GESCHICHTE DES FUSSBALLS
Das
20. Jahrhundert war die Zenturie des Fussballs. Kein anderer Sport wurde so
populär, gross und einflussreich wie das "englische Spiel". Die Ursprünge
des Fussballs lassen sich in England mindestens bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen.
Erste schriftliche Hinweise datieren aus dem 14. Jahrhundert, als das Spiel per
königlichem Erlass verboten wurde - erfolglos. Weitere Verbote bzw. Aufrufe
dazu, wie 1572 vom Bischof von Rochester, scheiterten ebenso. Mit dem heutigen
Fussball hatte der damalige Folk Football oder Village Football allerdings nur
wenig gemeinsam. Es war ein Volksspiel im wahrsten Sinne des Wortes, an dem
ganze Ortschaften teilnahmen. Eine klare Unterscheidung zwischen Spielern und
Zuschauern gab es nicht. Die Regeln basierten auf einfachen, ungeschriebenen
Gewohnheitsregeln. Das Spielfeld war eben so wenig wie die Dauer und die Anzahl
der Spieler exakt festgelegt. Eine systematische Arbeitsteilung gab es nicht und
Teams im modernen Sinne existierten nicht.
Ein
Katalysator für die Verbreitung des Spieles war der Derby-Charakter vieler
Begegnungen, der sich allein schon aus den damals beschränkten Reisemöglichkeiten
ergab. Der Begriff "Derby" stammt vom berühmt-berüchtigten
Shrove-Tuesday-Kampf zwischen den Pfarrbezirken All Saints und St. Peter's in
Derby her. Am traditionellen Spiel waren damals auf beiden Seiten zwischen 500
und 1000 Akteure beteiligt. Die Spieldauer betrug rund sechs Stunden. Zum
Spielfeld gehörte auch der Fluss Derwent. Der Volksfussball war eine äußerst
raue, brutale Angelegenheit, bei der es immer wieder zu schweren Verletzungen,
vereinzelt sogar zu Todesfällen kam. Kraft und Gewalt, nicht Geschicklichkeit
wurden betont.
Das
änderte sich erst mit dem Vormarsch der industriellen Revolution. Die
"Unterklassen" wurden in ein drakonisches Fabriksystem gepresst und
die Urbanisierung vorangetrieben - Schulze-Marmeling insistiert zurecht auf dem
sozialen Umfeld des Fussballs, doch bei aller berechtigten Kritik an den Zuständen
in den Fabriken bedeuteten diese für die meisten Menschen die Möglichkeit
eines bescheidenen sozialen Aufstiegs. Das industrielle Zeitalter setzte in
England früher als auf dem Kontinent ein. 1718 wurde in Derby die erste grosse
Fabrik Englands, eine Seidenspinnerei, gebaut.
Um
1850 war der Volksfussball weitgehend verschwunden. In organisierter Form
pflegten ihn nur noch die Public Schools. Daneben existierte er als spontanes
Spiel in den Arbeitersiedlungen und auf den Pferdekoppeln der Gasthäuser. In
den exklusiven Public Schools wandelte sich das Spiel. Der Fussball wurde einem
Verregelungs- und Zivilisierungsprozess unterzogen. Eine feste und formale
Organisation sowie ein vielfältiges und schriftlich niedergelegtes Regelwerk
entstand. Die - entgegen ihrem Namen - privaten Bildungseinrichtungen, von
unabhängigen Stiftungen betrieben, wurden im späten Mittelalter und der frühen
Neuzeit gegründet: Winchester 1382, Eton 1440, Rugby 1567, Harrow 1571.
Besonders die letzten drei sollten bei der Entwicklung zum modernen Fussball
eine wichtige Rolle spielen.
Zwischen
1830 und 1860 kam es zur formalen Organisation, Regulierung und Zivilisierung
des Spiels. In Eton und Harrow war der Anteil der aristokratischen Schüler um
die 20%. Rugby dagegen war die Domäne des Nachwuchses des modernen Bürgertums,
das in Industrie, Handel, Administration und Rechtssprechung ausgebildet wurde.
Die bürgerlichen Schüler waren stärker auf eine gute Ausbildung angewiesen,
was Rugby für ein Reformexempel prädestinierte. Die Förderung von Ballspielen
wie Fussball, aber auch Cricket, erfolgte zuerst in der Absicht, die älteren
Schüler zu mehr Verantwortungsbewusstsein zu ermuntern, wodurch sie zu einem
verlängerten Arm der Schulleitung wurden. Mittels sorgfältig organisierter
Spiele, die klaren Regeln folgten und ein hohes Mass an Disziplin forderten,
sollten den Schülern Tugenden wie Mut, Selbstlosigkeit, Teamwork und Härte
anerzogen werden. Der Schulleiter Dr. Arnold, der Vater des Dichters und
obersten Schulinspektors Matthew Arnold, hatte die Schulreformen initiiert. Sein
in Rugby vermitteltes Ideal war dasjenige des "christlich gesinnten
Gentlemans", der sich durch kulturelle Bildung, Disziplin, moralisch
korrektes Verhalten sowie eine hohe soziale Verantwortungsbereitschaft
auszeichnete.
In
Rugby wurde der Sport nicht mehr nur unter dem Aspekt sozialer Kontrolle und
Disziplinierung betrachtet, sondern auch als Mittel der Charakterbildung - bei
Arnold wurzelte die Idee, vorrangig den Charakter und nicht den Intellekt zu
bilden, u.a. in der griechisch-römische Antike. Kader für das Imperium
mussten herangebildet werden. Weniger hochgebildete Menschen mit der Fähigkeit
wissenschaftlicher Analyse wurden gebraucht als vielmehr solche, die gelernt
hatten, sich unterzuordnen bzw. Führungsaufgaben zu übernehmen. To keep a
stiff upper lip, Niederlagen und kritische Situationen mit Haltung
hinzunehmen, gehörte ebenfalls dazu. Was in Preussen die Armee leistete, musste
in England, das keine vergleichbare militärische Tradition kannte, die Public
School leisten.
Die
Reformen wirkten sich 1846 auf das Ballspiel aus. Erstmals entstand ein
schriftliches Regelwerk: The Law of Football as Played in Rugby School.
Anstelle des brutalen Spiels entstand ein "Scheinkampf", ein Wettkampf
auf höherem Zivilisationsniveau. Technische und spielerische Fähigkeiten
wurden wichtiger als rohe Gewalt und Kraft. 1849 veröffentlichte die Public
School in Eton, wo das Spiel seit 1747 betrieben wurde, ihr eigenes Regelwerk,
das sich von dem Rugbys im Wesentlichen dadurch unterschied, dass es erstmals
ein absolutes Verbot des Handspiels einführte. Bereits 1846 hatte sich
Cambridge in ähnlicher Weise geäußert. Neben der Abseitsregel und der Eindämmung
des physischen Kontaktes zählte das Handspiel zu den damals umstrittensten
Fragen. Zwar hatte jede Schule ihr eigenes Regelwerk, doch mit dem handling
game und dem kicking game bildeten sich die zwei Grundströmungen
heraus, die später zur Trennung in eine Soccer- und eine Rugby-Variante des
Fussballs mündete.
Als
sich Ende der 1850er Jahre die ersten ausserschulischen und ausseruniversitären
Fussballclubs konstituierten, übernahm eine Reihe von ihnen die Regeln von
Cambridge aus dem Jahr 1848. Der erste, 1857 gegründete Klub der Welt, der
Sheffield FC, orientierte sich dagegen an den Regeln von Harrow. In den
verschiedenen Regelwerken wiederspiegelten sich die Rivalitäten zwischen den
Public Schools. Die Regeln von Eton, auf denen der moderne Fussball weitgehend
beruht, waren eine Replik der aristokratischen Public School gegen den bürgerlichen
Emporkömmling Rugby. Cambridge und Harrow sympathisierten in dieser
Auseinandersetzung mit Eton.
1863
wurde in einer Serie von sechs Versammlungen in London der Versuch unternommen,
ein einheitliches Regelwerk zu schaffen. Die Vertreter von elf Londoner Klubs gründeten
die Football Association (FA), die als weltweit erster Fussballverband auf eine
Landesbezeichnung im Namen verzichten konnte. Die Public Schools waren an der
FA-Gründung nicht beteiligt. Lediglich Charterhouse schickte einen Beobachter.
Die Schulen wollten ihre Unabhängigkeit und ihre eigenen Regelwerke bewahren.
Einen
entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Autorität der FA und zur nationalen
Ausbreitung des Association Game leistete die Einführung eines nationalen
Pokalwettbewerbs nach dem k.o.-System. Der FA-Cup wurde erstmals in der Saison
1871/72 ausgespielt. Als ältester englischer Wettbewerb geniesst der Cup
deshalb in England auch heute noch einen höheren Stellenwert als anderswo.
Trotzdem
dominierte noch 1880 die härtere Rugby-Variante. Die Times schrieb
damals, dem Rugby Union Game seien rund doppelt so viele Spieler verpflichtet
wie dem Association Game. Die Mehrzahl der Public Schools spielte Rugby. Das härtere
Spiel kannte 59 Regeln, Soccer dagegen nur 14. Der moderne Fussball war deshalb
für Spieler und Zuschauer leichter verständlich. Zudem war er attraktiver, da
variantenreicher, offener und flüssiger. Soccer war auch
"demokratischer", da nicht wie bei Rugby grosse und kräftige Männer
dominierten, sondern ganz unterschiedliche Spielertypen Verwendung fanden.
Das
englische Spiel par excellence war und ist Cricket, dessen moderne Regeln
bereits im Jahr 1774 vom Duke of Dorset niedergelegt wurden. Sport bedeutete im
19. Jahrhundert für den Aristokraten Jagen, Schiessen, Fischen und Cricket, für
den Studenten Rudern, Rugby und Cricket sowie für den Arbeiter Fussball, Darts,
Windhundrennen und - Cricket. Das englische Nationalspiel hat denn auch
Redensarten wie it's not cricket (das ist nicht fair) hervor. Cricket
symbolisiert wie kein anderes Spiel den Fair-Play-Gedanken.
Soccer
stand also nicht nur in Konkurrenz zum Rugby, sondern auch zum Cricket. Soccer
war deshalb anfangs ein reines Winterspiel. Viele Fussballklubs waren zunächst
Cricketklubs. Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Wachablösung.
Fussball begann, dank der Arbeiterschaft, den ersten Platz einzunehmen. Es war
billiger und nahm weniger Zeit als Cricket in Anspruch. Die Arbeiter machten
damals 80% der beschäftigen Bevölkerung in England aus. Ihre hauptsächliche
Freizeitbeschäftigung war Soccer. Der Spruch, Fussball und nicht die Religion
sei das Opium des Volkes, kommt deshalb nicht von ungefähr. Viele Fussballklubs
gehen übrigens auf kirchliche Initiative zurück, dazu gehört auch der
Liverpooler Klub Everton FC. In den 1870er Jahren unterhielten in Blackburn
vier, in Sheffield acht Klubs Verbindungen zu religiösen Vereinigungen. In
Birmingham waren es 1880 83 von 344, in Liverpool 1885 25 von 112 Vereinen.
Manchester United dagegen ist aus einem Eisenbahnersportverein hervorgegangen.
Viele Arbeitervereine wären ohne die Hilfe lokaler Industrieller und Geschäftsleute
kaum zu Langlebigkeit und Ruhm gelangt. Arme Klubs ohne eigenes Spielfeld wurden
deshalb Wanderers genannt. Noch heute lebt dieser Ursprung in Namen von
Klubs wie den Bolton Wanderers weiter.
Der
Fussball war nicht auf England beschränkt. Rasch trat er seinen Siegeszug um
die Welt an. 1867 wurde in Glasgow mit Queen's Park der erste Klub gegründet,
der übrigens erst acht Jahre später sein erstes Gegentor kassierte! Bereits
1870 fand der erste internationale Fussballmatch statt, bei dem sich England
und Schottland gegenüber standen. Das erste kontinentale Land, das sich dem
Fussball zuwandte, war die Schweiz. Insbesondere im französischsprachigen
Teil um Genf und Lausanne wurde das Spiel in den 1860er Jahren von Engländern,
die an Schweizer Privatschulen studierten, eingeführt. Die Fachschulen wurden
von zukünftigen Ingenieuren, Kaufleuten und Bankiers besucht. 1860 wurde der
Lausanne Football & Cricket Club gegründet. 1879 entstand der FC St.
Gallen, von englischen Studenten gegründet. Der Klub sollte in administrativen
Fragen eine führende Rolle spielen. 1898 wurde der 1886 gegründete Zürcher
Grasshopper Klub, der Name stammt von einem englischen Biologiestudenten, der
erste Schweizer Landesmeister. Wichtiger war die Rolle der Alpenrepublik
jedoch für den Export des Fussballs in alle Welt. Eines der erfolgreichsten
Teams in den frühen Tagen des französischen Fussballs hiess Marseille Stade
Helvétique. Das Team bestand ausschliesslich aus Schweizern. In Mailand kam es
beim Milan Cricket and Football Club 1908 zu einem Disput zwischen Einheimischen
und Ausländern, darunter einige Schweizer. Der Schweizer Enrico Hintermann
wurde zum Motor einer Abspaltung, die sich kurz FC Internationale - kurz Inter -
nannte. Der wohl berühmteste Klub der Welt, der FC Barcelona, wurde 1899 vom
Schweizer Hans
Gamper, der vom Züricher Klub Excelsior gekommen war, gegründet.
Zwischen 1901 und 1903 schoss er 103 Tore für Barça. Bis 1930 wurde er
von den Mitgliedern des Klubs fünfmal zum Präsidenten des katalanischen
Klubs gewählt. Gamper hatte das Spiel am Technischen Institut in Winterthur
erlernt.
Natürlich
waren insgesamt die Engländer bei der Ausbreitung des Fussballs - vorwiegend über
den Seeweg - führend. Sie brachten das Spiel z.B. nach Dänemark. Ein Holländer,
der in England studiert hatte, Pim Mulier, brachte es 1879 nach Holland. Der
erste italienische Klub, der Internazionale Football Club Torino wurde 1891 vom
italienischen Geschäftsmann Eduardo Bosio gegründet, der zwischen Turin in
London hin und her pendelte. Zusammen mit italienischen Studenten riefen
einige in Turin lebende Briten 1897 den Klub Juventus ins Leben. Im Dezember
1899 formierte sich der Milan Cricket and Football Klub. Allein schon die erwähnten
Vereinsnamen weisen klar auf den englischen Einfluss hin. In Frankreich entstand
1872 der erst Klub in der Hafenstadt Le Havre. Er wurde von englischen
Angestellten der Textil- und Waffenfabriken gegründet. Bezüglich der These,
dass dort, wo die Briten ihre Herrschaft ausübten - in Australien, Südafrika,
England, Schottland, Irland und Wales - sich Rugby durchsetzte, hingegen dort,
wo Briten nur ihrer Arbeit nachgingen, Soccer betrieben wurde, bildet Frankreich
eine Ausnahme. Das Land konnte sich lange nicht zwischen Rugby und Fussball
entscheiden. Oft, so in Le Havre, praktizierten die Pioniere eine Mischform. Bis
zur Jahrhundertwende blieb Rugby in Frankreich populärer. In Spanien wurde
Soccer um 1890 in den baskischen Nordprovinzen von dort beschäftigten
englischen Bergarbeitern importiert - schon der Name des ältesten Vereins,
Athletic Club of Bilbao, 1898 von Studenten, die in England das Spiel
kennengelernt
hatten, gegründet, weist auf den britischen Einfluss hin.
Bei
vielen Klubs spielten übrigens jüdische Fussballfans eine wichtige
Pionierrolle. Walther Bensemann war an den Gründungen der Klubs von Frankfurt
und Karlsruhe beteiligt und rief die Fachzeitschrift Kicker ins Leben.
Einigen Vereinen haftete ein "jüdisch-kosmopolitisches" Image an,
darunter auch dem FC Bayern München. Oft waren es noblere und bürgerlich-liberal
orientierte Kreise. In Wien war Hakoah Wien ein exklusiv jüdisches Team, das
1925 Landesmeister wurde. Der Lokalrivale FC Austria war der Klub des assimilierten
jüdischen Bürgertums der Hauptstadt. In Amsterdam gründeten jüdische Geschäftsleute
den Klub Ajax. Der jüdische Einfluss hat sich dort bis heute erhalten. In
Budapest haftete dem Verein MTK das Etikett an, ein jüdischer Klub zu sein -
die Nationalmannschaft Ungarns bestand zeitweise zu einem Drittel aus Juden.
In Frankreich gründete der jüdische Manager Bernard Lévy den Racing Club de
Paris. Das weitgehende Ende der jüdischen Fussballkultur in Europa kam mit den
Nazis.
In
Argentinien war Fussball der populärste Zeitvertreib der Seeleute in Buenos
Aires, das zur ersten Hauptstadt des Sports auf dem Kontinent wurde. Um 1890
lebten hier rund 40,000 Briten. Sie bildeten die grösste und wohlhabendste
britische Kolonie ausserhalb des Empire. Argentinien war Britanniens wichtigster
Handelspartner. Techniker und Angestellte brachten neben Soccer auch Golf,
Polo, Rudern, Tennis und Rugby nach Buenos Aires. 1867 gründete hier die
englischen Brüder Thomas und William Hogg zusammen mit William Herald den
Buenos Aires FC, den ersten Klub Südamerikas. Seine Wiege lag im zuvor gegründeten
Buenos Aires Cricket Club. Entscheidend war in Argentinien der Einfluss des
Schotten Alexander Watson Hutton, der 1884 eine English High School in Buenos
Aires gegründet hatte. Sport bildeten eine wichtige Rolle im Unterrichtsplan.
Auf Huttons Initiative hin entstand 1893 die Federation des Landes, die sich
1903, nach einer Namensänderung, der englischen FA angliederte.
Das
kleine Uruguay zählt zu den bemerkenswertesten Fussballnationen. Auch hier war
Soccer zuerst das Spiel der Elite und Ausdruck der britischen Präsenz. Junge
britische Angestellte gründeten in Montevideo zuerst Cricket- und Ruderklubs.
1891 gründete der English-High-School-Lehrer William Poole den Albion Cricket
Club, der auch eine Fussballsektion unterhielt. Wenige Monate später riefen
junge britische Ingenieure den Central Uruguay Railway Cricket Club ins Leben,
aus dem 1913 der berühmte Klub Peñarol wurde. Uruguay gewann die Olympischen
Fussballturniere von 1924 und 1928 sowie die erste von der FIFA organisierte
Fussballweltmeisterschaft im Jahr 1930. 1950 wurden sie erneut Weltmeister, als
sie im Finale überraschend Gastgeber Brasilien schlugen.
In
Brasilien gilt der 1875 in Sao Paulo geborene Charles Miller, dessen Eltern aus
England stammten, als der Fussballpionier des Landes. Miller spielte in England
für Southampton, eher er 1894 mit zwei Fussbällen und einem Fussballdress im
Gepäck nach Brasilien zurückkehrte. 1895 führte er dort das scheinbar erste
"richtige" Fussballspiel durch. Dabei standen sich Engländer gegenüber.
Bereits 1888 hatten Briten den Sao Paulo Athletic Club gegründet, in dem
vornehmlich Cricket gespielt wurde. Der Verein erweiterte nun seine Aktivitäten
um Fussball. Der erste Klub für Brasilianer wurde am Mackenzie College ins
Leben gerufen, das von aus den USA stammenden methodistischen Missionaren gegründet
worden war.