Bei der Nahrungsaufnahme kann sich dieses zeigen durch Fallenlassen des Futters, erschreckten "Aufschreiens" beim Fressen oder einfach nur in einer geringeren Futteraufnahme. Auch die plötzliche Vorliebe für nur Hart- oder nur Weichfutter kann ein Indiz sein. Vermehrtes Speicheln mit verklebtem Fell kann weiterhin auf einen krankhaften Reiz in der Mundhöhle hinweisen. Andere Symptome sind der Versuch, mit der Pfote in die Mundhöhle zu kommen, wiederholtes Streichen mit der Pfote über das Gesicht oder das Entlangstreifen des Kopfes am Teppich oder an Gegenständen. Spezifischere Auffälligkeiten sind Kopfschieflegen beim Fressen infolge einseitigen Kauens oder Zähneknirschen.

Durch den langsamen, chronischen Charakter vieler Erkrankungen in der Mundhöhle sind Hinweise darauf leider häufig jedoch versteckt in einer unauffälligen, schleichenden Verhaltensänderung.

Abb. 3
Sondierung einer infolge Knochenabbaus freiliegenden Wurzelteilungsstelle des dreiwurzeligen oberen Reißzahnes.
Aufgrund der neu entstandenen Schmutznische zwischen den Wurzeln entsteht ein nicht kontrollierbarer Entzündungsherd.

Die häufig unspezifische Symptomatik zeigt deutlich, dass eine detaillierte Untersuchung der Mundhöhle der einzige Weg ist, Erkrankungen der Zähne und Kiefer zu erkennen. Aufgrund der meist im Bereich der Wurzeln liegenden Problematik ist es in der Regel unumgänglich Einzelzahnröntgenaufnahmen anzufertigen. Durch diese können bei ca. 40 % der Katzen sogar wichtige, zusätzliche und behandlungsbedürftige Befunde an klinisch unauffälligen Zähnen erhoben werden. Dieses zieht für den Tierarzt ein hohes Maß an Verantwortung nach sich, der aus dem Vorbericht des Besitzers sowie der klinischen Mundhöhlenuntersuchung auf die Ursache der oralen Problematik schließen und ggf. allein schon zur weiteren Diagnostik eine Narkose durchführen muss.