Screenreaderprogramme tasten die Bildschirmoberfläche ab und übersetzen sie entweder in Steuersignale für die Sprachausgabe oder für die Braillezeile bzw. beides. Eines der am häufigsten verwendeten Screenreaderprogramme ist „Jaws“ von der amerikanischen Firma Henter-Joyce (www.hj.com). Da die Verwendung der Maus für Blinde entfällt, es aber kann mit Hilfe der Pfeiltasten eine virtuelle Mausfunktion emuliert werden.
Bevor eine Braillezeile oder eine Sprachausgabe in der Lage ist, die erforderlichen Daten auszugeben, müssen diese Ausgabegeräte mit den hierfür notwendigen Informationen versorgt werden. Die Software, welche diese Aufgabe erfüllt, nennt man Screenreader. Hierbei werden von den entsprechenden Hardware-Elementen die darzustellenden Daten bezogen. Damit die Bereitstellung der Informationen möglichst dem aktuellen Stand des Bildschirminhaltes entspricht, erfolgt die parallele Übernahme in extrem kurzen Zeitabständen (mehrmals pro Sekunde).
Leider sind Screenreader nicht in der Lage, die Intelligenz der Menschen, die mit ihren Augen einen Bildschirm beobachten, zu ersetzen. Für die Mehrheit der Computeranwender ist der Zusammenhang mehrerer Bildschirmelemente einer Anwendung auf Anhieb einleuchtend. Dagegen muss der Programmierer eines Screenreaders auf alle Ereignisse des Bildschirmes individuell eingehen. Je komplizierter sich das Layout einer Anwendung darstellt, desto höher sind die Ansprüche, die an eine Hilfsmittelsoftware gestellt werden.
Bislang wurden Screenreader für die Betriebssysteme DOS, WINDOWS und LINUX entwickelt.
Moderne Screenreader verfügen über Wörterbücher, die für eine saubere und verständliche Aussprache sorgen. Jede Sprache setzt natürlich die Existenz eines entsprechenden Wörterbuches voraus. Die Auswahl der jeweiligen Sprache muss der Anwender aufgrund des vorzulesenden Textes selbst vornehmen. Dies erfolgt in der Regel über das Menü des Screenreaders.
Satzzeichen werden normalerweise mit vorgelesen. Auf diese Weise hat der Anwender die Chance, Sätze bzw. Satzelemente zu trennen, um eine detaillierte Bedeutung des vorzulesenden Textes besser zu analysieren.