Myasthenien:


Die Myasthenia gravis ist eine Erkrankung der neuromuskulären Übertragung und hat nach letzten Forschungsergebnissen eine immunpathologische Genese.
Sie ist charakterisiert durch eine vorzeitige und krankhafte Ermüdbarkeit der Skelettmuskulatur, seltener ist eine permanente myasthenische Muskelschwäche.
Erstsymptome sind häufig Lidschwäche, Doppelbilder, näselnde Sprache oder Extremitätenschwäche, die bei Belastung intensiviert wird.
Im Kindes- und Jugendalter kann man eine neonatale und eine juvenile Myasthenie unterscheiden.

Neonatale Myasthenie
Die neonatale Myasthenie betrifft etwa 12% der Kinder von Müttern mit Myasthenie und sistiert spontan Wochen nach der Geburt.
Da jedoch vor dieser Zeit eine große Mortalitätsgefahr besteht, ist eine stationäre Überwachung unbedingt erforderlich.

Juvenile Myasthenie
Die Erstsymptome können in der Zeit zwischen dem ersten Lebensjahr und der Pubertät eintreten.
Je nach Lokalisation und Intensität der Symptomatik können wie bei der Erwachsenenform verschiedene Gruppen unterschieden werden.
Die Diagnose erfolgt durch elektromyographische Untersuchung (repetive Stimulierung), Tensilontest (nach Gabe von Tensilon erfolgt bei positivem Test eine Besserung der Muskelschwäche), sowie die Antikörperbestimmung gegen Acetylcholin-Rezeptoren (Übertragungsstelle der Nervenimpulse vom Nerv zum Muskel).
Die Therapie erfolgt primär mit Cholinesterasehemmer. Wichtig dabei ist, auf eine möglichst minimale Dosierung zu achten, da auch Nebenwirkungen auftreten können.
Weitere Therapeutika sind ACTH und Corticosteroide, sowie eventuell Immunsuppressiva.
Bei der Behandlung von Myasthenie-Patienten besteht die Gefahr einer Ateminsuffizienz. Deshalb ist eine regelmäßige intensive Betreuung einschließlich psychosozialer Aspekte dringend erforderlich und wird in der Regel nur in Spezialbetreuungsstellen durchgeführt.

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