40. Int. Drei-Tage-Wanderung in Knittelfeld

40. Int. Drei-Tage-Wanderung in Knittelfeld. Für mich Anlass genug bei dieser Wanderveranstaltung teilzunehmen. Dies ist meine erste Teilnahme in Knittelfeld. Obwohl schon 40 Jahre - fast so alt wie ich - habe ich es nie geschafft in Knittelfeld zu starten. Die Tage Donnerstag, Freitag stellten doch immer erhebliche Probleme dar. Gleich vorweg, ein unheimlich schönes Wandergebiet. Deshalb tut es mir aus dieser Sicht unheimlich Leid, dass ich erst das erste Mal dabei bin. Ich kannte diese Veranstaltungen nur aus Erzählungen.

Knittelfeld war es, die die erste Drei-Tage-Wanderung in Österreich durchführte. Angeblich nach einem Besuch in Nijmegen. Die Geburtsstunde der Wienerwald-Drei-Tage-Wanderung liegt ebenfalls in Knittelfeld. Damals noch organisiert durch die OdIWW. In Summe gibt es auch schon 33 Jahre Wienerwald-Drei-Tage-Wanderung. Und damals war es einfach ein muss in Knittelfeld dabei zu sein. Dieser Ruf wurde nicht nur im Inland sondern auch in Ausland sehr gepflegt. Ein sehr hoher Label, damals............, aber 40 Jahre zerren.

Donnerstag, 1.8.2002
Tagwache um 4 Uhr früh. Zwei Stunden Fahrt nach Knittelfeld. Von Wien aus sehr gut zu erreichen. Um halb sieben war ich am Start in der Kärntner Schule. Hab sie auch gleich gefunden. Start-Ziel dieses Jahr in der Kärntner Schule und nicht in der Lindenalleeschule wegen Renovierungsarbeiten. Eine neue großräumige Schule darf man da betreten. Ideal für Start- Ziel. Es gibt auch kein Parkplatzproblem.

PC-AnlageDie Kärntner Schule, Start- Ziel der Veranstaltung.

Die Innenhalle der Schule. Ideal für Start-Ziel.

Warum man Start-Ziel nicht in der Halle, sondern wieder außen vor den Fenstern und um die Ecke der Schule eingerichtet hat, bleibt mir unverständlich. Im Klartext heißt das: Man geht in die Schule, durch die Halle durch, hinten wieder raus und links um die Ecke befindet sich Start-Ziel. Steht man dann einmal davor, muss man sich als Nachmelder zuerst bei der Kassa anstellen. Nach der Bezahlung erhält man einen Bon und mit diesem muss man sich wieder anstellen, um zur Startkarte zu gelangen. Wie das ablaufen soll, wenn z.B. fünfzig Leute davorstehen und regnet ist mir nicht klar. Was passiert bei Regen? In Mödling wurde mir erzählt, dass sie 40 Minuten auf die Startkarte warten mussten. Hier wäre Modernisierung dringend angebracht.

Kurz vor 7 Uhr hielt ich auch meine Startkarte in den Händen. € 13.- und keine Nachmeldegebühr wurde verlangt! Muss man unbedingt positiv vermerken. Eine kleine rosafarbige Starkarte für alle drei Tage findet ihren Gebrauch. Von der Schule raus und rechts zur Straßenkreuzung. Und wie geht es nun weiter? Einige laufen gerade aus über die Kreuzung, der kleine gelbe Pfeil zeigt aber nach rechts. Ein paar "Kenner" unterwegs dachte ich mir. Eine Tafel mit Hinweispfeilen lag verkehrt auf den Boden. Ich lehnte sie wieder an und lies die Pfeile in Richtung gelber Markierung weisen. Auf dem Streckenplan, der am Start zur freien Entnahme auflag, stand: Markierungen für alle Strecken gelb. Also folgen wir der gelben Markierung.

Ich war überrascht wie sicher diese kleine gelbe Markierung ist. Hat man sich mal daran gewöhnt, gibt es praktisch kein verlaufen mehr. Für die Kontrollen wurden so genannte Zwickzangen verwendet, die eine kleine Figur in die Starkarte lochen. An die gelbe Markierung gewöhnt, lief ich in Knittelfeld wieder stadtauswärts. Durch die Verlegung von der Lindenalleeschule in die Kärntnerschule wurde scheinbar auf die gelbe Markierung vergessen, sie zu ändern. Und es gab keine zusätzlichen Hinweisschilder. Außerdem bin ich das erste Mal in Knittelfeld und habe daher keine Ortskenntnisse. Aber durch fragen von Passanten ging ja alles gut. Um knapp vor 12 Uhr war ich wieder im Ziel. Als ich im Ziel gefragt wurde wie es war, wies ich auf den schlechten Zustand der Labestellen hin. "Werden morgen alles verbessern", so das Versprechen, aber es sollte anders kommen. 1180m im Anstieg für die Gruppe 1 sind auf diesen 40km zu bewältigen. Durch die vergangenen Regenfälle, war der Boden stellenweise sehr tief. Das Wetter schön und kühl. Nach einem Getränk wieder ab nach Wien.

Freitag, 2.8.2002
Wieder um halb sieben am Start. Den Startstempel geholt und ab auf die Strecke. Diesmal habe ich mir was zu trinken von zu Hause mitgenommen. Irgendwie hatte ich ein schlechtes Gefühl. Laut Streckenplan sind heute 43km zu bewältigen mit einem Aufstieg auf die Hochalm 1860m. Was hier in Knittelfeld möglich ist, ich meine die Aufstiege, wurde in Mödling stark bekämpft. Werde später darauf nochmals eingehen. Hochnebel verhinderte das Durchdringen der Sonnenstrahlen. Daher etwas kühl, ideal für diese Strecke. Wieder, wie am Vortag auch, wurde eine überaus schöne Wanderstrecke präsentiert. Leider war die Verpflegung noch schlechter wie am Vortag. Es gab zwischen Ramplerhütte und Tremmelberg fast 18km keine Verpflegstellen des Veranstalters. Ich war froh, dass ich mir wenigstens eine halbe Cola mitgenommen habe. Aber zu essen oder vielleicht Obst?, keine Spur. Das Fatale an dieser Situation ist, dass diese Verpflegstellen im Streckenplan eingezeichnet sind, aber real nicht existieren. Wenn man sich da verlässt, dass man am höchsten Punkt, auf der Hochalm 1860m etwas zur Labung bekommt, na der schaut dann schön aus der Wäsche, speziell wenn es vielleicht auch noch sehr heiß ist. Warum überarbeitet man die Streckenpläne nicht? In 5 Stunden 41 Minuten habe ich diese 43km mit einem Gesamtanstieg von 1478m bewältigt. Die Markierung war wieder ausgezeichnet. Diese 43km wurden auch für den Marathoncup 2002 gewertet. Scheinbar gibt es zwischen Mödling und Knittelfeld ein Kommunikationsproblem. Es gab weder eine Urkunde, noch einen Stoffaufnäher für diesen getitelten Marathon.

Samstag, 3.8.2002
Heute ist auch mein Wanderkollege Riesner dabei. Ich wollte ihm einfach mal zeigen wie andere organisieren, was sie bieten usw. Heute ist das Wetter wesentlich schöner. Die Sonne macht sich breit und es ist auch wärmer. Nachdem wir am Start noch eine Tagekarte gelöst haben, machten wir uns auf den Weg. 37km zum Abschluss dieser Drei-Tage-Wanderung. Nichts neues auf der Wanderstrecke, keine Verbesserung der Verpflegstellen aber wieder eine wunderschön angelegte Wanderstrecke. Nach 3Stunden und 38Minuten waren wir wieder im Ziel. Als Auszeichnung gab es lediglich die Medaille, die man im Hintergrund sieht und zum Jubiläum ein kleines Trinkglas mit dem Knittelfelder Wappen. Eine Urkunde um € 1,70 habe ich mir nicht gekauft. Die Urkunde ist in A5 gehalten, aus dem vorigen Jahrhundert und der Name des Teilnehmers wurde manuell eingetragen.

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Ich habe die Busse nicht deshalb fotografiert, weil sie so schon sind, sondern weil sie auf der Wanderstrecke standen. Ein weiteres Bild zeigt die Brote für die Verpflegung. Eine sehr treffende Aussage einer Deutschen Wanderkollegin zur Verpflegung: "Auf der Strecke gab es Wasser und Brot und Im Ziel gar nichts." Sie haben in der Schule geschlafen.

Aus meiner Sicht hat sich diese Veranstaltung kaum weiterentwickelt. Sie ist vor 40 Jahren groß geschaffen worden und seitdem stehen geblieben. Daher auch meine Schlagzeile auf der Startseite "Knittelfelder 3-Tage-Wanderung, ein sinkender Stern". Ich finde es schade, weil Knittelfeld ein wirklich schönes anspruchsvolles Wandergebiet hat. Bei meinem Gespräch mit Herrn Neubauer führte er diese Situation auf Geldmangel zurück. Kaum jemand in der Gemeinde interessiert sich mehr für diese Veranstaltung. Kaum jemand von den Einheimischen nimmt teil. Kein Nachwuchs weit und breit. Sponsoren brachen weg, usw. Das sind die altbekannten Tatsachen, mit der jeder Veranstalter zu kämpfen hat, oder?

Da frage ich mich schon, wo die IVV bleibt. Wo ist die großartige Unterstützung die immer wieder versprochen wird. Auch Knittelfeld ist eine IVV-Veranstaltung, aber wo waren die Leute? Ich finde es unverantwortlich, dass man Knittelfeld so aushungert. Und wenn Seefeld und Mödling nicht aufpassen und sich auf eigene Füße stellen, wird es ihnen genauso ergehen. Ich sah in Knittelfeld nur die EVG präsent. Wäre die EVG nicht vertreten, die Polen und Tschechen, die man mit den Bussen auf die Wanderstrecke karrt nicht duldet, so wandert bei dieser Veranstaltung kaum noch jemand. Und eine klare Aussage von Herrn Neubauer und da stimme ich ihm voll zu: Wegen 50 Leute zahlt es sich nicht aus!!! Aber dem Thema IVV werde ich eine eigenes Kapitel widmen. Die goldenen Zeiten sind vorbei, so mal ein Vorruf an den IVV.

Ich habe den Eindruck, dass die Drei-Tage-Wanderung in Knittelfeld nur mehr von Idealisten getragen wird und auf die kann man stolz sein!!!!

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