Heute Sa. 6.4.2002 der zweite Marathon, der
zum Marathoncup 2002 zählt, in Gars am Kamp. Wieder hat der
Veranstalter das Wetterglück auf seiner Seite. -6°C am
Start - die Uhr zeigte gerade 6 Uhr 47 - gefrorener Boden und durch
die Wolken schielende Sonne. Scharfe Luft ließ die Ohren und
Hände frieren. Der Reif legte seine weiße Decke über
die Landschaft. Also ideale Voraussetzungen für einen schnellen
Marathon. Wieder war Start Ziel in der Feuerwehrhalle des Ortes
untergebracht.
Offizieller
Start bereits ab 6 Uhr. Als wir knapp nach 6 Uhr 30 am Start eintrafen,
war nicht mehr viel los. Der Start plus grüner Startkarte,
Streckenplan, Urkunde und Stoffaufnäher sollte uns pro Nase
€ 4,75 kosten. Ein Blick auf den Streckenplan zeigte uns wieder
eine sogenannte Ohrwaschelstrecke. Sie gleicht nicht der Strecke
aus dem Vorjahr. Also eine neue Strecke ist zu bewundern. Eine Ohrwaschelstrecke
hat sicher Vorteile aber auch Nachteile. Darauf werde ich später
noch eingehen. 6 Uhr 47 Stoppuhr und Höhenmesser anstellen
und auf gehts. Gott sei Dank habe ich für meine sensiblen Hände
Handschuhe mit dabei. Diese kalte schneidige Luft! Laut Streckenplan
4,1km zur ersten Kontroll- und Labestelle in Maiersch. Ein sogenannter
Weinkeller diente für diese Zwecke. Kontrollstempel eingeholt
und weiter. Mittlerweile hat auch schon Herr Leopold zu uns aufgeschlossen.
Ich habe ihn noch nie so schnell erlebt. Ich war wirklich überrascht,
dass er bis ins Ziel dieses Tempo mitgehen konnte. Knapp vor der
zweiten Kontrollstelle sprengte sich die 22km Strecke ab.
Die
zweite Kontrollstelle präsentierte sich als Selbstkontrolle.
Der Veranstalter vertraut den ehrlichen Marathonwanderern. Denn
so ein kleiner Stempel ist schnell weg und wie sollen sich die nachfolgenden
Wanderer im Ziel rechtfertigen, wenn der Stempelabdruck fehlt? Zur
Labung stand eine Steige Äpfel zur Verfügung. Ich fand
diese Idee gut. Ein Apfel auf der Marathonstrecke ist bei weitem
besser, als zum Beispiel eine Wurstsemmel. Übrigens, der Apfel
hat sehr gut geschmeckt.
Weitere
6,2km sollten uns zur dritten Kontroll- und Labestelle in Fernitz
führen. Dort den Stempelabdruck eingeholt und nun auf zur ersten
Schleife. Nun zur Problematik Ohrwaschelstrecke. Es gab trotz sehr
guter Markierungsarbeit wieder viel Verwirrung. Was heißt
Schleife1 und Schleife 2? Ich kannte diese Ausdrücke noch aus
der vorjährigen Strecke. Doch leider gibt es auch nicht deutschsprechende
Teilnehmer, die mit diesen Ausdrücken so ihre Probleme haben.
Da dieser Marathon als International ausgeschrieben ist, müßte
auch hier Rechnung getragen werden. Ein Beispiel: Eine aus der Südschweiz
stammende Teilnehmerin - aus der nichtdeutschsprechenden Schweiz
- lief statt des Marathons nur die 22km Strecke, weil sie mit diesen
Schleifen nichts anfangen konnte. Laut ihren Angaben wurde sie an
der Kontrollstelle noch in die falsche Richtung geschickt. Aus mit
Marathoncup und Marathonurkunde Gars am Kamp 2002. Weiters herrschte
Verwirrung, als wir von der 1. Schleife zurück kamen und wieder
Teilnehmer, die wir bereits überholt haben, nochmals begrüßten.
Fragen warum und wieso standen voran. Ein Vorteil dieser Strecke
liegt natürlich auch auf der Hand. Man kann diese auf sehr
engen Raum führen und braucht außerdem weniger Kontrollstellen,
da eine Kontrollstelle zweimal oder auch öfter angelaufen werden
kann.
In
Stiefern erreichten wir die vierte Kontrollstelle. Knapp die Hälfte
der Strecke in den Beinen. Wieder einen Stempelabdruck auf die Startkarte
und weiter. Während ich meine Jacke auszog und in den Rucksack
verpackte, verlor ich etwas auf die Spitze. Nichts mehr zu sehen
von denen. Na vielleicht schaffe ich es bis zur nächsten Kontrollstelle,
wieder in Fernitz. Das heißt, wir liefen die Kontrollstelle
bereits zum zweiten Male an. Keine Zeit, um etwas zu trinken, die
Spitze zwar wieder in Sichtweite, aber noch nicht aufgeschlossen.
3,7km
zur nächsten Kontrollstelle in Oberplank. Hier genehmigte ich
mir ein Vitus in der 0,35l Flasche um €1,30. Speckbrote wurden
feil geboten. Obst vermisste ich leider. Noch 13,5km bis ins Ziel.
Beim Schafberg begann für uns eine weitere Schleife. Wieder
rüber zur vormals ersten Kontrolle im Weinkeller. Wieder etwas
Verwirrung, bei den Teilnehmern, wie es nun weitergehen könnte.
Nun gut, schon das Ziel ins Hirn gebrannt erreichten wir nach weiteren
5,4km die letzte Kontrollstelle vor dem Ziel in Zitternberg. Noch
rauf zur Hamerlingwarte - übrigens ein sehr schöner Überblick
auf den Ort Gars am Kamp - erreichte ich nach 4 Stunden und 13 Minuten
das Ziel in Gars am Kamp. Laut Streckenplan sollten wir nun 40,2km
bewältigt haben. Zwei Kilometer zu kurz, um an die klassische
Distanz heran zu kommen.
Eine Urkunde und ein Stoffabzeichen gab es nun für die Anstrengung.
Was
hat mir gut gefallen:
Die
Wanderstrecke, eine abwechslungsreiche, sehr leichte Strecke mit
einem Gesamtanstieg von 745m.
Die Teilnahme von geschlossenen Schulklassen. Dies scheint in Mödling
überhaupt nicht möglich zu sein, was Gars am Kamp deutlich
widerlegt. Mödling mach was statt dauernd zu jammern!
Die gute Gesamtorganisation
Sehr gute Markierung
Was
hat mir weniger gefallen:
Die
Startkarte, unnötig große Startkarte ohne Zuordnung der
Kontrollstellen.
Die Kontrollstempel, wie im Vorjahr wurden auch heuer wieder diese
kindischen Mickimausfiguren verwendet.
Keine Zuordnung der Kontrollstempel zur Kontrollstelle und Startkarte.
Das heißt, blickt man im Ziel auf die Startkarte, weiß
man nicht, wo man welchen Kontrollstempel auf welcher Kontrollstelle
erhalten hat. So wirr wurde gestempelt.
Das fehlende Obst.
Zu kurze Strecke.