"FIP-Screening"

 

 

Ein herzliches Dankeschön möchte ich an Fr. Prof. Dr. Karin Möstl, Leiterin der Virologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, richten. Sie war es, die mir nachstehende Ausführungen zur Verfügung stellte:

Meine Frage war: Was ist ein sogenannten FIP-Screening?

Antwort von Fr. Prof. Möstl:

Für die Diagnose von Coronavirusinfektionen kommen zwei Fragestellungen in Frage:

1. Die Katze ist krank und es besteht FIP-Verdacht:

Die definitive Diagnose kann erst am verstorbenen Tier gestellt werden. Am lebenden Tier werden verschiedene Parameter untersucht (z.B. Anämie, Gesamteiweiß, Albumin/Globulin-Quotient, diverse Enzyme sowie der Antikörpertiter gegen Coronaviren - die Gesamtheit dieser Untersuchungen wird oft als "FIP-Screening" bezeichnet.

Wenn verschiedene dieser Parameter für das Vorliegen einer FIP sprechen, dann unterstützt dies den FIP-Verdacht. Der Antikörpertiter gegen Coronaviren (von manchen auch als "FIP-Titer" bezeichnet) ist also nur einer dieser Parameter.

2. Die Katze ist gesund, aber es besteht Verdacht, dass sie eine Infektion durchgemacht hat und möglicherweise auch noch Virusträger ist, da nach durchgemachter Infektion oft über unterschiedlich lange Zeit das Virus in der Katze persistiert und auch ausgeschieden werden kann. In diesem Fall ist das "FIP-Screening" nicht zielführend, da das Tier ja keine Krankheitssymptome und entsprechenden Veränderungen aufweist. Hilfreich kann hier der Antikörpertiter gegen Coronaviren insofern sein, als ein positives Ergebnis aufzeigt, dass die Katze eine Coronavirusinfektion durchgemacht hat. Ob sie tatsächlich auch noch ein Virusausscheider ist, kann die sogenannte Polymerasekettenreaktion (PCR), am besten an Kotproben, aufzeigen, da mit diesem Test Teile des Virus selbst nachgewiesen werden können. Der Test ist sinnvoll, wenn damit eine Weiterverbreitung des Virus verhindert werden kann, da Virusausscheider eine Infektionsgefahr für Kontaktkatzen darstellen; ein positives Ergebnis sagt aber nichts darüber aus, ob die Katze jemals an FIP erkranken wird (durchschnittlich erkranken nur wenige Prozent der Coronavirus-infizierten Katzen tatsächlich an FIP).