| ROLAND "ROCO" COLERUS -
MEIN LEBENSLAUF |
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| DER ANFANG |
DER SAURIER |
DIE FAMILIE |
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Am 15.2.44 während eines
Bombenangriffs auf Wien !
Resultat -> Zangengeburt |
HOBBIES
Webdesigner, Sport,
Lesen, Kartenspielen |
Frau: Gabriela (ein zeitloses Geschöpf)
Kinder: Romina (32), Ronnie (30)
Enkel: Leon (12 - 1.76!) |
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| 1944 - 1950:
VORSCHULZEIT |
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| Wir bewohnten den gesamten 1. Stock (160 qm)
einer alten Villa in der Dornbacherstraße 43, 1170 Wien. |
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Das Wohnzimmer war 56 qm groß und wurde
später regelmäßig als "Sporthalle" (Tischtennis, Landhockey mit
Spazierstöcken oder Sitzfußball) verwendet. Über die Balkonstiege (im Winter meine
"Rodelbahn") gelangte man in den großen Garten, in dem sich ein prachtvoller
Kastanien- und ein morscher Nussbaum sowie diverse Obst- und Nadelbäume befanden.
Unnötig zu erwähnen, dass ich sämtliche Bäume "bekletterte" und hin und
wieder unfreiwillig auf den schmerzhaften Boden der Realität zurückkehrte!
Abgesehen von der Tatsache, dass die Villenbesitzer permanent bestrebt waren nicht nur uns
Kindern das Leben schwer zu machen, verbrachte ich dort eine traumhaft schöne und
abwechslungsreiche Kindheit. Besonders gern spielten wir "Indianer und Trapper"
oder schlichen uns in den Nachbargarten, der total verwildert und deshalb
"unheimlich" aufregend war. |
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| 1944 |
1944 |
1945 |
1945 |
1945 |
1946 |
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| 1946 |
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1947 |
1948 |
1949 |
1950 |
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Obwohl die Villa (ehemaliges Jagdschloss von
Kaiserin Maria Theresia) unter Denkmalschutz stand, ließ sie der Alleinerbe (sein Bruder
war übrigens ein Supertyp und exzellenter Tanzlehrer) nach dem Tod seiner Eltern in
einem Ausmaß verfallen, dass ihm eine Umwidmung gelang und wir schließlich 1977
ausziehen mussten. Seiner Geldgier fiel praktisch der gesamte Garten (zirka 3.000 qm) samt
nahezu allen Bäumen zum Opfer, um entsprechenden Platz für zwei mittelprächtige Häuser
mit Eigentumswohnungen zu schaffen. |
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| 1950 - 1954:
VOLKSSCHULE RUPERTUSPLATZ - 1170 WIEN |
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Als Klassenbester abgeschlossen - das waren
noch erfreuliche Zeiten für meine Eltern!
In der Schule war ich überhaupt ein "Haserl", obwohl ich einmal von Pater
Petrus (unser Katechet) eine kräftige "Watschen" kassierte! |
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| 1954 - 1963:
BUNDESREALGYMNASIUM MAROLTINGERGASSE - 1160 WIEN |
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3. - 7. Klasse jedes Jahr Nachprüfung
(Ausnahme 6. Klasse), 4. Klasse wiederholt!
"Zusammenarbeit" drei Monate vor Matura/Abitur meinerseits beendet. |
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Ab der 3. Klasse "erlahmte"
zusehends mein Interesse am Unterricht. Die ersten zwei Stunden verbrachte ich meist in
einem "Dämmerzustand", was sich erst viele Jahre später mit dem Umstand
erklären ließ, dass ich schon damals ein Nachtmensch war. Daher waren für mich
Schularbeiten oder mündliche Prüfungen vor der dritten Stunde "leere
Kilometer". |
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Im Wiederholungsjahr begann meine Zeit des
Schulschwänzens, wobei ich sehr erfinderisch war, wie ich zumindest glaubte.
So fuhr ich mit meinem Rennrad (Geschenk meines Taufpaten zur Firmung) brav in
Richtung Schule, um nach einer zeitlichen Verzögerung nach Hause umzukehren. Ich
erzählte "aufgeregt", dass der Fiala (Klassenkollege) an Scharlach erkrankt und
die Schule deshalb geschlossen sei. Anschließend legte ich mich wieder zufrieden ins
Bett, als das Telefon läutete. Schlimmes ahnend lauschte ich, hörte die aufgebrachte
Stimme meiner Mutter und das Wort Trottel. Stillschweigend zog ich mich wieder an und
strampelte zurück zur "Stätte des Grauens". Das Ganze wäre nie aufgeflogen,
hätte ich nicht auf die ärztliche Untersuchung für den Schulschikurs vergessen! |
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Dafür war ich schon mit 14 Mitglied
der Fußballschulauswahl sowie der Jugendmannschaft des Wr. Sportclub, der 1957 und 1958
ungeschlagen österreichischer Meister wurde und im Europacup z.B. den berühmten
italienischen Klub Juventus Turin mit 7:0 deklassierte! Meine absolut mögliche Karriere
wurde aber durch einen Beinbruch jäh gestoppt, den ich mir bei einem Klassenmatch
zugezogen hatte. |
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In der Folge begann ich mich daher
auch auf Handball zu konzentrieren. |
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Durch meinen besten Freund Pauli Haber
(wir sind bereits seit 65 Jahren unzertrennlich, auch wenn wir uns manchmal Jahre nicht
sehen!) trat ich der Hakoah bei, deren Präsident sein Vater und mein "Onkel
Karli" war! |
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Dadurch kam ich auch 1961 in den Genuss der Maccabiade
(jüdische olympische Spiele) in Israel.
Nachdem diese Großveranstaltung zu Schulbeginn stattfand, hätte ich im Fall einer
Nachprüfung nicht mitfahren können und verzichtete somit auf diese schon
"liebgewonnene" Feriengestaltung! Einerseits freuten sich natürlich meine
Eltern über einen ausnahmsweise entspannten Sommer, andererseits hätten sie mich gerne
erwürgt, war dies doch der Beweis dafür, dass ich konnte wenn ich wollte! |
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| Diese Reise war ein phantastisches Erlebnis: |
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Von Venedig ging es mit
dem abgebildeten "Ozeanriesen" durch die Straße von Korinth nach Piräus. Wir
fuhren nach Athen, wo die Hitze und der Gestank einer Unzahl von Autobussen nahezu
unerträglich waren. Dafür wurde ich auf der Akropolis mehr als nur entschädigt, da die
griechische Mythologie zu meinen Lieblingslektüren zählte und ich diverse Götter nahezu
"riechen" konnte! |
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Nach Zwischenstopps auf
Rhodos (wunderschön) und Zypern (scheußlich), erreichten wir schließlich die
prachtvolle israelische Hafenstadt Haiffa. Dort wurden wir mit einem Autobus abgeholt, in
das olympische Dorf gebracht und akkreditiert. |
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Ich verbrachte die Nächte so wie viele andere
Sportler in einem der zahlreichen Militärzelte, während Pauli leider aufgrund einer im
falschen Moment ausgebrochenen Krankheit in einem der Häuser untergebracht war.
Beim Frühstück saß ich einmal an einem Tisch mit dem damals berühmten Kugelstoßer und
Schwergewichtsstemmer Gary Gubner (Photo rechts unten), der diesen fast zur Gänze für
die verschiedensten Pillen sowie Unmengen an Kraftnahrung benötigte! Er gewann übrigens
Gold im Kugelstoßen, Diskuswerfen und Stemmen.
Als Gäste waren die US-Topstars Rafer Johnson (Olympiasieger 1960 in Rom und Weltrekordler im
Zehnkampf) und John Thomas (Weltrekordler im Hochsprung) einen Tag im
Camp. Sie ließen sich bereitwillig photografieren, wie der Schnappschuss links unten
belegt. |
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Bei der Eröffnungsfeier durch
Staatspräsident Ben Zwi waren gut 40.000 Zuseher im Ramat Gan Stadion von Tel Aviv und
ich bekam vor lauter Aufregung kaum Luft! Außerdem gab es einen Rüffel durch den
Sektionsleiter, weil ich dem Publikum zugewunken hatte. |
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Im Spiel gegen die Schweiz warf ich knapp vor
Schluss den Ausgleichstreffer zum 7:7, stand am nächsten Tag in allen Zeitungen (ich
musste es mir zwangsläufig übersetzen lassen) und wurde am Zaun des olympischen Dorfes
von weiblichen Fans um Autogramme bestürmt! Auch gegen Israel gelang mir ein Tor, was
allerdings nichts änderte, da wir gegen den späteren Turniersieger 4:12 verloren. |
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| Wir besichtigten Jerusalem, Akkon mit seiner
berühmten Moschee, Caesarea und natürlich Tel Aviv. In der von der Jugend dominierten
Stadt am Meer herrschte in der Dizzengoff Street und auf dem gleichnamigen Square
(inzwischen Weltkulturerbe der UNESCO) ein Treiben, wie ich es später nur in London
erlebt habe! |
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Zwischendurch waren wir Gäste des
österreichischen Botschafters, wobei Pauli, seine Schwester Ruthi (Teamfoto 2. von links)
und ich wie gewohnt in "biblischer Manier" über die servierten Brötchen
herfielen. |
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Außerdem lernte ich ein Fräulein kennen, mit
dem ich aus gewissen Gründen eine einsame Bootsfahrt unternahm. Allerdings kam es zu
keinem wirklichen "Feindkontakt", da mich die mitgebrachte Maschinenpistole
(Berta war gerade in der Armee) ziemlich beunruhigte. |
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Die Schlussfeier fand auf dem riesigen
Dizzengoff Square statt. Dort tanzten viele Mitglieder aller teilnehmenden Länder zu den
Klängen des berühmten hebräischen Volkslieds "Hava Nagila" den israelischen
Nationaltanz "Hora". Die ausgelassene, friedliche und völkerverbindene Stimmung
werde ich mein Leben lang nicht vergessen! |
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Ab der 7. Klasse "verlagerte" sich
mein Wirkungsbreich vorrangig auf die Wiener Tageskinos (meist Montag - Mittwoch, um
plausibel "krank" zu sein) und den Prater, wo ich zu einem
"Flipperstar" avancierte. Bei Schönwetter unternahm ich aber auch immer wieder
Mopedausfahrten oder machte eines der Wiener Bäder unsicher. |
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So nebenbei brach ich mir im Rahmen eines
Schikurses in Saalbach den rechten Daumen (siehe Foto). Weit gefehlt nun anzunehmen, dies
wäre bei einem Sturz passiert. Tatsächlich hatte ich einem Klassenkollegen einen
Kinnhaken verpasst, der urspünglich ein Schachbrett haltend die Stiege vom 2. in den 1.
Stock "abstürzte", mich aber nicht verpetzte! |
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Zusätzlich hatte ich am 22.2.62 um exakt 22
Uhr einen Mopedunfall (Puch DS 50), da mir nichts Sinnvolleres eingefallen war als
seitlich in einen PKW zu "donnern"! Während ich mich mit einer
Brustkorbprellung und einer Knieverletzung auf dem Boden wälzte, lief mein Beifahrer im
Schock davon, während der Autobesitzer nur über seinen beschädigten neuen Wagen
jammerte anstatt sich um mich zu kümmern.
Dieser Unfall trug mir übrigens eine Vorstrafe wegen "Körperverletzung" ein,
denn damals gab es noch dieses unsinnige Gesetz in Österreich!
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In der 8. Klasse stellte ich endlich einen
neuen Schulrekord mit 256 unentschuldigten Stunden auf, der allerdings nur meine
Begeisterung erweckte! An den wenigen Tagen, die ich anwesend war, wurde ich flugs in den
verschiedensten Gegenständen geprüft, um mir ebenso schnell meinen jeweiligen
"Fleck" abzuholen. |
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Rühmliche Ausnahme war Musik, wo mir die
Professorin trotz größter Anstrengung ein Befriedigend geben musste. Dafür prüfte sich
mich zur allgemeinen Überraschung eine Woche später nochmals, wobei es wiederum zu
keinem "Pinsch" langte. Davon ausgehend, dass die werte Dame mit mir noch nicht
abgeschlossen hatte, bereitete ich folgenden Notfallplan vor: Sollte ich wiederum auf dem
Podium neben dem Klavier "gequält" werden, würde ich eine Ohnmacht
vortäuschen und mich vorerst auf dem Musikinstrument abstützen. Dies wäre das Zeichen
für Wolfgang und Stephan (meine beiden kräftigsten Mitschüler) das Podium zu stürmen.
Ich würde mich dann einfach nach hinten fallen lassen, um von ihnen aufgefangen zu
werden.
Tatsächlich sorgte die "Pädagogin" für dieses einstudierte Schauspiel, das
erfreulicherweise perfekt klappte! Meine "Securities" trugen mich anschließend
ins Arztzimmer, wo ich es mir bequem machte. Das Ganze sorgte für großes Aufsehen und
trug mir eine Vielzahl bewundernder Blicke ein. |
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Einige Wochen später
ließ ich mich in der großen Pause in einem Schlafsack (nur mein Kopf sah heraus) vom 2.
Stock ins Parterre tragen und für wissenschaftliche Zwecke vor das
"Naturgeschichtskammerl" legen. Dieses Ereignis war vorallem für die auf diesem
Gang "angesiedelten" Erstklassler eine echte Sensation, konnten sie nun doch den
berühmt-berüchtigten Colerus aus nächster Nähe betrachten. Natürlich rief dieser
Tumult auch einige ProfessorInnen auf den Plan, wobei eine mit dem Spruch "Hör' auf
mit dem Blödsinn und steh' auf" für zusätzliche Heiterkeit sorgte! Anschließend
wurde ich im Schulhof deponiert, wo mich die blühenden Bäume dermaßen animierten, dass
ich lauthals und wiederholt unsere Schulhymne singen musste. Obwohl ich den Text fehlerlos
beherrschte und meine Intonation ansprechend war, trug mir dies sowohl einen Eintrag ins
Klassenbuch als vorallem auch vier Stunden Karzer ein, den ich ausschließlich im
Interesse der mich beaufsichtigenden Lehrkraft (ein "Beiwagerl") auf eine Stunde
verkürzte! |
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Außerdem musste ich
einmal mit dem Gesicht zur Wand im "Winkerl" stehen, nur weil ich zu Beginn
einer Deutschstunde rauchend im Kleiderkasten saß. Abgesehen davon, dass ich zu diesem
Zeitpunkt bereits 19 Jahre alt war, kam der Unterricht solange total zum Erliegen, bis ich
wieder Platz nehmen durfte. Darauf verzichtete ich aber großzügig und verließ die
Schule, um mir im "92er" (legendäres Beisel gegenüber der Schule) ein Cola-Rum
zu genehmigen. |
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| Nachdem ich die 8. Klasse nicht wiederholen
wollte, entfernte ich mich nach dem 2. Trimester mit folgendem Abgangszeugnis: |
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Was mich noch heute nahezu fassungslos macht,
ist die Tatsache, dass ich in Betragen ein Gut hatte. Nicht zuletzt deshalb erzielte ich
den ausge- zeichneten Notendurchschnitt von 3,56 :) |
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Trotzdem ließen mich meine unglaublich
großzügigen und leidgeprüften Eltern auf die Maturareise nach Bibione mitfahren!
Diese Woche war ausgesprochen abwechslungsreich, wozu vorallem diverse Sauforgien
beitrugen. Ein Klassenkollege war z.B. dermaßen betrunken, dass er statt ins Hotel
schnurstracks ins Meer wanderte. Wir fingen ihn daher nicht nur ein sondern verpassten ihm
auch eine eiskalte Dusche, die einen gigantischen Schüttelfrost auslöste. Ich habe
niemals wieder einen menschliches Wesen derart mit den Zähnen klappern gehört! |
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| 1.9.1963 -
28.2.1964: HOTELFACHSCHULE JAURESGASSE - 1030 WIEN |
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Nach wenigen Tagen wurden sieben Kollegen und
ich beim Rauchen einer gemeinsamen Zigarette auf der Toilette erwischt.
Daraus resultierte für mich ein monatelanger Strafdienst (jeden Samstag und Sonntag bis
zu 6 Stunden), der zusätzlich verlängert wurde, weil ich einmal um zirka 30 Minuten zu
spät kam. Ich war nämlich bei Glatteis mit meinem Moped unterwegs gewesen und hatte eine
"Brez'n gerissen".
Ende Februar verzichtete man dann gänzlich auf meine Anwesenheit, da ich die
TV-Übertragung des Abfahrtslaufs der Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck einer
Englischschularbeit vorgezogen hatte und in einem nahegelegenen Cafehaus
"aufgegriffen" worden war!
Ich war darob nicht wirklich unglücklich, denn vorallem die Praxistage in der Küche und
im Service sagten mir überhaupt nicht zu, was ich auch ungewollt demonstrierte:
Beim Knochenhacken traf ich unseren Küchenchef - er war damals Fernsehkoch und hielt sich
somit für einen Star - mit einem größeren Stück in den Rücken, während ich dem
"Hausdrachen" (Schuldirektorin) beim Servieren des Mittagessens ein Glas Wein
auf den Schoß schüttete!
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Das nicht mehr existierende Cafehaus habe ich übrigens in allerbester Erinnerung,
"verdiente" ich doch dort beim Kartenspielen im Schnitt 2.000 Schilling (zirka
145.-) pro Monat! |
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1965:
HANDELSSCHULE GETREIDEMARKT - 1010 WIEN |
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Dieser "Besuch" dauerte allerdings
kaum zwei Wochen, weil ich aufgrund des Vormittagsunterrichts kaum die Augen offen halten
konnte!
Außerdem gefiel mir die junge Lehrerin außerordentlich, was leider nicht auf
Gegenseitigkeit beruhte, weshalb es für mich schon gar keinen Grund gab dort länger zu
verweilen. |
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| 1.4. -
30.11.1966: BUNDESHEER IN STOCKERAU (NÖ) UND WIEN |
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Die zehnwöchige Grundausbildung zum Pionier
in Stockerau, wo ich zum Zimmer- und Kompaniesprecher gewählt wurde, lenkte mich
wenigstens teilweise vom Verlust meines Vaters ab. Dieser war am 22.3. nach langer,
schwerer Krankheit verstorben, wobei ihn meine Mutter und ich rund um die Uhr bis zum
letzten Atemzug gepflegt hatten.
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Die bereits um 7 Uhr beginnenden "Vorträge" über Panzer sowie anderen
Schwachsinn waren nahezu unerträglich. Nachdem mir unentwegt die Augen zufielen, bediente
ich mich eines alten Tricks. Ich steckte mir entsprechend präparierte Zahnstocher in die
Augenhöhlen, um ja keine Einzelübungen auf der "Blutwiese" zu riskieren.
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Glücklicherweise sorgte meine Mutter für die
Versetzung in die Fasangartenkaserne nach Wien, wo ich als Schreiber in der
Kompaniekanzlei fungierte.
Vorallem zeichnete ich mich jedoch in den Mittagspausen aus, in denen ich mit einem
Oberstleutnant, einem Major sowie einem Oberamtsrat mein Lieblingskartenspiel Bridge
"zelebrierte".
Mein nachweislich großes Talent bewahrte mich auch einmal vor einer saftigen Strafe, als
ich nämlich eines Tages heimlich von der Kaserne zu meiner Mutter frühstücken fuhr, was
natürlich den Tatbestand "Unerlaubtes Entfernen von der Truppe" erfüllt
hätte! |
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Außerdem wurde ich zu meiner Überraschung
befördert! Ich bin noch heute davon überzeugt, dass diese nur aus meinem unermüdlichen
Einsatz beim Kartenspielen resultierte. Überdies war ich für einen etwaigen
Kriegseinsatz bestens ausgebildet, hatte ich doch mein Sturmgewehr wiederholt auseinander
nehmen, putzen (?) und wieder zusammensetzen sowie nicht weniger als drei Schüsse mit
scharfer Munition abfeuern dürfen! |
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| 1965 - 1968:
MATURASCHULE DR. ROLAND - 1070 WIEN |
| Warum einfach,
wenn es auch schwierig geht! |
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Daher hatte ich das zweifelhafte
Vergnügen den Vorschriften entsprechend zuerst in allen Nebenfächern mündliche
Prüfungen zu bestehen, bevor ich zum "Finale" in den vier Hauptfächern
Deutsch, Englisch, Latein und Mathematik schriftlich und mündlich antreten durfte.
Matura/Abitur im Februar 1968 mit "geringfügiger" Verspätung geschafft, die
ich übrigens mein ganzes Berufsleben nicht benötigt habe.
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Mein Abschluss beglückte zwar meine Mutter nicht jedoch aus sportlichen Gründen den
Juniorchef der Maturaschule, verlor er doch dadurch den Mittelstürmer und Goalgetter
seiner Schulmannschaft. |
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Bereits wenige Tage später saß ich
im Zug Richtung England, um ein neuen und in jeder Beziehung intensiven Lebensabschnitt zu
beginnen! |
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