Katzendiabetes

 

Katzendiabetes – Erste Informationen

Deine Katze ist beim TA mit Katzendiabetes diagnostiziert worden? Dann erschrick nicht, das ist kein Todesurteil. Diabetes ist zwar eine komplizierte Erkrankung, aber gut zu behandeln. Du musst nur etwas Geduld mitbringen, es geht nicht von heute auf morgen.

Wahrscheinlich geht es deiner Katze momentan nicht gut. Symptome für Diabetes bei Katzen sind häufiges Trinken, große Mengen von Urin, ein unbändiger Hunger, Aufnahme großer Futtermengen und trotzdem nimmt das Tier ab.

Die Diagnose beim TA erfolgt über eine Blutprobe. Der Blutzuckerwert ist oft sehr hoch. Die eigentliche Diagnose erfolgt jedoch über den Fructosaminwert. Er gibt einen Überblick über die Glukosewerte der Katze während der letzten 10-14 Tage und ist NICHT stressabhängig. Fast alle Katzen neigen nämlich beim TA-Besuch zu sehr hohen Werten (Stresshyperglykämie). Um eine Fehlbehandlung zu vermeiden, sollte auf der Messung dieses Fructosaminwertes bei der Erstdiagnose UNBEDINGT bestanden werden.

Auf die Diagnose folgt die Behandlung, die in der Regel durch Insulin erfolgt, wie auch beim Menschen. Im 12-Stunden-Abstand bekommt die Katze zweimal täglich Insulin unter die Haut gespritzt. Nur wenige Tiere kommen mit einer einmaligen Gabe aus. Die Tiere gewöhnen sich schnell daran, und holen sich nach einiger Zeit ihr Insulin sogar ab, weil sie merken, dass es ihnen gut tut.

Die Verabreichung von Insulin geht mit dem gleichen Risiko daher wie bei Menschen auch. Darum ist im Prinzip auch die Behandlung wenig unterschiedlich. Ziel der Einstellung ist es, der Katze soviel Insulin zu geben, wie sie benötigt, dadurch die oben genannten Symptome zum Verschwinden zu bringen und die Lebensqualität wieder herzustellen. Dabei sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Startdosierung nicht zu hoch gewählt wird, da es sonst im Regulierungsprozess zu  gefährlichen Zwischenfällen und Verzögerungen kommen kann.

Immer mehr setzt sich glücklicherweise bei der Behandlung diabetischer Katzen das sogenannte Hometesting (auch Homemonitoring  genannt) durch. Mit Hilfe eines modernen Glukometers, das nur wenig Blut ansaugt, kann der aktuelle Blutzuckerspiegel auch bei Katzen durch einen winzigen Tropfen Blut, der aus dem Ohr entnommen wird, mühelos festgestellt werden. Das tut dem Tier nicht weh, erfordert kaum Zeit, erleichtert die Einstellung enorm und macht sie vor allem sicherer. Falls der TA Hometesting noch nicht kennt, sollte man ihn darauf aufmerksam machen. Es ist für seine tierärztliche Arbeit nur von Vorteil, weil eine Überdosierung des Insulins vermieden werden kann.

Insulin ist zwar ein körpereigener Stoff, doch zuviel davon kann tödlich sein. Eine Überdosierung mit Insulin kann  eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bewirken, d.h. die Blutzuckerwerte sinken bedenklich tief, das Tier taumelt, ist nicht ansprechbar, bekommt einen glasigen Blick, kann ins Koma fallen und kann, wenn die Hypo nicht rechtzeitig erkannt wird, durch die Unterzuckerung schwere neurologische Schäden erleiden oder sogar daran sterben.

Zuviel Insulin kann auch noch eine andere Wirkung haben: die Blutzuckerwerte steigen, oft sogar astronomisch hoch, auf HI, d.h. Werte über 600 mg/dl. Diesen Vorgang nennt man Somogyi-Effekt, auch Somogyi Overswing oder Rebound genannt. Es ist eine Gegenreaktion