Weltraumfahrt              zur Startseite

[Die Zeit-Kapsel] [Kreisbahngeschwindigkeit] [Gravitationskraft]
[Flieh - oder Zentrifugalkraft ]  [Rosetta] [NASA-Jet] [Internationale Raumstation ISS.] [Mini-Jet] [Österreich schickt Satelliten ins All]  [Venus Express]  [Erfolgreich angedockt]

 

Unter Weltraumfahrt (Raumfahrt, Astronautik) versteht man die Bewegung jedes bemannten oder unbemannten künstlichen Flugkörpers (Raumflugkörper, Raumfahrzeug), dessen Bahn  weit über die Lufthülle der Erde hinausreicht. die Flugkörper werden mit mehrstufigen Raketen, oder durch so genannte Raumtransporter (mit Raketenantrieb) auf eine Bahn gebracht, die von der Geschwindigkeit und der Lage der Rakete im Brennschlusspunkt und von den Gravitationskräften der Himmelskörper abhängt (Trägheitsbahn). Die vom Raketentriebwerk erzeugte Antriebsenergie dient zur Überwindung des Gravitationsfeldes der Erde und des Luftwiderstandes. Flugkörper,  die sich auf  kreis - oder ellipsenförmigen Bahnen um die Erde bewegen, werden Satelliten genannt. Körper, die das Gravitationsfeld der Erde verlassen, bezeichnet man als Raumsonden.

Auf einem die Erde (Masse M) im Abstand r (vom Gravitationszentrum Z aus gemessen) umkreisenden Satelliten von der Masse m wirkt die  Massenanziehung- oder     Gravitationskraft   

                                                                               

  wobei γ die allgemeine Gravitationskonstante ist. Damit der Flugkörper nicht auf die Erde herabfällt, muss auf ihn eine gleich große, aber entgegengesetzt gerichtete Kraft  wirken, die durch die Bewegung auf der gekrümmten Bahn entsteht  Flieh - oder Zentrifugalkraft Sie wird nach der Formel

                                                                                

 berechnet (v = Bahngeschwindigkeit ). Durch Gleichsetzen  beider Kräfte (G = F)  erhält man (V),  die   Kreisbahngeschwindigkeit

                                                                               

                                              

die einen Flugkörper erteilt werden muss, wenn er sich auf einer Kreisbahn um die Erde bewegen soll. Die Zeit die bei einem einmaligen Durchlaufen der Flugbahn verstreicht, heißt Umlaufbahn. Für einen in 200 Km Höhe über der Erdoberfläche umlaufenden Satelliten beträgt die Kreisbahngeschwindigkeit 7,8 Km/s, die Umlaufzeit 88 min. Ein Satellit, der in 35 900 Km Höhe über dem Äquator in Richtung der Erddrehung mit einer Geschwindigkeit von 3,1Km/s in 24 h umläuft, erscheint von der Erde aus als stillstehend und wird als geostationärer Satellit bezeichnet.
Weicht die Geschwindigkeit, über die der Flugkörper im Brennschlusspunkt der Rakete verfügt, von der Kreisbahngeschwindigkeit ab, so ergeben sich folgende Flugbahnen.

1. Ist die Geschwindigkeit kleiner als die Kreisbahngeschwindigkeit, so kehrt der Flugkörper auf einem Ellipsenbogen zur Erde zurück.
2. Ist die Geschwindigkeit größer, so ergibt sich als Flugbahn eine Ellipse. Nach dem Flächensatz ist die Geschwindigkeit im erdnahen Punkt größer als im  erdfernen.
3. Wenn die Geschwindigkeit gleich dem 2fachen der Kreisbahngeschwindigkeit ist, verlässt der Körper das Gravitationsfeld der Erde und wird zur    
    Raumsonde. Die Geschwindigkeit heißt Fluchtgeschwindigkeit, die Flugbahn ist ein Stück einer Parabel.
4. Bei noch größerer Geschwindigkeit hat die Flugbahn Hyperbelform.

Mit einer Geschwindigkeit von mindestens 16,6 Km/s beim Start in Richtung der Erdbewegung kann ein Flugkörper das Gravitationsfeld der Sonne verlassen. Interplanetar. Weltraumfahrten müssen auf Bahnen durchgeführt werden, die möglichst geringen Energieaufwand erfordern (Berührungsellipsen). Der Startzeitpunkt  eines solchen Fluges muss so gewählt sein, dass der Zielplanet beim Zeitpunkt des Eintreffens der Raumsonde auch im Berührungs - bzw. Schnittpunkt der Flugbahnen steht.

Bei der Rückkehr eines Raumflugkörpers muss seine gesamte kinetische Energie  vernichtet werden. Die Bremsung kann aerodynamisch, (Ausnutzung des Luftwiderstandes) oder durch Bremstriebwerke erfolgen; die Landung in den dichten Schichten der Lufthülle lässt sich mit Fallschirmsystemen bewerkstelligen. Die Erhitzung der Außenhaut des Flugkörpers durch Reibungswärme beim Eintauchen in der Lufthülle kann durch flache Einfallswinkel und durch Schutzkegel (Verbrauch der Reibungswärme zum Abschmelzen eines geeigneten Stoffes) gedämpft werden.

Die zahlreichen Starts von Satelliten und Raumsonden dienen der Erforschung des erdnahen Weltraumes und der Erde selbst (z.B. Erderkundungs -  und Wettersatelliten), der Sonne (Sonnensonden), des Mondes (z.B. die Apollo-Raumflüge), der Planeten (z.B. die Raumsonden Voyager und Pioneer), der astronomischen Forschung (Astronomiesatelliten), ferner der Nachrichtenübermittlung (Nachrichten-und Fernsehsatelliten), der Navigation (Navigationssatelliten) u.a. sowie militärische Zwecken (Aufklärungssatelliten)

Damit ein Raumkörper zum Mond oder zu einen Planeten gelangt, muss er von der Erde aus in eine geeignete Flugbahn eingeschossen werden. Hierbei werden Größe und Richtung so gewählt, dass der Raumflugkörper in eine elliptische Bahn gelangt, die die Bahn des anzufliegenden Planeten schneidet. Dazu ist die Startzeit (Startfenster) so zu wählen, dass der Planet und die Raumsonde gleichzeitig am Schnittpunkt ihrer Bahnen eintreffen. Die geringste Antriebsenergie ist erforderlich, wenn sich die Raumsonde auf einer elliptischen Bahn bewegt, deren Perihel - und Aphelabstände gleich den Bahnradien der Erde und des betreffenden Planeten sind. Für diese ausgezeichneten Bahnen hat sich die Bezeichnung Hohmannsche Übergangsbahn eingebürgert. Für den Flug zur Venus auf einer Hohmannbahn benötigt man etwa 145 Tage, für einen Flug zum Mars 260 Tage. Eine Verkürzung der Reisezeiten ist mit einem enormen Anwachsen des Energieverbrauches verbunden, was sich umgekehrt auf die Startmasse auswirkt.

Der Zeitfaktor ist nicht die entscheidende Größe bei interplanetaren Flügen. Das ist auch der Grund, weshalb sie für eine maximale Nutzlast optimiert werden. Um einen Satelliten auf eine kreisförmige Bahn von 500 Km Höhe zu bringen mit einer Umlaufzeit von 94,6 min, ist eine Energie von 30 Millionen Joule pro Kilogramm erforderlich. In 500 Km Höhe beträgt die Bahngeschwindigkeit 7,61 Km/s.


Ein weiterer Impuls muss der Raumsonde erteilt werden, soll sie in eine Bahn um einen Planeten eingelenkt werden. Der Impuls wird normalerweise  durch einen Raketenmotor erzeugt, könnte aber auch durch die gravitative Wechselwirkung mit einen planetaren Mond (sofern einer vorhanden ist) erfolgen. Diese Methode ist recht nützlich, wenn man etwa an künstliche Jupiter - oder Saturnsatelliten denkt, da diese Planeten von relativ massereichen Monden umkreist werden. Die Bahn eines Raumflugkörpers kann durch eine gravitative Wechselwirkung mit einem massereichen Körper grundlegend geändert werden, selbst dann, wenn es zu keiner Berührung mit der Oberfläche kommt. Die gravitative Wechselwirkung mit den großen Planeten wurde ausgenutzt, um Raumsonden vom Jupiter  in Richtung Saturn und noch weiter oder in einem anderen Falle an der Venus vorbei zum Merkur zu bringen. In gleicher Weise werden die Bahnen  von Kometen bei nahen Vorübergängen an Jupiter verändert.


Die von dem Raumflugkörper aufgenommene Energie wird dem Bahndrehmoment des betreffenden Planeten entzogen, das sich um einen infinitesimalen Betrag ändert. Diese Methode der Gravitationsbeschleunigung ist die Grundlage für die Erforschung des Sonnensystems unter Einsatz recht bescheidener Trägerraketen. So ist es beispielsweise auch möglich, durch einen nahen Vorüberflug an Jupiter den Raumflugkörper auf eine solche Bahn umzulenken, dass er zur Sonne fliegt oder zumindest auf eine Bahn gerät, die ihn auf einige Sonnenradien Abstand von ihr bringt. Durch einen direkten Anflug wäre dieses Ziel kaum zu erreichen, da zunächst einmal die Bahngeschwindigkeit der Erde von immerhin 30 Km/s "ausgeschaltet", also gleichsam vernichtet werden müsste. Gegenwärtig sind direkte Raumflüge nur zu den Planeten Venus, Mars und Jupiter technisch realisierbar. Das beschriebene himmelsmechanische Billardspiel lässt sich aber anwenden, um von einem Planeten zum anderen zu gelangen. Naturgemäß sind die Startfenster sehr begrenzt.
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Die Zeit-Kapsel Dieser Satellit reist in unsere Zukunft. Zu den Bewohnern der Erde in 50 000 Jahren. Er bringt ihnen die Botschaften und Gedanken der Menschen von Heute. KEOs Erfinder Jean-Marc Philippe will mit seinen ungewöhnlichen Projekt auch herausfinden, wie das Weltbild der Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts aussieht.

 

                                        

 

In knapp drei Jahren wird eine Ariane-Trägerrakete der Europäischen Weltraumorganisation ESA einen kugelförmigen, knapp 100 Kilo schweren Satelliten mit einem Durchmesser von 80 Zentimeter in eine Umlaufbahn in einem Winkel von 57 Grad um die Erde in etwa 1 800 Kilometer Höhe bringen. 50 000 Jahre später wird der Trabant von alleine mit einem spektakulären nordlichtartigen Landeanflug als Botschafter aus einer fernen Vergangenheit zur Erde zurückkehren. Ein im wahrsten Sinne des Wortes"phantastisches" Projekt hat der französische Künstler Jean-Marc Philippe mit KEO ersonnen und wurde damit nicht nur von der UNESCO mit einer Ehrung ausgezeichnet, sondern bekam auch bei der Ars Elektronica in Linz einen Preis für die beste Verbindung von Kunst und Internet. Denn KEO soll eine Art  orbitale Flaschenpost, ein archäologisches Schatzkästchen für unsere fernen Nachkommen oder Nachfolger auf der Erde in 50 000 Jahren sein.

Im Herzen des Satelliten befindet sich eine moderne unzerstörbare Daten-Bibliothek, die alles Wissenswerte enthält, das den Menschen, seine Technik, seine Geschichte, seine Kunst und die Welt in der er lebt, betrifft. Ebenfalls an Bord: ein Fotomosaik mit menschlichen Porträts aus den verschiedenen ethnischen Gruppen. Eine Sternenuhr, mit der sich genau bestimmen lässt, wann der kugelförmige Botschafter aus der Vergangenheit losgeschickt wurde. Ein künstlicher Diamant, in dem die Elemente Erde, Luft und Wasser sowie ein menschlicher Blutstropfen in einer goldenen Hülle eingeschlossen sind. Und ein Archiv mit Nachrichten, Botschaften, Ideen und Gedanken unzähliger Menschen des 21. Jahrhunderts.

Der Clou: Jeder Erdenbürger hat die Möglichkeit, circa vier DIN-A4 Seiten mit Text (6 000 Anschläge) an Bord des Satelliten KEO zu bringen und in eine ferne Zukunft einer Erde zu schicken, die wir uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen ausmalen können. Denn wir wissen nicht einmal, ob es Menschen sein werden, die diese Botschaft erhalten. Die Texte die in jeder beliebigen Sprache verfasst sein können (ohne Bilder und Zeichnungen) werden unverändert und unzensuriert mit den persönlichen Daten des Autors in ein Archiv mit speziellen hitze-und strahlungsbeständigen DVDs eingespeichert.

Während seiner Reise durch die Zeit, auf der KEO mit einem guten Fernrohr am Nachthimmel zu beobachten sein wird, sind der Satellit und seine kostbare Fracht durch mehrere Schutzschichten aus Titan, Wolfram, Aluminium und Kohlenstoff vor Einschlägen, Strahlung und Hitze geschützt. Ein Metallschaum-Mantel  verhindert beim Aufschlag der Kugel auf die Erde in 50 000 Jahren außerdem, dass ihr Inhalt dabei beschädigt wird.

Jenseits der Fantasie Erst ein Prozent der Zeit , seit der Menschenaffe begann, auf zwei Beinen zu gehen, sind wir in der Lage, unser Leben "intelligent "zu  gestalten. In dieser erst 1 300 Generationen  umfassenden Zeit fand der Fortschritt in Kleinst-Schritten statt. Noch zur Französischen Revolution verfügte die Menschheit des Volkes gerade über so viel Wissen, wie wir es heute täglich auf einer Seite einer Wirtschaftszeitung finden. Die Zeit kleinster Fortschritte ist vorbei: unser Wissen erweitert sich mit jeder Generation exponentiell. Theoretisch kann sich heute jeder in Form von Informationen auf einigen CDs abspeichern lassen: Ob  wir uns nach dem Tod einfrieren lassen oder verfügen, dass einige Körperzellen zwecks späterer Rekonstruktion zu speichern sind: Biologisch ist die Möglichkeit ewigen Lebens keine Utopie mehr. 50 000 Jahre sind eine lange Zeit. Wenn man bedenkt, dass sich der Fortschritt so sehr beschleunigt, dass jede Generation ein vielfaches des Wissens auftürmt, das jene davor besaß, ist eine Vorausschau, wie diese ferne Zukunft aussehen wird, selbst für gute Science-Fiction-Autoren unmöglich. Was wir aber unseren Nachkommen besser hinterlassen können, ist das, was Archäologen heute von unseren Urahnen mühselig ausgraben und mit Fantasie erklären müssen: Was die Menschen wollten und hofften, aber auch, wie wir miteinander in einer Gesellschaft mit dem Auftrag, die eigene Geschichte zu gestalten, umgegangen sind und uns dafür eingesetzt haben, dass diese Weltgemeinschaft dieses Jahr 52 006 auch erreicht.

 Rosetta

Flugbahn des Kometenjägers Rosetta

 Heute um 8.36 Uhr Donnerstag 25. 02. 2004 soll die wohl spektakulärste All - Mission Europas starten. Die Sonde "Rosetta" sucht mit filmreichen Tricks nach dem Ur - Stoff  der Erde.

Aus der Sicht von "Chury", dem kleinen Eiskometen, der seit Milliarden Jahren friedlich seine Bahn durch den Weltraum zieht, muss der wohl spektakulärste Plan, den die Europäische Weltraumagentur  je ausgeheckt hat, ziemlich bösartig wirken: Der nur vier Kilometer große Chury rast um 27 000 Km/h schneller als die Erde durch unser Sonnensystem. Normalerweise ist er schon dadurch unerreichbar für irdische Raketen. Trotzdem hetzen ihm die ESA-Wissenschafter nun mit einem astronomischen Taschenspieler-Trick den Kometen-Jagdhund " Rosetta" Auf die Fersen, der nach zehn Jahren Flugzeit - kosmisch gesehen ein Wimperschlag - mit 135 000 Km/h in Chury's Windschatten hängen wird. Dann feuert Rosetta auch noch ein mit Harpunen und Bohrhaken bewehrtes Minilabor auf den Kometen ab. "Philae" verbeißt sich in den eisigen Boden, um von der geringen Schwerkraft nicht zurück in das Weltall geschleudert zu werden, und beginnt mit allerlei Gerät zu graben und zu schaben. Aus ist's mit der kometenhaften Ruhe.

Aber ESAs Wissenschafter haben sehr ehrenhafte Motive für diese noch nie da gewesene Science-Fiction-artige Kometenjagd, die, wenn alles gut geht, heute, Donnerstag um 8.36 Uhr vom Weltraumbahnhof  Kourou (Südamerika) mit einer Ariane-Rakete gestartet wird.  "Rosetteas" Kometenjagd hat begonnen. Beim dritten Versuch ist die Trägerrakete Ariane 5 mit der europäischen Sonde an Bord Dienstagfrüh vom Weltraumbahnhof Kourou ins All gestartet. Die Reise von "Rosetta" zum Kometen "Tschurjumow-Gerssimenko wird 10 Jahre dauern. Dort soll die Sonde ein  Landegerät aussetzen. Von den Proben erwartet man Aufschlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems.
Paulo Ferri, der für die Rosetta-Mission zuständige Flugkontroll-Manager sagt:" wir wollen herausfinden, wie die Erde entstanden ist und woraus. Ist das so lebenswichtige Wasser mit dem Eis einschlagender Kometen auf unseren Planeten gekommen? Chury ist ein Himmelskörper, der seit vielen hundert Millionen Jahren fast unverändert durchs All rast. Er enthält noch den Ur-Staub von damals. Er kann uns Antwort geben. Für die Forscher ist er ein Fenster in die Kindesstube der Erde".

Kosmisches Billard mit 100 000 Km/h

Mit an Bord von Sonde und Landeroboter sind fünf Gräte, die österreichische Forscher und High-Tech-Firmen wie "Austrian Aerospace" mitentwickelt und gebaut haben. . Eines davon heißt " Midas" und ist großteils "Made in Austria": ein  Spezial-Mikroskop, das Staubkörner mit einer Genauigkeit von nur einem Hunderttausendstel Millimeter mit einer Spezialnadel abtasten und untersuchen kann.

Österreich liefert wichtige Technik

Dr. Klaus Torkar, stellvertretender Projektleiter  von Midas am Grazer Institut für Weltraumforschung: " Schwierig war es auch, dieses hochsensible Gerät zu bauen, dass es die extremen Vibrationen beim Start der Ariane-Rakete überlebt". Eindrucksvoll ist jener Trick, mit dem sich Rosetta an Chury ( der mit bürgerlichem Namen eigentlich "67P/ Churyumov-Gerasimenko" heißt) heranpirscht: Der Komet ist im Jahre 2014 zwar nur 480 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Rosetta legt aber fast sieben Milliarden Kilometer zurück, um bis in zehn Jahren von 108 000 Km/h (Erdgeschwindigkeit) auf 135 000 Km/h zu beschleunigen (siehe Graphik). Die abenteuerliche Flugbahn führt dabei dreimal an der Erde 2005, 2007, und 2009,  und einmal an den Mars vorbei und nützt die Anziehungskraft  der Planeten aus, um Tempo zu machen.

Ein ungeheuer präzises kosmisches Billard-Manöver der ESA-Mathematiker, das 2 014 hoffentlich zur Punktlandung auf dem Weltraumbrösel Chury führen wird. Der Roboter Philae  wird sich am rasenden Kometen festkrallen (siehe unten).

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NASA-Jet flog fast mit 11 000 Km/h. Einen Geschwindigkeitsrekord stellte die US-Raumfahrtsbehörde NASA mit einem neuartigem Flugzeug auf. Der unbekannte Jet X-43A blieb mit einem Tempo von 9,6  Mach knapp unter der zehnfachen Schallgeschwindigkeit. Bereits im März 2004, also vor 8 Monaten hatte das futuristische Flugzeug siebenfache Schallgeschwindigkeit erreicht. Die 3,6 m lange Maschine erreichte über dem Pazifik vor der Küste von Los Angeles eine Spitzengeschwindigkeit von 10 630 Km/h . Mit dem Tempo könnte der Jet die Strecke Berlin - New York in einer halben Stunde zurücklegen. Ein umgebauter B-52 hatte den Mini-Jet im Huckepackverfahren in die Luft gebracht. Eine Pegasus-Rakete katapultierte X-43A in 30 Km Höhe. Nach dem Rekord stürzte das "Einweg-Flugzeug"kontrolliert ins Meer. Die NASA verspricht sich von diesem Projekt eine Alternative  zum bisherigen Raketenantrieb von Flugzeugen. Denn der neue Typ verbraucht Sauerstoff aus der Atmosphäre und nicht aus einem mitgeführten Tank. Das Triebwerk könnte in Kampfflugzeuge eingebaut werden, damit diese innerhalb von zwei Stunden von den USA aus jeden Punkt der Erde erreichen können.

                                             

Internationale Raumstation ISS. Starke Magnetstürme ließen ISS pro Tag um 300 Meter sinken. Durch erhöhte Sonnenaktivität ausgelöste starke Magnetstürme haben die Internationale Raumstation ISS zuletzt um 300 Meter pro Tag sinken lassen. Seit der letzten Positionskorrektur kam die Station der Erde schon um sieben Km näher. Mit Hilfe ihrer Triebwerke soll die ISS mit ihren beiden Insassen auf eine höhere Umlaufbahn gehoben werden. (November 2004)     nach oben

 

Europas Auge im All : Galileo-Satellit ist gestartet. Mit dem Start des ersten Testsatelliten vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur begann am Mittwoch 28.12 2005 der Aufbau des europäischen Navigationssystems Galileo, das ab 2010 eine genaue Ortsbestimmung überall auf der Erde ermöglichen soll. Es wird noch genauer als das vom US-Militär betriebene GPS-System sein.

Der 450 Kilogramm schwere "GIOVE-A"- Satellit wird von einer Sojus-Fregat-Rakete auf eine Umlaufbahn in 23 200 Kilometer Höhe gebracht. Dort soll er Frequenzrechte sichern und neue  Technologien testen, darunter die präziseste je ins All geschickte Rubidium-Atomuhr. Bis Ende 2010 werden 30 Galileo-Satelliten die Erde umkreisen.

Das Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der EU kostet vier Milliarden Euro. Galileo soll Europa unabhängig vom  US- Militärsystem GPS machen, eine bis auf zehn Zentimeter genaue Ortsbestimmung zulassen und weniger anfällig für Störungen etwa durch Gebäude oder dichte Wälder sein.

Die Anwendungsmöglichkeiten von Galileo reichen vom Einsatz in Handys und Auto-Navigatiossystemen über Diebstahlsicherungen für Fahrzeuge bis hin zur Überwachung verurteilter Straftäter mit elektronischen Fußfesseln.

 

Österreich schickt Satelliten ins All. Kleiner Würfel, große Wirkung; Mit dem Projekt "Brite Austria"reiht sich Österreich endgültig in den exklusiven Kreis der Weltraumforschungsnationen ein. Österreichs "Weltraum-David"-ein schuhschachtelgroßer so genannter Nano-Satellit, der vergangene Woche, Februar 2006 in Wien der Öffentlichkeit  vorgestellt wurde-wird nur 5 Kilo wiegen, aber so schlau sein, es mit ganzen Sternen-Goliaths aufzunehmen und ist obendrein, bis auf die in Kanada produzierte Bordkamera und Steuerelemente-ein rot-weiß-rotes Produkt. An Bord einer Trägerrakete wird "Brite Austria"- der Name kommt vom englischen "Bright Target Explorer" und bedeutet so viel wie Erforschung von hellen Sternen, voraussichtlich 2008 in den Weltraum auf eine Umlaufbahn um die Erde geschossen. Von dort aus wird er große, helle Sterne im All beobachten und mit seiner Bordkamera und einen kleinen Teleskop spezielle Bilder aufnehmen, die von der Erde aus wegen der störenden Atmosphäre nicht möglich wären. Prof. Werner Weiss vom Astronomischen Institut der Uni Wien- wir wissen heute, dass die meisten schweren Elemente wie auch Gold, Silber und Eisen und fast alles , woraus wir Menschen bestehen, einmal in hellen , massereichen Sternen entstanden ist. Aber wir wissen bis heute nicht wirklich, wie diese Sterne aufgebaut sind und wie der Prozess genau funktioniert. Diese großen astronomischen Fragen wird Österreichs kleiner Satellit helfen, zu beantworten.  In 800 Km Höhe mit 26 841, 6 Km/h wird er um die Erde rasen und alle 100 Minuten Österreich überfliegen und Daten nach Graz und Wien senden. Eine der Spezialitäten von Brite Austria und eine Premiere im Weltraum ist sein wegweisendes Steuersystem, das die Universität Toronto für uns entwickelt hat. Unser Satellit soll ja immer neue Sterne beobachten, hat aber keinen eigenen Düsenantrieb um sich neu auszurichten, wie viele der großen Satelliten die um die Erde kreisen. 'Brite' hat hierfür mehrere kleine Kreisel an Bord, deren Geschwindigkeit wir von Graz aus verändern und dadurch sehr genau eine Drehung des Satelliten auslösen oder bremsen können.

 

Venus Express hat Umlaufbahn erreicht. Nach 153 Tagen Reisezeit von der Erde war es gestern, 11. April 2006 10 Uhr 07 Minuten so weit: Die "Venus- Express-Sonde" schwenkte in die Umlaufbahn des Zielplaneten ein. Dort soll sie 500 Tage lang Daten sammeln. Die 82,4 Millionen Euro teure und fast 1,3 Tonnen schwere Sonde wurde am 9. November 2005 von der Europäischen Raumfahrtsbehörde in das All befördert. Mit an Bord sind unter anderem eine Hochauflösende Kamera und ein Sender, der täglich bis zu 5 GB Daten zur Erde schickt. Ziel der Mission ist es, den Treibhauseffekt  des 470 Grad heißen Planeten zu erklären und das Wissen für unsere Umwelt zu nutzen.

 

                                                       

 

 

 

Erfolgreich angedockt hat jetzt der europäische Raumtransporter "Johannes Kepler" an der internationalen Raumstation ISS. Mit Hilf e von

Lasern lief  das Manöver in 350km Höhe vollautomatisch ab. Mit an Bord sind 7,5 t Lebensmittel, Kleidung, Ausrüstung, Post und Schokolade für die sechs ISS Besatzungsmitglieder.

 

 

                                                      

 

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