Braillezeilen stellen das
Punktsystem der Brailleschrift durch kleine Stifte dar, die piezoelektronisch
angehoben werden. Die Darstellung erfolgt
linear. Zusätzlich Tasten ermöglichen die Navigation im Text, bzw. haben
programmierbare Funktionszuweisungen. Der Preis der Braillezeilen ist sehr hoch.
In den 80er Jahren gewann die Blindenschrift durch die Entwicklung der Braillezeilen eine neue Bedeutung. Braillezeilen sind Computerausgabegeräte, sie werden also an einen Rechner angeschlossen, um den Inhalt des Bildschirmes für Blinde lesbar zu übersetzen. Allerdings wird hier die Schrift nicht auf Papier geprägt, sondern die Punkte werden mit Hilfe von Piezo-Elementen elektronisch gesteuert, um die Zeichen gemäß der obigen Beschreibung aufzubauen. Somit besteht hierbei die Aufgabe der Blindenschrift ausschließlich in der Darstellung und nicht in der Speicherung wie z.B. bei Blindenschriftbüchern. Das gespeicherte Material befindet sich wie bei allen Computerbenutzern auf der Festplatte, der CD-Rom bzw. allen allgemein üblichen Speichermedien. Daraus ergeben sich zwei Vorteile: Einerseits braucht das Material nicht manuell in Blindenschrift übersetzt zu werden, denn es ist bereits für den allgemeinen Computereinsatz digitalisiert. Zum anderen löst sich das Problem des erhöhten Platzbedarfes der Blindenschrift, denn das Basismaterial befindet sich hochverdichtet auf den üblichen Speichermedien, bzw. wird über das Internet geladen.
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Moderne Braillezeilen haben Zeichenelemente mit 8 Punkten. Somit kann der ASCII-Zeichensatz ohne Einschränkungen dargestellt werden. Es gibt Braillezeilen mit 20, 40 oder 80 Elementen. Es erfolgt somit nur die Darstellung eines kleinen Ausschnittes des Bildschirmes - maximal 80 Zeichen einer Bildschirmzeile. Die Braillezeile besitzt Steuertasten, mit denen der dargestellte Ausschnitt nach oben, unten, rechts oder links bewegt werden kann. Je weniger Elemente die Braillezeile besitzt, je mehr Steuerfunktionen muss der Benutzer ausführen. Die meisten Braillezeilen kann man aber so programmieren, dass bestimmte Zustände auf dem Bildschirm automatisch angesteuert werden. Diese Zustände sind z.B. der Hardwarecursor, vorgegebene Farben, Schriftattribute oder Worte. Betätigt man z.B. auf der Tastatur die Alt-Taste, um das Menü zu öffnen, stellt die Braillezeile automatisch die Menü-Zeile dar, da der Bildschirmfokus jetzt dort liegt. |
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Bei der neusten Generation der Braillezeilen existiert das sogenannte Cursorrouting. Hierbei befindet sich ober- oder unterhalb jedes Brailleelementes ein kleines Knöpfchen. Drückt man nun auf einen der Knöpfe, so wird der Cursor auf dem Bildschirm an die Stelle geschickt, wo sich das dem Knopf zugeordnete übersetzte Zeichen befindet. Dieses Verfahren wirkt sich besonders sinnvoll aus, wenn man einen gelesenen Text unmittelbar korrigieren möchte.
Eine Braillezeile wird über die serielle Schnittstelle mit dem Computer verbunden. Es ist zu wünschen, dass die Hersteller für den Anschluss zukünftig auch USB-Schnittstellen vorsehen, denn so gewinnt man einen zusätzlichen freien Anschluss am Rechner.
Die Stromversorgung der Braillezeile erfolgt über ein Netzgerät, das in diesem Hilfsmittel selbst eingebaut ist. Andere Hersteller nutzen auch das Netzteil des verwendeten Computers. Weiterhin gibt es Braillezeilen, die über einen eingebauten Akku verfügen, um netzunabhängig und somit transportabel zu sein.