verfallen, dass ihm eine Umwidmung gelang und wir schließlich 1977 ausziehen mussten. Seiner Geldgier fiel praktisch der gesamte Garten (zirka 3.000 qm) samt nahezu allen Bäumen zum Opfer, um entsprechenden Platz für zwei mittelprächtige Häuser mit Eigentumswohnungen zu schaffen.

1950 - 1954: VOLKSSCHULE RUPERTUSPLATZ - 1170 WIEN
1. Klasse Volksschule (oberste Reihe, 2. Kind von rechts)
Sommer 1954 - Ob blond - ob braun..., war scheinbar schon damals meine Devise!
Als Klassenbester abgeschlossen - das waren noch erfreuliche Zeiten für meine Eltern!
In der Schule war ich überhaupt ein "Haserl", obwohl ich einmal von Pater Petrus (unser Katechet) eine kräftige "Watschen" kassierte!
1954 - 1963: BUNDESREALGYMNASIUM MAROLTINGERGASSE - 1160 WIEN

3. - 7. Klasse jedes Jahr Nachprüfung (Ausnahme 6. Klasse), 4. Klasse wiederholt!
"Zusammenarbeit" drei Monate vor Matura/Abitur meinerseits beendet.

Ab der 3. Klasse "erlahmte" zusehends mein Interesse am Unterricht. Die ersten zwei Stunden verbrachte ich meist in einem "Dämmerzustand", was sich erst viele Jahre später mit dem Umstand erklären ließ, dass ich schon damals ein Nachtmensch war. Daher waren für mich Schularbeiten oder mündliche Prüfungen vor der dritten Stunde "leere Kilometer".

Beim 'Schulschwänztraining'!

Im Wiederholungsjahr begann meine Zeit des Schulschwänzens, wobei ich sehr erfinderisch war, wie ich zumindest glaubte.
So fuhr ich mit meinem Rennrad (Geschenk meines Taufpaten zur Firmung)  brav in Richtung Schule, um nach einer zeitlichen Verzögerung nach Hause umzukehren. Ich erzählte "aufgeregt", dass der Fiala (Klassenkollege) an Scharlach erkrankt und die Schule deshalb geschlossen sei. Anschließend legte ich mich wieder zufrieden ins Bett, als das Telefon läutete. Schlimmes ahnend lauschte ich, hörte die aufgebrachte Stimme meiner Mutter und das Wort Trottel. Stillschweigend zog ich mich wieder an und strampelte zurück zur "Stätte des Grauens". Das Ganze wäre nie aufgeflogen, hätte ich nicht auf die ärztliche Untersuchung für den Schulschikurs vergessen!

Dafür war ich schon mit 14 Mitglied der Fußballschulauswahl sowie der Jugendmannschaft des Wr. Sportclub, der 1957 und 1958 ungeschlagen österreichischer Meister wurde und im Europacup z.B. den berühmten italienischen Klub Juventus Turin mit 7:0 deklassierte! Meine absolut mögliche Karriere wurde aber durch einen Beinbruch jäh gestoppt, den ich mir bei einem Klassenmatch zugezogen hatte.

In der Folge begann ich mich daher auch auf Handball zu konzentrieren.

Vor einem Sprungwurf

Durch meinen besten Freund Pauli Haber (wir sind bereits seit 65 Jahren unzertrennlich, auch wenn wir uns manchmal Jahre nicht sehen!) trat ich der Hakoah bei, deren Präsident sein Vater und mein "Onkel Karli" war!

Dadurch kam ich auch 1961 in den Genuss der Maccabiade (jüdische olympische Spiele) in Israel.
Nachdem diese Großveranstaltung zu Schulbeginn stattfand, hätte ich im Fall einer Nachprüfung nicht mitfahren können und verzichtete somit auf diese schon "liebgewonnene" Feriengestaltung! Einerseits freuten sich natürlich meine Eltern über einen ausnahmsweise entspannten Sommer, andererseits hätten sie mich gerne erwürgt, war dies doch der Beweis dafür, dass ich konnte wenn ich wollte!

Diese Reise war ein phantastisches Erlebnis:

Von Venedig ging es mit dem abgebildeten "Ozeanriesen" durch die Straße von Korinth nach Piräus. Wir fuhren nach Athen, wo die Hitze und der Gestank einer Unzahl von Autobussen nahezu unerträglich waren. Dafür wurde ich auf der Akropolis mehr als nur entschädigt, da die griechische Mythologie zu meinen Lieblingslektüren zählte und ich diverse Götter nahezu "riechen" konnte!

Zirka 8.000 t und sämtliche Häuseln verschissen!
1961 Athen: Oberste Reihe, 2. von links

Nach Zwischenstopps auf Rhodos (wunderschön) und Zypern (scheußlich), erreichten wir schließlich die prachtvolle israelische Hafenstadt Haiffa. Dort wurden wir mit einem Autobus abgeholt, in das olympische Dorf gebracht und akkreditiert.

Mein Ausweis

Ich verbrachte die Nächte so wie viele andere Sportler in einem der zahlreichen Militärzelte, während Pauli leider aufgrund einer im falschen Moment ausgebrochenen Krankheit in einem der Häuser untergebracht war.
Beim Frühstück saß ich einmal an einem Tisch mit dem damals berühmten Kugelstoßer und Schwergewichtsstemmer Gary Gubner (Photo rechts unten), der diesen fast zur Gänze für die verschiedensten Pillen sowie Unmengen an Kraftnahrung benötigte! Er gewann übrigens Gold im Kugelstoßen, Diskuswerfen und Stemmen.
Als Gäste waren die US-Topstars Rafer Johnson (
Olympiasieger 1960 in Rom und Weltrekordler im Zehnkampf) und John Thomas (Weltrekordler im Hochsprung) einen Tag im Camp. Sie ließen sich bereitwillig photografieren, wie der Schnappschuss links unten belegt.

1961 Israel: John Thomas (Weltrekordler im Hochsprung) und Rafer Johnson (Olympiasieger 1960 in Rom und Weltrekordler im Zehnkampf)
Gary Gubner: Hallenweltrekord im Kugelstoßen und Vizeweltmeister im Stemmen

Bei der Eröffnungsfeier durch Staatspräsident Ben Zwi waren gut 40.000 Zuseher im Ramat Gan Stadion von Tel Aviv und ich bekam vor lauter Aufregung kaum Luft! Außerdem gab es einen Rüffel durch den Sektionsleiter, weil ich dem Publikum zugewunken hatte.

Im Spiel gegen die Schweiz warf ich knapp vor Schluss den Ausgleichstreffer zum 7:7, stand am nächsten Tag in allen Zeitungen (ich musste es mir zwangsläufig übersetzen lassen) und wurde am Zaun des olympischen Dorfes von weiblichen Fans um Autogramme bestürmt! Auch gegen Israel gelang mir ein Tor, was allerdings nichts änderte, da wir gegen den späteren Turniersieger 4:12 verloren.

Wir besichtigten Jerusalem, Akkon mit seiner berühmten Moschee, Caesarea und natürlich Tel Aviv. In der von der Jugend dominierten Stadt am Meer herrschte in der Dizzengoff Street und auf dem gleichnamigen Square (inzwischen Weltkulturerbe der UNESCO) ein Treiben, wie ich es später nur in London erlebt habe!

Zwischendurch waren wir Gäste des österreichischen Botschafters, wobei Pauli, seine Schwester Ruthi (Teamfoto 2. von links) und ich wie gewohnt in "biblischer Manier" über die servierten Brötchen herfielen.

Außerdem lernte ich ein Fräulein kennen, mit dem ich aus gewissen Gründen eine einsame Bootsfahrt unternahm. Allerdings kam es zu keinem wirklichen "Feindkontakt", da mich die mitgebrachte Maschinenpistole (Berta war gerade in der Armee) ziemlich beunruhigte.

Athen 1961: Mein bester Freund Pauli Haber
1961 Israel: Eröffnung der Maccabiade: 2. Reihe Mitte
Mein 'Flintenweib' Berta
1961 Jerusalem
1961 Akkon/Israel: Mit Sonny, der Freundin von Pauli

Die Schlussfeier fand auf dem riesigen Dizzengoff Square statt. Dort tanzten viele Mitglieder aller teilnehmenden Länder zu den Klängen des berühmten hebräischen Volkslieds "Hava Nagila" den israelischen Nationaltanz "Hora". Die ausgelassene, friedliche und völkerverbindene Stimmung werde ich mein Leben lang nicht vergessen!

Ab der 7. Klasse "verlagerte" sich mein Wirkungsbreich vorrangig auf die Wiener Tageskinos (meist Montag - Mittwoch, um plausibel "krank" zu sein) und den Prater, wo ich zu einem "Flipperstar" avancierte. Bei Schönwetter unternahm ich aber auch immer wieder Mopedausfahrten oder machte eines der Wiener Bäder unsicher.

Mit unserem "Schacherl" von links nach rechts: Wolfgang, Alois, Peter, Erich, Roco & Heinzi

So nebenbei brach ich mir im Rahmen eines Schikurses in Saalbach den rechten Daumen (siehe Foto). Weit gefehlt nun anzunehmen, dies wäre bei einem Sturz passiert. Tatsächlich hatte ich einem Klassenkollegen einen Kinnhaken verpasst, der urspünglich ein Schachbrett haltend die Stiege vom 2. in den 1. Stock "abstürzte", mich aber nicht verpetzte!

1962: Das "Corpus delicti"!

Zusätzlich hatte ich am 22.2.62 um exakt 22 Uhr einen Mopedunfall (Puch DS 50), da mir nichts Sinnvolleres eingefallen war als seitlich in einen PKW zu "donnern"! Während ich mich mit einer Brustkorbprellung und einer Knieverletzung auf dem Boden wälzte, lief mein Beifahrer im Schock davon, während der Autobesitzer nur über seinen beschädigten neuen Wagen jammerte anstatt sich um mich zu kümmern.
Dieser Unfall trug mir übrigens eine Vorstrafe wegen "Körperverletzung" ein, denn damals gab es noch dieses unsinnige Gesetz in Österreich!          --->

1968: Tilgung meiner "Vorstrafe" !

In der 8. Klasse stellte ich endlich einen neuen Schulrekord mit 256 unentschuldigten Stunden auf, der allerdings nur meine Begeisterung erweckte! An den wenigen Tagen, die ich anwesend war, wurde ich flugs in den verschiedensten Gegenständen geprüft, um mir ebenso schnell meinen jeweiligen "Fleck" abzuholen.

Rühmliche Ausnahme war Musik, wo mir die Professorin trotz größter Anstrengung ein Befriedigend geben musste. Dafür prüfte sich mich zur allgemeinen Überraschung eine Woche später nochmals, wobei es wiederum zu keinem "Pinsch" langte. Davon ausgehend, dass die werte Dame mit mir noch nicht abgeschlossen hatte, bereitete ich folgenden Notfallplan vor: Sollte ich wiederum auf dem Podium neben dem Klavier "gequält" werden, würde ich eine Ohnmacht vortäuschen und mich vorerst auf dem Musikinstrument abstützen. Dies wäre das Zeichen für Wolfgang und Stephan (meine beiden kräftigsten Mitschüler) das Podium zu stürmen. Ich würde mich dann einfach nach hinten fallen lassen, um von ihnen aufgefangen zu werden.
Tatsächlich sorgte die "Pädagogin" für dieses einstudierte Schauspiel, das erfreulicherweise perfekt klappte! Meine "Securities" trugen mich anschließend ins Arztzimmer, wo ich es mir bequem machte. Das Ganze sorgte für großes Aufsehen und trug mir eine Vielzahl bewundernder Blicke ein.

Einige Wochen später ließ ich mich in der großen Pause in einem Schlafsack (nur mein Kopf sah heraus) vom 2. Stock ins Parterre tragen und für wissenschaftliche Zwecke vor das "Naturgeschichtskammerl" legen. Dieses Ereignis war vorallem für die auf diesem Gang "angesiedelten" Erstklassler eine echte Sensation, konnten sie nun doch den berühmt-berüchtigten Colerus aus nächster Nähe betrachten. Natürlich rief dieser Tumult auch einige ProfessorInnen auf den Plan, wobei eine mit dem Spruch "Hör' auf mit dem Blödsinn und steh' auf" für zusätzliche Heiterkeit sorgte! Anschließend wurde ich im Schulhof deponiert, wo mich die blühenden Bäume dermaßen animierten, dass ich lauthals und wiederholt unsere Schulhymne singen musste. Obwohl ich den Text fehlerlos beherrschte und meine Intonation ansprechend war, trug mir dies sowohl einen Eintrag ins Klassenbuch als vorallem auch vier Stunden Karzer ein, den ich ausschließlich im Interesse der mich beaufsichtigenden Lehrkraft (ein "Beiwagerl") auf eine Stunde verkürzte!

Außerdem musste ich einmal mit dem Gesicht zur Wand im "Winkerl" stehen, nur weil ich zu Beginn einer Deutschstunde rauchend im Kleiderkasten saß. Abgesehen davon, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits 19 Jahre alt war, kam der Unterricht solange total zum Erliegen, bis ich wieder Platz nehmen durfte. Darauf verzichtete ich aber großzügig und verließ die Schule, um mir im "92er" (legendäres Beisel gegenüber der Schule) ein Cola-Rum zu genehmigen.

Nachdem ich die 8. Klasse nicht wiederholen wollte, entfernte ich mich nach dem 2. Trimester mit folgendem Abgangszeugnis:
Das Glanzstück!

Was mich noch heute nahezu fassungslos macht, ist die Tatsache, dass ich in Betragen ein Gut hatte. Nicht zuletzt deshalb erzielte ich den ausge- zeichneten Notendurchschnitt von 3,56 :)

1963, wenige Tage vor meinem Abschied!

Trotzdem ließen mich meine unglaublich großzügigen und leidgeprüften Eltern auf die Maturareise nach Bibione mitfahren!
Diese Woche war ausgesprochen abwechslungsreich, wozu vorallem diverse Sauforgien beitrugen. Ein Klassenkollege war z.B. dermaßen betrunken, dass er statt ins Hotel schnurstracks ins Meer wanderte. Wir fingen ihn daher nicht nur ein sondern verpassten ihm auch eine eiskalte Dusche, die einen gigantischen Schüttelfrost auslöste. Ich habe niemals wieder einen menschliches Wesen derart mit den Zähnen klappern gehört!

Ich Trottel, jetzt kann ich die Matura nachholen!
1.9.1963 - 28.2.1964: HOTELFACHSCHULE JAURESGASSE - 1030 WIEN

Nach wenigen Tagen wurden sieben Kollegen und ich beim Rauchen einer gemeinsamen Zigarette auf der Toilette erwischt.
Daraus resultierte für mich ein monatelanger Strafdienst (jeden Samstag und Sonntag bis zu 6 Stunden), der zusätzlich verlängert wurde, weil ich einmal um zirka 30 Minuten zu spät kam. Ich war nämlich bei Glatteis mit meinem Moped unterwegs gewesen und hatte eine "Brez'n gerissen".
Ende Februar verzichtete man dann gänzlich auf meine Anwesenheit, da ich die TV-Übertragung des Abfahrtslaufs der Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck einer Englischschularbeit vorgezogen hatte und in einem nahegelegenen Cafehaus "aufgegriffen" worden war!
Ich war darob nicht wirklich unglücklich, denn vorallem die Praxistage in der Küche und im Service sagten mir überhaupt nicht zu, was ich auch ungewollt demonstrierte:
Beim Knochenhacken traf ich unseren Küchenchef - er war damals Fernsehkoch und hielt sich somit für einen Star - mit einem größeren Stück in den Rücken, während ich dem "Hausdrachen" (Schuldirektorin) beim Servieren des Mittagessens ein Glas Wein auf den Schoß schüttete!
---
Das nicht mehr existierende Cafehaus habe ich übrigens in allerbester Erinnerung, "verdiente" ich doch dort beim Kartenspielen im Schnitt 2.000 Schilling (zirka € 145.-) pro Monat!

1965: HANDELSSCHULE GETREIDEMARKT - 1010 WIEN

Schon wieder Schule!

Dieser "Besuch" dauerte allerdings kaum zwei Wochen, weil ich aufgrund des Vormittagsunterrichts kaum die Augen offen halten konnte!
Außerdem gefiel mir die junge Lehrerin außerordentlich, was leider nicht auf Gegenseitigkeit beruhte, weshalb es für mich schon gar keinen Grund gab dort länger zu verweilen.

1.4. - 30.11.1966: BUNDESHEER IN STOCKERAU (NÖ) UND WIEN

Die zehnwöchige Grundausbildung zum Pionier in Stockerau, wo ich zum Zimmer- und Kompaniesprecher gewählt wurde, lenkte mich wenigstens teilweise vom Verlust meines Vaters ab. Dieser war am 22.3. nach langer, schwerer Krankheit verstorben, wobei ihn meine Mutter und ich rund um die Uhr bis zum letzten Atemzug gepflegt hatten.
---
Die bereits um 7 Uhr beginnenden "Vorträge" über Panzer sowie anderen Schwachsinn waren nahezu unerträglich. Nachdem mir unentwegt die Augen zufielen, bediente ich mich eines alten Tricks. Ich steckte mir entsprechend präparierte Zahnstocher in die Augenhöhlen, um ja keine Einzelübungen auf der "Blutwiese" zu riskieren.
---

Glücklicherweise sorgte meine Mutter für die Versetzung in die Fasangartenkaserne nach Wien, wo ich als Schreiber in der Kompaniekanzlei fungierte.
Vorallem zeichnete ich mich jedoch in den Mittagspausen aus, in denen ich mit einem Oberstleutnant, einem Major sowie einem Oberamtsrat mein Lieblingskartenspiel Bridge "zelebrierte".
Mein nachweislich großes Talent bewahrte mich auch einmal vor einer saftigen Strafe, als ich nämlich eines Tages heimlich von der Kaserne zu meiner Mutter frühstücken fuhr, was natürlich den Tatbestand "Unerlaubtes Entfernen von der Truppe" erfüllt hätte!

Nur mehr wenige Tage!
Bundesheer 1966: Im Bett hinten und "gestreift".

Außerdem wurde ich zu meiner Überraschung befördert! Ich bin noch heute davon überzeugt, dass diese nur aus meinem unermüdlichen Einsatz beim Kartenspielen resultierte. Überdies war ich für einen etwaigen Kriegseinsatz bestens ausgebildet, hatte ich doch mein Sturmgewehr wiederholt auseinander nehmen, putzen (?) und wieder zusammensetzen sowie nicht weniger als drei Schüsse mit scharfer Munition abfeuern dürfen!

1965 - 1968: MATURASCHULE DR. ROLAND - 1070 WIEN
Warum einfach, wenn es auch schwierig geht!
1966 Maturaschule vor dem Bundesheer

Daher hatte ich das zweifelhafte Vergnügen den Vorschriften entsprechend zuerst in allen Nebenfächern mündliche Prüfungen zu bestehen, bevor ich zum "Finale" in den vier Hauptfächern Deutsch, Englisch, Latein und Mathematik schriftlich und mündlich antreten durfte.
Matura/Abitur im Februar 1968 mit "geringfügiger" Verspätung geschafft, die ich übrigens mein ganzes Berufsleben nicht benötigt habe.
---
Mein Abschluss beglückte zwar meine Mutter nicht jedoch aus sportlichen Gründen den Juniorchef der Maturaschule, verlor er doch dadurch den Mittelstürmer und Goalgetter seiner Schulmannschaft.

Bereits wenige Tage später saß ich im Zug Richtung England, um ein neuen und in jeder Beziehung intensiven Lebensabschnitt zu beginnen!

ROLAND "ROCO" COLERUS - MEIN LEBENSLAUF
DER ANFANG DER SAURIER DIE FAMILIE
Der "Brüller" Roland "Roco" Colerus - Vienna/Austria August 15, 2010
Am 15.2.44 während eines
Bombenangriffs auf Wien !
Resultat -> Zangengeburt
HOBBIES
Webdesigner, Sport,
Lesen, Kartenspielen
Frau: Gabriela (ein zeitloses Geschöpf)
Kinder: Romina (32), Ronnie (30)
Enkel: Leon (12 - 1.76!)
Alle Fotos - Ausnahme "Familie" - kann man zur Vergrößerung anklicken.
Beste Ansicht der Website: 1280 x 1024 - alle Browser!
1944 - 1950: VORSCHULZEIT
Wir bewohnten den gesamten 1. Stock (160 qm) einer alten Villa in der Dornbacherstraße 43, 1170 Wien.

Das Wohnzimmer war 56 qm groß und wurde später regelmäßig als "Sporthalle" (Tischtennis, Landhockey mit Spazierstöcken oder Sitzfußball) verwendet. Über die Balkonstiege (im Winter meine "Rodelbahn") gelangte man in den großen Garten, in dem sich ein prachtvoller Kastanien- und ein morscher Nussbaum sowie diverse Obst- und Nadelbäume befanden. Unnötig zu erwähnen, dass ich sämtliche Bäume "bekletterte" und hin und wieder unfreiwillig auf den schmerzhaften Boden der Realität zurückkehrte!
Abgesehen von der Tatsache, dass die Villenbesitzer permanent bestrebt waren nicht nur uns Kindern das Leben schwer zu machen, verbrachte ich dort eine traumhaft schöne und abwechslungsreiche Kindheit. Besonders gern spielten wir "Indianer und Trapper" oder schlichen uns in den Nachbargarten, der total verwildert und deshalb "unheimlich" aufregend war.

1944 1944 1945 1945 1945 1946
Mein Dati Meine Mami Ein Männlein steht im Walde, ganz boshaft und frech! Und so konnte ich auch sein! Das Zwergerl und der Riese Endlich 'beritten'
1946 1947 1947 1948 1949 1950
Der Wichtigtuer Vor einer wilden Rodelpartie In diesem Korb bewahre ich meine alten Photos auf! Von links nach rechts: Pauli, Roco, Ruthi und Hansi Meine erste 'Verlobte' Grete Abschlußfeier Kindergarten - Der 'Fidler'

Obwohl die Villa (ehemaliges Jagdschloss von Kaiserin Maria Theresia) unter Denkmalschutz stand, ließ sie der Alleinerbe (sein Bruder war übrigens ein Supertyp  und exzellenter Tanzlehrer) nach dem Tod seiner Eltern in einem Ausmaß verfallen, dass ihm eine Umwidmung gelang und wir schließlich 1977 ausziehen mussten. Seiner Geldgier fiel praktisch der gesamte Garten (zirka 3.000 qm) samt nahezu allen Bäumen zum Opfer, um entsprechenden Platz für zwei mittelprächtige Häuser mit Eigentumswohnungen zu schaffen.

1950 - 1954: VOLKSSCHULE RUPERTUSPLATZ - 1170 WIEN
1. Klasse Volksschule (oberste Reihe, 2. Kind von rechts)
Sommer 1954 - Ob blond - ob braun..., war scheinbar schon damals meine Devise!
Als Klassenbester abgeschlossen - das waren noch erfreuliche Zeiten für meine Eltern!
In der Schule war ich überhaupt ein "Haserl", obwohl ich einmal von Pater Petrus (unser Katechet) eine kräftige "Watschen" kassierte!
1954 - 1963: BUNDESREALGYMNASIUM MAROLTINGERGASSE - 1160 WIEN

3. - 7. Klasse jedes Jahr Nachprüfung (Ausnahme 6. Klasse), 4. Klasse wiederholt!
"Zusammenarbeit" drei Monate vor Matura/Abitur meinerseits beendet.

Ab der 3. Klasse "erlahmte" zusehends mein Interesse am Unterricht. Die ersten zwei Stunden verbrachte ich meist in einem "Dämmerzustand", was sich erst viele Jahre später mit dem Umstand erklären ließ, dass ich schon damals ein Nachtmensch war. Daher waren für mich Schularbeiten oder mündliche Prüfungen vor der dritten Stunde "leere Kilometer".

Beim 'Schulschwänztraining'!

Im Wiederholungsjahr begann meine Zeit des Schulschwänzens, wobei ich sehr erfinderisch war, wie ich zumindest glaubte.
So fuhr ich mit meinem Rennrad (Geschenk meines Taufpaten zur Firmung)  brav in Richtung Schule, um nach einer zeitlichen Verzögerung nach Hause umzukehren. Ich erzählte "aufgeregt", dass der Fiala (Klassenkollege) an Scharlach erkrankt und die Schule deshalb geschlossen sei. Anschließend legte ich mich wieder zufrieden ins Bett, als das Telefon läutete. Schlimmes ahnend lauschte ich, hörte die aufgebrachte Stimme meiner Mutter und das Wort Trottel. Stillschweigend zog ich mich wieder an und strampelte zurück zur "Stätte des Grauens". Das Ganze wäre nie aufgeflogen, hätte ich nicht auf die ärztliche Untersuchung für den Schulschikurs vergessen!

Dafür war ich schon mit 14 Mitglied der Fußballschulauswahl sowie der Jugendmannschaft des Wr. Sportclub, der 1957 und 1958 ungeschlagen österreichischer Meister wurde und im Europacup z.B. den berühmten italienischen Klub Juventus Turin mit 7:0 deklassierte! Meine absolut mögliche Karriere wurde aber durch einen Beinbruch jäh gestoppt, den ich mir bei einem Klassenmatch zuzog.

In der Folge begann ich mich daher auch auf Handball zu konzentrieren.

Vor einem Sprungwurf

Durch meinen besten Freund Pauli Haber (wir sind bereits seit 65 Jahren unzertrennlich, auch wenn wir uns manchmal Jahre nicht sehen!) trat ich der Hakoah bei, deren Präsident sein Vater und mein "Onkel Karli" war!

Dadurch kam ich auch 1961 in den Genuss der Maccabiade (jüdische olympische Spiele) in Israel.
Nachdem diese Großveranstaltung zu Schulbeginn stattfand, hätte ich im Fall einer Nachprüfung nicht mitfahren können und verzichtete somit auf diese schon "liebgewonnene" Feriengestaltung! Einerseits freuten sich natürlich meine Eltern über einen ausnahmsweise entspannten Sommer, andererseits hätten sie mich gerne erwürgt, war dies doch der Beweis dafür, daß ich konnte wenn ich wollte!

Diese Reise war ein phantastisches Erlebnis:

Von Venedig ging es mit dem abgebildeten "Ozeanriesen" durch die Straße von Korinth nach Piräus. Wir fuhren nach Athen, wo die Hitze und der Gestank einer Unzahl von Autobussen nahezu unerträglich waren. Dafür wurde ich auf der Akropolis mehr als nur entschädigt, da die griechische Mythologie zu meinen Lieblingslektüren zählte und ich diverse Götter nahezu "riechen" konnte!

Zirka 8.000 t und sämtliche Häuseln verschissen!
1961 Athen: Oberste Reihe, 2. von links

Nach Zwischenstopps auf Rhodos (wunderschön) und Zypern (scheußlich), erreichten wir schließlich die prachtvolle israelische Hafenstadt Haiffa. Dort wurden wir mit einem Autobus abgeholt, in das olympische Dorf gebracht und akkreditiert.

Mein Ausweis

Ich verbrachte die Nächte so wie viele andere Sportler in einem der zahlreichen Militärzelte, während Pauli leider aufgrund einer im falschen Moment ausgebrochenen Krankheit in einem der Häuser untergebracht war.
Beim Frühstück saß ich einmal an einem Tisch mit dem damals berühmten Kugelstoßer und Schwergewichtsstemmer Gary Gubner (Photo rechts unten), der diesen fast zur Gänze für die verschiedensten Pillen sowie Unmengen an Kraftnahrung benötigte! Er gewann übrigens Gold im Kugelstoßen, Diskuswerfen und Stemmen.
Als Gäste waren die US-Topstars Rafer Johnson (
Olympiasieger 1960 in Rom und Weltrekordler im Zehnkampf) und John Thomas (Weltrekordler im Hochsprung) einen Tag im Camp. Sie ließen sich bereitwillig photografieren, wie der Schnappschuss links unten belegt.

1961 Israel: John Thomas (Weltrekordler im Hochsprung) und Rafer Johnson (Olympiasieger 1960 in Rom und Weltrekordler im Zehnkampf)
Gary Gubner: Hallenweltrekord im Kugelstoßen und Vizeweltmeister im Stemmen

Bei der Eröffnungsfeier durch Staatspräsident Ben Zwi waren gut 40.000 Zuseher im Ramat Gan Stadion von Tel Aviv und ich bekam vor lauter Aufregung kaum Luft! Außerdem gab es einen Rüffel durch den Sektionsleiter, weil ich dem Publikum zugewunken hatte.

Im Spiel gegen die Schweiz warf ich knapp vor Schluss den Ausgleichstreffer zum 7:7, stand am nächsten Tag in allen Zeitungen (ich musste es mir zwangsläufig übersetzen lassen) und wurde am Zaun des olympischen Dorfes von weiblichen Fans um Autogramme bestürmt! Auch gegen Israel gelang mir ein Tor, was allerdings nichts änderte, da wir gegen den späteren Turniersieger 4:12 verloren.

Wir besichtigten Jerusalem, Akkon mit seiner berühmten Moschee, Caesarea und natürlich Tel Aviv. In der von der Jugend dominierten Stadt am Meer herrschte in der Dizzengoff Street und auf dem gleichnamigen Square (inzwischen Weltkulturerbe der UNESCO) ein Treiben, wie ich es später nur in London erlebt habe!

Zwischendurch waren wir Gäste des österreichischen Botschafters, wobei Pauli, seine Schwester Ruthi (Teamfoto 2. von links) und ich wie gewohnt in "biblischer Manier" über die servierten Brötchen herfielen.

Außerdem lernte ich ein Fräulein kennen, mit dem ich aus gewissen Gründen eine einsame Bootsfahrt unternahm. Allerdings kam es zu keinem wirklichen "Feindkontakt", da mich die mitgebrachte Maschinenpistole (Berta war gerade in der Armee) ziemlich beunruhigte.

Athen 1961: Mein bester Freund Pauli Haber
1961 Israel: Eröffnung der Maccabiade: 2. Reihe Mitte
Mein 'Flintenweib' Berta
1961 Jerusalem
1961 Akkon/Israel: Mit Sonny, der Freundin von Pauli

Die Schlussfeier fand auf dem riesigen Dizzengoff Square statt. Dort tanzten viele Mitglieder aller teilnehmenden Länder zu den Klängen des berühmten hebräischen Volkslieds "Hava Nagila" den israelischen Nationaltanz "Hora". Die ausgelassene, friedliche und völkerverbindene Stimmung werde ich mein Leben lang nicht vergessen!

Ab der 7. Klasse "verlagerte" sich mein Wirkungsbreich vorrangig auf die Wiener Tageskinos (meist Montag - Mittwoch, um plausibel "krank" zu sein) und den Prater, wo ich zu einem "Flipperstar" avancierte. Bei Schönwetter unternahm ich aber auch immer wieder Mopedausfahrten oder machte eines der Wiener Bäder unsicher.

Mit unserem "Schacherl" von links nach rechts: Wolfgang, Alois, Peter, Erich, Roco & Heinzi

So nebenbei brach ich mir im Rahmen eines Schikurses in Saalbach den rechten Daumen (siehe Foto). Weit gefehlt nun anzunehmen, dies wäre bei einem Sturz passiert. Tatsächlich hatte ich einem Klassenkollegen einen Kinnhaken verpasst, der urspünglich ein Schachbrett haltend die Stiege vom 2. in den 1. Stock "abstürzte", mich aber nicht verpetzte!

1962: Das "Corpus delicti"!

Zusätzlich hatte ich am 22.2.62 um exakt 22 Uhr einen Mopedunfall (Puch DS 50), da mir nichts Sinnvolleres eingefallen war als seitlich in einen PKW zu "donnern"! Während ich mich mit einer Brustkorbprellung und einer Knieverletzung auf dem Boden wälzte, lief mein Beifahrer im Schock davon, während der Autobesitzer nur über seinen beschädigten neuen Wagen jammerte anstatt sich um mich zu kümmern.
Dieser Unfall trug mir übrigens eine Vorstrafe wegen "Körperverletzung" ein, denn damals gab es noch dieses unsinnige Gesetz in Österreich!          --->

1968: Tilgung meiner "Vorstrafe" !

In der 8. Klasse stellte ich endlich einen neuen Schulrekord mit 256 unentschuldigten Stunden auf, der allerdings nur meine Begeisterung erweckte! An den wenigen Tagen, die ich anwesend war, wurde ich flugs in den verschiedensten Gegenständen geprüft, um mir ebenso schnell meinen jeweiligen "Fleck" abzuholen.

Rühmliche Ausnahme war Musik, wo mir die Professorin trotz größter Anstrengung ein Befriedigend geben musste. Dafür prüfte sich mich zur allgemeinen Überraschung eine Woche später nochmals, wobei es wiederum zu keinem "Pinsch" langte. Davon ausgehend, dass die werte Dame mit mir noch nicht abgeschlossen hatte, bereitete ich folgenden Notfallplan vor: Sollte ich wiederum auf dem Podium neben dem Klavier "gequält" werden, würde ich eine Ohnmacht vortäuschen und mich vorerst auf dem Musikinstrument abstützen. Dies wäre das Zeichen für Wolfgang und Stephan (meine beiden kräftigsten Mitschüler) das Podium zu stürmen. Ich würde mich dann einfach nach hinten fallen lassen, um von ihnen aufgefangen zu werden.
Tatsächlich sorgte die "Pädagogin" für dieses einstudierte Schauspiel, das erfreulicherweise perfekt klappte! Meine "Securities" trugen mich anschließend ins Arztzimmer, wo ich es mir bequem machte. Das Ganze sorgte für großes Aufsehen und trug mir eine Vielzahl bewundernder Blicke ein.

Einige Wochen später ließ ich mich in der großen Pause in einem Schlafsack (nur mein Kopf sah heraus) vom 2. Stock ins Parterre tragen und für wissenschaftliche Zwecke vor das "Naturgeschichtskammerl" legen. Dieses Ereignis war vorallem für die auf diesem Gang "angesiedelten" Erstklassler eine echte Sensation, konnten sie nun doch den berühmt-berüchtigten Colerus aus nächster Nähe betrachten. Natürlich rief dieser Tumult auch einige ProfessorInnen auf den Plan, wobei eine mit dem Spruch "Hör' auf mit dem Blödsinn und steh' auf" für zusätzliche Heiterkeit sorgte! Anschließend wurde ich im Schulhof deponiert, wo mich die blühenden Bäume dermaßen animierten, dass ich lauthals und wiederholt unsere Schulhymne singen musste. Obwohl ich den Text fehlerlos beherrschte und meine Intonation ansprechend war, trug mir dies sowohl einen Eintrag ins Klassenbuch als vorallem auch vier Stunden Karzer ein, den ich ausschließlich im Interesse der mich beaufsichtigenden Lehrkraft (ein "Beiwagerl") auf eine Stunde verkürzte!

Außerdem musste ich einmal mit dem Gesicht zur Wand im "Winkerl" stehen, nur weil ich zu Beginn einer Deutschstunde rauchend im Kleiderkasten saß. Abgesehen davon, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits 19 Jahre alt war, kam der Unterricht solange total zum Erliegen, bis ich wieder Platz nehmen durfte. Darauf verzichtete ich aber großzügig und verließ die Schule, um mir im "92er" (legendäres Beisel gegenüber der Schule) ein Cola-Rum zu genehmigen.

Nachdem ich die 8. Klasse nicht wiederholen wollte, entfernte ich mich nach dem 2. Trimester mit folgendem Abgangszeugnis:
Das Glanzstück!

Was mich noch heute nahezu fassungslos macht, ist die Tatsache, dass ich in Betragen ein Gut hatte. Nicht zuletzt deshalb erzielte ich den ausge- zeichneten Notendurchschnitt von 3,56.

1963, wenige Tage vor meinem Abschied!

Trotzdem ließen mich meine unglaublich großzügigen und leidgeprüften Eltern auf die Maturareise nach Bibione mitfahren!
Diese Woche war ausgesprochen abwechslungsreich, wozu vorallem diverse Sauforgien beitrugen. Ein Klassenkollege war z.B. dermaßen betrunken, dass er statt ins Hotel schnurstracks ins Meer wanderte. Wir fingen ihn daher nicht nur ein sondern verpassten ihm auch eine eiskalte Dusche, die einen gigantischen Schüttelfrost auslöste. Ich habe niemals wieder einen menschliches Wesen derart mit den Zähnen klappern gehört!

Ich Trottel, jetzt kann ich die Matura nachholen!
1.9.1963 - 28.2.1964: HOTELFACHSCHULE JAURESGASSE - 1030 WIEN

Nach wenigen Tagen wurden sieben Kollegen und ich beim Rauchen einer gemeinsamen Zigarette auf der Toilette erwischt.
Daraus resultierte für mich ein monatelanger Strafdienst (jeden Samstag und Sonntag bis zu 6 Stunden), der zusätzlich verlängert wurde, weil ich einmal um zirka 30 Minuten zu spät kam. Ich war nämlich bei Glatteis mit meinem Moped unterwegs gewesen und hatte eine "Brez'n gerissen".
Ende Februar verzichtete man dann gänzlich auf meine Anwesenheit, da ich die TV-Übertragung des Abfahrtslaufs der Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck einer Englischschularbeit vorgezogen hatte und in einem nahegelegenen Cafehaus "aufgegriffen" worden war!
Ich war darob nicht wirklich unglücklich, denn vorallem die Praxistage in der Küche und im Service sagten mir überhaupt nicht zu, was ich auch ungewollt demonstrierte:
Beim Knochenhacken traf ich unseren Küchenchef - er war damals Fernsehkoch und hielt sich somit für einen Star - mit einem größeren Stück in den Rücken, während ich dem "Hausdrachen" (Schuldirektorin) beim Servieren des Mittagessens ein Glas Wein auf den Schoß schüttete!
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Das nicht mehr existierende Cafehaus habe ich übrigens in allerbester Erinnerung, "verdiente" ich doch dort beim Kartenspielen im Schnitt 2.000 Schilling (zirka € 145.-) pro Monat!

1965: HANDELSSCHULE GETREIDEMARKT - 1010 WIEN

Schon wieder Schule!

Dieser "Besuch" dauerte allerdings kaum zwei Wochen, weil ich aufgrund des Vormittagsunterrichts kaum die Augen offen halten konnte!
Außerdem gefiel mir die junge Lehrerin außerordentlich, was leider nicht auf Gegenseitigkeit beruhte, weshalb es für mich schon gar keinen Grund gab dort länger zu verweilen.

1.4. - 30.11.1966: BUNDESHEER IN STOCKERAU (NÖ) UND WIEN

Die zehnwöchige Grundausbildung zum Pionier in Stockerau, wo ich zum Zimmer- und Kompaniesprecher gewählt wurde, lenkte mich wenigstens teilweise vom Verlust meines Vaters ab. Dieser war am 22.3. nach langer, schwerer Krankheit verstorben, wobei ihn meine Mutter und ich rund um die Uhr bis zum letzten Atemzug gepflegt hatten.
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Die bereits um 7 Uhr beginnenden "Vorträge" über Panzer sowie anderen Schwachsinn waren nahezu unerträglich. Nachdem mir unentwegt die Augen zufielen, bediente ich mich eines alten Tricks. Ich steckte mir entsprechend präparierte Zahnstocher in die Augenhöhlen, um ja keine Einzelübungen auf der "Blutwiese" zu riskieren.
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Glücklicherweise sorgte meine Mutter für die Versetzung in die Fasangartenkaserne nach Wien, wo ich als Schreiber in der Kompaniekanzlei fungierte.
Vorallem zeichnete ich mich jedoch in den Mittagspausen aus, in denen ich mit einem Oberstleutnant, einem Major sowie einem Oberamtsrat mein Lieblingskartenspiel Bridge "zelebrierte".
Mein nachweislich großes Talent bewahrte mich auch einmal vor einer saftigen Strafe, als ich nämlich eines Tages heimlich von der Kaserne zu meiner Mutter frühstücken fuhr, was natürlich den Tatbestand "Unerlaubtes Entfernen von der Truppe" erfüllt hätte!

Nur mehr wenige Tage!
Bundesheer 1966: Im Bett hinten und "gestreift".

Außerdem wurde ich zu meiner Überraschung befördert! Ich bin noch heute davon überzeugt, dass diese nur aus meinem unermüdlichen Einsatz beim Kartenspielen resultierte. Überdies war ich für einen etwaigen Kriegseinsatz bestens ausgebildet, hatte ich doch mein Sturmgewehr wiederholt auseinander nehmen, putzen (?) und wieder zusammensetzen sowie nicht weniger als drei Schüsse mit scharfer Munition abfeuern dürfen!

1965 - 1968: MATURASCHULE DR. ROLAND - 1070 WIEN
Warum einfach, wenn es auch schwierig geht!
1966 Maturaschule vor dem Bundesheer

Daher hatte ich das zweifelhafte Vergnügen den Vorschriften entsprechend zuerst in allen Nebenfächern mündliche Prüfungen zu bestehen, bevor ich zum "Finale" in den vier Hauptfächern Deutsch, Englisch, Latein und Mathematik schriftlich und mündlich antreten durfte.
Matura/Abitur im Februar 1968 mit "geringfügiger" Verspätung geschafft, die ich übrigens mein ganzes Berufsleben nicht benötigt habe.
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Mein Abschluss beglückte zwar meine Mutter nicht jedoch aus sportlichen Gründen den Juniorchef der Maturaschule, verlor er doch dadurch den Mittelstürmer und Goalgetter seiner Schulmannschaft.

Bereits wenige Tage später saß ich im Zug Richtung England, um ein neuen und in jeder Beziehung intensiven Lebensabschnitt zu beginnen!