Zwerchfellruptur

Die Ruptur des Zwerchfells (ungleich Zwerchfellhernie!) mit nachfolgendem Vorfallen abdominaler Organe ist bei Katzen keine seltene Unfallfolge und entsteht durch schweres Thorax- und/oder Abdominaltrauma.

Symptome: Bei vielen Katzen führt die Ruptur zunächst zu keinerlei spezifischer Symptomatik, dies kann über Wochen, Monate und sogar Jahre hinaus so bleiben. Das klinische Bild kann erstaunlich mannigfaltig hinsichtlich der Art, Intensität und des zeitlichen Beginns der Symptomatik sein. Abhängig davon, ob Lungengewebe in seiner Ausdehnung eingeschränkt ist und/oder abdominale Organe vorgefallen sind, reicht es von akut einsetzender respiratorischer Störung bis hin zu gastrointestinalen Beschwerden, die unter Umständen erst Jahre nach dem Trauma auftreten können. Die Art der gastrointestinalen Beschwerden wird davon geprägt, welche Organe vorgefallen sind (Leber, Magen, Darm), ob Parenchym direkt inkarzeriert ist oder ob und in welchem Maße die zuführenden Gefäße eingeengt werden.

Komplikationen: Verlagert sich der Magen oder Teile davon in die Brusthöhle und gast auf, kann die Ventilation der Lunge innerhalb kürzester Zeit (< 60 min) in akut lebensbedrohlicher Weise eingeschränkt werden. Diese Tatsache kann bei frisch verunfallten Patienten, deren Kreislaufsituation eine sofortige Operation nicht ratsam erscheinen lässt, zu einem Entscheidungskonflikt führen. Einerseits wirkt es sich in der Regel günstig aus, wenn diese Patienten erst in einen stabileren Zustand gebracht werden und man zwischen Trauma und chirurgischer Versorgung 24-48 Stunden vergehen lässt, andererseits ist eine lückenlose Überwachung des Patienten in vielen Fällen weder beim Tierarzt noch beim Besitzer möglich.

Komplizierend kommt hinzu, dass der Magen auch bei "älteren" Rupturen vorfallen und aufgasen kann.

Diagnose: Die Diagnose wird in den meisten Fällen anhand der nativen Röntgenuntersuchung gestellt, in Zweifelsfällen kann die orale Gabe eines Kontrastmittels oder eine Peritoneografie hilfreich sein. Bei Verdacht auf singulären Vorfall von Leberanteilen ist oft nur die sonografische Untersuchung geeignet, die Diagnose zu sichern.

Therapie: Bis auf seltene Ausnahmen ist ein chirurgischer Verschluss der Ruptur angezeigt.