ONKEL TOM & AMON AMARTH & MOB RULES & LORDI

Fr. 18. April - 19.30 - Innsbruck, Hafen


Just an dem Tag, an dem die christliche Welt des aufsehenerregendsten Piercing-Acts der Geschichte gedenkt, rumpelte der Wacken-Tour-Tross mit Videoleinwand, vier Bands und Freibiergutscheinen ins heilige Land Tirol. Gut 350 Spießgesellen nutzten die Gelegenheit, um das Ende der Fastenzeit ordentlich zu begießen.
MOB RULES
hatten die undankbare Aufgabe, die Rolle des Anheizers zu übernehmen. Die Mannen mühten sich mit ihrem melodischen Power Metal auch redlich, allein der Funke wollte einfach nicht überspringen. Die Latte in diesem Genre liegt momentan halt verdammt hoch und so begegneten die Anwesenden dem fast vierzigminütigen Gig größtenteils mit Ignoranz.
Als kurz darauf AMON AMARTH die Bretter betraten, war auf einen Schlag klar, für wen das Herz des Innsbrucker Publikums an diesem Abend schlug. "Death By Fire" war genau der richtige Opener, um das Eis zu brechen. Schreiend, tobend und klatschend feierten die Headbanger die Viking Death Metal-Songs, die die Schweden mit wuchtigem Sound und professioneller Optik ins Auditorium ballerten. Aufgrund der kurzen Spielzeit mussten sich AMON AMARTH hauptsächlich auf Songs ihres aktuellen Albums "Versus The World" konzentrieren. Bis hinten an die Bar pflanzte sich das kollektive Abschädeln fort und der anschließende Sturm auf das Merchandise kürte die Schweden zum eindeutigen Gewinner des Abends.
Mit dem mittlerweile aufgewärmten Publikum hatte ONKEL TOM dann leichtes Spiel. Die Liste seiner Saufhits ist lang und spätestens als Tom Angelripper das Publikum auf die Bühne bat, rasselte das Niveau schlagartig sechs Stockwerke nach unten. Während Tom selbst sich singend unters Publikum mischte, warf die „Mir iss gar nix peinlich“- Fraktion auf der Bühne die letzten Hemmungen über Bord. Obwohl es für den nüchternen Teil des Publikums nur schwer nachvollziehbar war: die Leute hatten einen Heidenspaß daran, sich mit reihenweise Kalauern ins Dosenbier-Elysium entführen zu lassen. Da gibt‘s nichts dran zu rütteln.
Die Erwartungen an die abschließende Monstershow der finnischen Shooting Stars LORDI waren hoch. Und was die Jungs an gewaltigen Bühnenaufbauten und geilen Kostümen auffuhren, musste auch den verwöhntesten Geschmack zufriedenstellen. Unerhört professionell rockten sich LORDI durch die Hits ihres aktuellen Albums und erinnerten dabei stark an Alice Cooper zu „Thrash“-Zeiten. Zwar erreichten die Finnen damit nur beim Accept-Cover "Midnight Mover" und der finalen Hitsingle "Would You Love A Monsterman?" das Stimmungsniveau der Vorgängerbands, aber das Publikum klatschte artig mit und hatte sichtlich Spass an dem optisch genialen Theater. Schade nur, dass der Ruf nach Zugaben grausamerweise nicht erhört wurde und so ein äußerst abwechslungsreicher Abend im Innsbrucker Hafen viel zu früh zu Ende ging. Veranstalter "Bühne Innsbruck" sei Dank, bot die Aftershowparty im bis zum Platzen gefüllten Abyss noch jede Menge Gelegenheit, sich bis früh morgens die Lichter auszuschießen.
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