Feline Infektiöse Peritonitis

 

Bei FIP handelt es sich um eine Immunkomplexkrankheit. Im Überschuss gebildete Antikörper und Viren haben die Bildung von unlöslichen Komplexen zur Folge, die ihrerseits Complementaktivierung bewirken. Die so gebildeten Komplexe werden speziell im Bereich kleiner Gefäße abgelagert. Körpereigene Funktionen zur Beseitigung dieser Komplexe tragen zum Entzündungsgeschehen bei.

Symptome sind:

Fieber, Futterverweigerung, Abmagern, Apathie, Durchfall, Erbrechen, Austrocknung des Körpers, Lähmungen, Atembeschwerden, dicker Bauch.

Tiere jeden Lebensalters können erkranken, allerdings sind vor allem jüngere Tiere während der ersten beiden Lebensjahre und ältere Tiere (ab 13 Jahren) betroffen.

Die Inkubationszeit ist sehr variabel und wird mit 2 Wochen bis mehrere Monate angegeben. Für die langen Inkubationszeiten dürfte vor allem verantwortlich sein, dass sich die "Feline Infektiöse Peritonitis" auch aus dem latenten Trägerstadium heraus jederzeit entwickeln kann (z.B. Ausbruch der Krankheit durch Stresssituationen bei der Katze – viele Katzen auf engem Raum, Umzug usw.). Zu Beginn stehen meist unspezifische Symptome wie rekurrierendes Fieber, Anämie und Apathie.

Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Krankheit, der „feuchten“ (effusiven)  und der „trockenen“ FIP.

Die „feuchte“ FIP ist die typische Erkrankungsform mit Bauchwassersucht. Diese kann der Tierarzt unter anderem durch Untersuchung des Exsudats (Flüssigkeit in Körperhöhlen) diagnostizieren.

Für untypische Formen („trockene“ FIP), die immer häufiger vorkommen, gibt es bisher keinen praxistauglichen Labortest.

Der Coronaviren-Antikörpertiter (z.B. 1 : 400) sagt nur aus, dass die Katze mit Coronaviren in Berührung gekommen ist (kann auch z.B. bei schwerem, länger anhaltendem Durchfall sein – und schon werden Antikörper gegen Coronaviren im Blut nachgewiesen).

Als mit FIP infiziert gilt die Katze erst dann, wenn Virusstämme zu FIP-Viren mutieren und eine weitere Untersuchung (PCR an Blut und/oder Speichelproben) diese Infektion nachweist.

Sowohl die Coronavirenausscheidung als auch die Virusaufnahme erfolgen über den Darm- und Respirationstrakt. In seltenen Fällen kann eine Infektion bereits in der Gebärmutter auftreten. Das heißt, dass ein infiziertes Tier (Virusausscheider), wenn es Freigang hat, andere Katzen anstecken kann. Man sollte daher Freigang vermeiden.

Nur 5 – 10 % der Coronavirus-infizierten Katzen entwickeln das schwere klinische Bild der FIP, bei den übrigen Tieren verläuft die Infektion subklinisch oder mit milden Symptomen (z.B. Durchfall). Bei der Übertragung der Krankheit spielen diese infizierten Katzen aber eine sehr große Rolle, da sie über Wochen bis Monate oder noch länger als klinisch erkennbare Virusausscheider fungieren können.

Wenn Krankheitssymptome bei der Katze auftreten, dann kann der Coronaviren-Antikörpertiter dem Tierarzt nur eine Hilfestellung bei der Diagnose geben. In den meisten Fällen, wenn FIP ausgebrochen ist, ist der Antikörpertiter sehr hoch; es gibt aber auch Fälle, wo dieser Titer auf Null absinkt.

Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, gibt es keine erfolgversprechende Therapie.

Vorübergehend kann der Tierarzt der Katze sicher Erleichterung verschaffen – aber letztendlich ist diese Krankheit tödlich.

Beweisend für FIP ist nur der histopathologische Nachweis an Organen toter Tiere oder Biopsieproben. 

 

Ist eine Wohnungskatze an FIP gestorben, so muss die Wohnung (Polstermöbel, Teppichböden, Lieblingsplätze der Katze) gründlich gereinigt und anschließend desinfiziert werden.

Obwohl das FIP-Virus nicht ansteckend ist, ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Es werden unterschiedlichste Zeiträume genannt, bevor eine neue Katze geholt werden soll. Ich persönlich würde nach dem Tod einer an FIP erkrankten Katze mindestens 3 Monate warten, bevor ich eine neue Katze zu mir hole.