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Paulaner Nachrichten:
Mai/Juni 2006
Zuerst -
In schöner Regelmäßigkeit wird bei unseren monatlichen Bibelgesprächen die Frage laut: Und das steht in unserer Heiligen Schrift? Es ist die Wirklichkeitsnähe, mit der die Bibel ungeschönt menschliches Verhalten wieder gibt. Da ist von Versagen und Verstellung die Rede, von Lüge und Auflehnung, von Ungerechtigkeit und Gewalt, von Mord und Krieg. Dem steht die treue Liebe Gottes gegenüber, die sich wie ein roter Faden durch alle Bücher der Heiligen Schrift zieht. Drücken wir es etwas anders aus: Gott ist das Risiko der Liebe eingegangen, von diesem Vorhaben lässt er sich nicht abbringen. Um dieser Liebe willen ist der Sohn Gottes Mensch geworden, hat er Leiden und Tod auf sich genommen, wurde verherrlicht und hat uns damit den Weg zu unserem eigentlichen Lebensziel aufgezeigt. Und das steht ebenso in unserer Heiligen Schrift: Gott hat uns zuerst geliebt.
Die Antwort auf diese Liebe, diese Zuwendung, kann nicht erzwungen werden, sie beruht auf unserer freien Entscheidung. Soll sie eine angemessene und entsprechende Antwort sein, dann wird sie sich an dem Wort orientieren müssen, das an uns erging. Diese von uns erwartete angemessene Antwort ist im Hauptgebot der Liebe zusammengefasst: "Du sollst Gott lieben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, mit all deinen Kräften und deinen Nächsten wie dich selbst."
 

Papst Benedikt XVI. hat sein erstes Rundschreiben, seine erste Enzyklika, datiert mit 25.Dezember 2005 unter das Thema gestellt:
Deus caritas est - Gott ist die Liebe. Er schreibt in den einführenden Zeilen: ´Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm´(1Joh 4,16). In diesen Worten aus dem Ersten Johannesbrief ist die Mitte christlichen Glaubens, das christliche Gottesbild und auch das daraus folgende Bild des Menschen und seines Weges in einzigartiger Klarheit ausgesprochen. Außerdem gibt uns Johannes in demselben Vers auch sozusagen eine Formel der christlichen Existenz: ´Wir haben die Liebe erkannt, die Gott zu uns hat, und ihr geglaubt´. Wir haben der Liebe geglaubt. So kann der Christ den Grundentscheid seines Lebens ausdrücken. Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt."

Unser Antworten auf die "Zuerst-Liebe" Gottes gelingt uns eher, wenn wir uns vom Heiligen Geist führen und leiten lassen und auf die Fürsprache Mariens vertrauen.
Mit den Worten des Papstes können auch wir bitten: "Heilige Maria, Mutter Gottes, zeige uns Jesus, führe uns zu ihm. Lehre uns ihn kennen und ihn lieben, damit auch wir selbst wahrhaft Liebende und Quelle lebendigen Wassers werden können inmitten einer dürstenden Welt." -
meint Ihr Pfarrer Franz Wilfinger


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